Drittes Todesopfer bei drei Gewalttaten im Kreis Minden-Lübbecke
Mann erliegt Verletzungen

Minden/Bad Oeynhausen (WB). Die drei Bluttaten im Kreis Minden-Lübbecke vom Wochenende haben nun auch ein drittes Todesopfer gefordert. Der nach einem Trinkgelage in einer Wohnung in Minden am Sonntagabend stark blutend in ein Krankenhaus eingelieferte Mann ist am Montag den Stichverletzungen erlegen. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 44-Jährigen osteuropäischer Herkunft. Die Mordkommission „Falke“ unter Leitung des ersten Kriminalhauptkommissars Bernd Kauschke ermittelt.

Dienstag, 26.05.2020, 15:44 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 10:10 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Zeugen hatten die Polizei gegen 19.25 Uhr über eine Auseinandersetzung und einen stark blutenden Mann in einem Mehrfamilienhaus in der Falkenstraße in Minden informiert. Vor Ort fanden die Beamten in einer Wohnung den schwer verletzten 44-Jährigen und trafen dort vier weitere Männer an. Die Tatwaffe, ein Messer, ist nach Informationen dieser Zeitung sichergestellt worden. Die Ermittler hoffen, so dem Täter auf die Spur zu kommen.

Auch bei den beiden anderen Tötungsdelikten dauern die Ermittlungen weiter an. Im Fall der 36-jährigen Frau, die in der Nacht zu Montag in der Wohnung eines 47-jährigen Mannes in Bad Oeynhausen nach Messerstichen verblutet ist, bleibt das Motiv weiter unklar. Der mutmaßliche Täter verweigert laut Oberstaatsanwalt Christoph Mackel bislang die Aussage. Auch in welcher Beziehung der Mann und die Frau standen, sei noch nicht geklärt.

Derweil äußerte sich der Anwalt des 73-jährigen Mindeners, der Sonntagfrüh seine 75-jährige Frau erstochen haben soll. Der Rentner sitzt wegen des Vorwurfs des Totschlags in Untersuchungshaft. „Mein Mandant steht zu seiner Tat, auch wenn er sich nicht erklären kann, wie es dazu gekommen ist“, sagt sein Bielefelder Anwalt Dr. Lutz Klose.

Der Mann sei seit längerer Zeit in psychiatrischer Behandlung und habe drei Aufenthalte in Fachkliniken hinter sich. Die Ehefrau, eine Deutsch-Slowenin, habe sich intensiv um ihre 95-jährige Tante in einem Pflegeheim kümmern müssen, „das hat die Ehe belastet.“ Die Eheleute waren seit gut 50 Jahren miteinander verheiratet. Zuletzt, so der Anwalt, habe der Mann die notwendigen Medikamente abgesetzt.

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