Betrieb in Minden brennt komplett aus – Wohnhaus stark beschädigt – Einsatz bis in den Morgen
Großbrand zerstört Zimmerei

Minden (WB). In einem Zimmereibetrieb im Mindener Ortsteil Dützen ist am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Aus einem angrenzenden Wohnhaus konnten sich fünf Menschen unverletzt ins Freie retten. Der Betrieb brannte komplett aus, das angrenzende Wohnhaus wurde stark beschädigt.

Dienstag, 15.09.2020, 10:10 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 10:24 Uhr
Hundert Feuerwehrleute sind in der Nacht im Einsatz, um den Brand in der Industriehalle und dem angrenzenden Wohnhaus zu löschen. Foto: Christian Müller
Hundert Feuerwehrleute sind in der Nacht im Einsatz, um den Brand in der Industriehalle und dem angrenzenden Wohnhaus zu löschen. Foto: Christian Müller

Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Thorsten Kohlmeier berichtete, gingen die ersten Anrufe um 19.50 Uhr in der Leitstelle ein. »Wir wurden von einer anderen Einsatzstelle zu einem Dachstuhlbrand an der Lübbecker Straße alarmiert, beim Eintreffen der erste Brandbekämpfer stand der Anbau bereits in Vollbrand. Die Flammen griffen rasend schnell auf den Dachstuhl des Wohnhauses über.«

Probleme mit Löschwasserversorgung

Kohlmeier sagte weiter, dass es anfangs zu massiven Problemen mit der Löschwasserversorgung gekommen war. »Eine zweite Drehleiter konnten wir anfangs nicht in Betrieb nehmen. Mit dem wenigen Löschwasser, das wir anfangs zur Verfügung hatten, schützten wir über Riegelstellungen die Nachbarhäuser. Über lange Umwege wurden Schläuche und Pumpen angeschlossen.«

Großbrand in Mindener Zimmereibetrieb

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Etwa hundert Feuerwehrleute waren in der Nacht im Einsatz. Ein Abrollbehälter mit Atemschutzausrüstung war schnell verbraucht, sodass ein weiterer aus Porta Westfalica angefordert wurde. Teile des Wohnhausdaches stürzten in die Brandruine und entzündeten immer wieder Glutnester, die abgelöscht werden mussten.

Zeugen alarmieren Feuerwehr

Tammy Böttcher fuhr am Abend zu ihrer Großmutter, um ihr das Auto zurückzubringen. Die 20-Jährige war geschockt, was die Nachbarn ihrer Oma erlebten. »Ich hatte die Rauchsäule schon von Weitem gesehen und sofort den Notruf abgesetzt. Anfangs stand das Firmengebäude in Flammen, nur wenige Minuten später auch das Wohnhaus. Das ging alles so schnell.«

Für die 20-jährige Tammy war es besonders schlimm zu sehen, nicht helfen zu können. »Ich stand total unter Schock und kann das Erlebte kaum in Worte fassen. Für die befreundete Familie tut es mir schrecklich leid, dass sie alles verloren haben. Mein Vater ist mit dem Eigentümer befreundet, wir hatten sofort Hilfe angeboten. Glücklicherweise hatte die Familie für die Nacht nach Ausbruch der Feuerkatastrophe bereits einen Schlafplatz angeboten bekommen.«

Industriehalle brennt komplett nieder

Besonders seltsam fand Tammy Böttcher, dass anfangs nur ein kleiner Wasserstrahl aus den Löschrohren der Feuerwehr kam. »Wir haben einen Hydranten direkt vor der Haustür. Ich verstehe nicht, warum da kaum Wasser rauskam.« Während die Industriehalle komplett niederbrannte, hatte die Feuerwehr nicht nur mit immer wieder aufflammenden Glutnestern zu kämpfen. Die Brandbekämpfer konnten in der sprichwörtlich letzten Minute eine Gasflasche bergen, bevor sie explodierte.

Die moderne Technik, eine Drohne mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera, darf bei einer ebenso modernen Feuerwehr nicht fehlen. »Das was früher die Trupps unter Atemschutz im Gefahrenbereich machen mussten, können wir heutzutage in der Luft«, berichtete Kevin Heuer. Er war in der Brandnacht als Drohnenpilot eingesetzt und verschaffte den Einsatzkräften immer ein aktuelles Lagebild aus der Luft.

Drohne im Einsatz

»Wir können sofort sehen, wo wir noch eingreifen müssen und an welcher Stelle sich Brandnester erneut ausbreiten. Kameraden in die eingestürzten Trümmer zu schicken, wäre zu gefährlich. Auch bei Vermisstensuchen ist eine Drohne mit Wärmebildkamera sehr effektiv.«

Am Morgen danach: nach über 13 Stunden war die Feuerwehr in Minden weiterhin im Einsatz. Sie hatte mit aufflammenden Glutnestern allerhand zu tun. Nachdem es hell wurde, konnte man das gesamte Schadensausmaß erkennen. In einem angrenzenden Garten war die Hitze so groß, dass alles zerstört wurde.

»Ein Gartenhaus brannte komplett aus, Glasscheiben zerbrachen, der Rasen glich dem Boden eines Waldbrandes«, sagte Holger Winterberg, der zur Pressegruppe der Feuerwehr Minden gehört. Wie groß der entstandene Schaden ist, vermochte in der Nacht niemand abschätzen. Er wird im hohen sechsstelligen Eurobereich liegen, sofern es nicht ein Millionenschaden ist. Brandsachverständige der Polizei müssen nach Erkalten der Brandstelle mit der Ursachensuche beginnen.

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