Fr., 15.05.2020

Mühlenkreiskliniken informieren Patienten schneller Corona-Testergebnis gibt’s per Smartphone

Professor Dr. med. Franz-Josef Schmitz informiert über den neuen Service für Patienten.

Professor Dr. med. Franz-Josef Schmitz informiert über den neuen Service für Patienten. Foto: Mühlenkreiskliniken

Lübbecke/Minden (WB). Wer Angst vor einer Corona-Infektion hat, will das Ergebnis schnell erfahren. Bislang dauert es bis zu 72 Stunden, bevor ein Befund per Post den Weg vom Labor bis zum Patienten gefunden hat. Das geht mit der neuen mobilen Befundübermittlung des Zentrallabors der Mühlenkreiskliniken deutlich schneller. Per Smartphone können die Patienten ihren Befund direkt aus dem Laborsystem erhalten. Damit wissen die Patienten etwa acht Stunden nach Probeneingang im Labor, ob sie erkrankt sind oder nicht.

Mit der neuen Technik bekommt der Patient beim Hausarzt einen individuellen QR-Code und ein Passwort ausgehändigt. Damit können die Patienten direkt auf einen geschützten Bereich des Laborsystems zugreifen und ihr Ergebnis erfahren. Außerdem werden selbstverständlich der einsendende Arzt sowie – im Fall eines positiven Befundes – das Gesundheitsamt informiert.

Täglich werden etwa 1000 Abstriche gemacht

In der Regel dauert ein Covid-Test nach dem Probeneingang im Labor etwa acht Stunden. „Diese Zeit benötigt die Probe rein technisch in der Aufbereitung und im Cycler – also dem eigentlichen Testgerät“, erklärt Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Hygiene, Umweltmedizin und Transfusionsmedizin der Mühlenkreiskliniken und des LaborZentrumsWeser. Das Angebot steht allen Arztpraxen zur Verfügung, die mit dem Labor der Mühlenkreiskliniken zusammenarbeiten sowie allen Proben, die im Diagnose- und Behandlungszentrum vor dem Universitätsklinikum Minden entnommen werden.

Derzeit werden im Labor der Mühlenkreiskliniken täglich etwa 1000 Nasen-Rachen-Abstriche untersucht. Die Positivquote schwankt zwischen 0,5 und 3 Prozent. Die aktuelle Kapazitätsgrenze für PCR-Abstriche liegt bei 2000 Proben, ein weiterer Ausbau ist in Planung. „Die Mühlenkreiskliniken haben sehr früh beschlossen, alle stationären Patienten auf eine Besiedelung mit dem SARS-CoV2-Virus zu untersuchen. Das erhöht die Sicherheit für alle Mitpatienten sowie für unsere mehr als 5100 Mitarbeiter“, sagt Dr. Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene.

Wie lange der Schutz andauert, ist noch unklar

Neben den Patienten werden auch die Mitarbeiter der Mühlenkreiskliniken untersucht. Jeder von ihnen hat die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert testen zu lassen. Außerdem gibt es auf freiwilliger Basis eine vorsorgliche Testung in den besonders betroffenen Bereichen wie den Intensivstationen oder den Isolierstationen. Dabei wird eine Antikörperuntersuchung gemacht. „Acht Prozent der bisher untersuchten Blutproben wiesen IgG-Antikörper auf. Diese Personen haben Antikörper gegen das neue Corona-Virus gebildet und werden höchstwahrscheinlich nicht mehr an Covid-19 erkranken“, sagt Schmitz.

Wie lange dieser Schutz andauert, ist derzeit noch nicht klar. Etwa die Hälfte dieser Mitarbeiter mit Antikörpern wusste nicht, dass sie mit dem Virus Kontakt hatten. „Es scheint also eine nennenswerte Anzahl von Menschen zu geben, die ohne erkennbar zu erkranken, Antikörper bilden“, sagt Professor Schmitz. Der Antikörpertest auf IgA und IgG wird im Labor der Mühlenkreiskliniken angeboten. Seit Freitag ist der IgG-Test eine Kassenleistung für GKV-Versicherte. Benötigt wird eine Blutprobe.

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