Kampa-Halle in Minden könnte nach neuen Plänen etwa ab Mai wieder genutzt werden
180.000 Euro für Interimsbetrieb

Minden/Lübbecke -

Die vor gut einem Jahr wegen gravierender bau- und brandschutzrechtlicher Mängel geschlossene Kampa-Halle in Minden kann möglicherweise bei einer Investition von etwa 180.000 Euro in einen Interimsbetrieb gehen.

Samstag, 16.01.2021, 05:50 Uhr
Die Kampa-Halle könnte eventuell ab Mai wieder genutzt werden.
Die Kampa-Halle könnte eventuell ab Mai wieder genutzt werden.

Das erklärten Kreisbaudezernent Lutz Freiberg und der Mönchengladbacher Brandschutzsachverständige Michael Hamacher in der Sitzung des Kreis-Bauausschusses.

Dieser Interimsbetrieb könne im April/Mai beginnen, wenn die notwendigen Arbeiten abgeschlossen seien und die Genehmigungsbehörde Stadt Minden ihr Placet gegeben habe, sagte Landrätin Anna Katharina Bölling (CDU) im Gespräch mit dieser Zeitung. Entsprechende ausführliche Gespräche mit der Stadt seien bereits geführt worden. Sowohl Handballbundesligist GWD Minden als auch andere größere Veranstaltungen könnten dann wieder in der fünf Jahrzehnte alten Sport- und Eventhalle stattfinden, für die es nach dem 31. Dezember 2019 keine Betriebserlaubnis mehr gegeben hatte. Auch Schulsport wäre wieder möglich.

Bereits im Oktober 2019 hatte der Brandschutzsachverständige Hamacher die Kreispolitik auf die Problematik hingewiesen, die – zurecht – zur Verweigerung der Betriebserlaubnis geführt hatte. Allerdings basierten die in der Vergangenheit beauftragten Gutachten auf falschen rechtlichen Annahmen. Bei der Erstellung sei immer davon ausgegangen worden, dass die Kampa-Halle nach den aktuell geltenden baurechtlichen Vorschriften instandgesetzt werden müsse.

Das sei jedoch nicht der Fall. So habe sich inzwischen gezeigt, dass für die Halle ein Bestandsschutz gelte. Der ergebe sich aus den Baugenehmigungen aus den Jahren 1970 und 1999, in diesem Jahr wurde die Halle umfangreich saniert. Das Ganze hängt mit einem komplizierten Geflecht von Geschossen und Brandabschnitten zusammen.

Mit der Entwirrung dieses Geflechts ist es allerdings nicht getan. So werden Investitionen für notwendige bauliche Maßnahmen in Höhe von rund 100.000 Euro fällig. Hinzu kommen Kosten von etwa 80.000 Euro für die Wasserversorgung. Hier gehe es auch um das Thema Legionellen, betonte Landrätin Bölling.

Stimmt der Kreisausschuss am kommenden Mittwoch zu, dass ein Bauantrag zur „brandschutztechnischen Ertüchtigung der Kampa-Halle Minden für einen Interimsbetrieb“ eingereicht wird, könnte das Projekt angegangen werden. Nach der Fertigstellung würde das beispielsweise für die Handballer von GWD Minden bedeuten, dass sie wieder vor knapp 1600 Zuschauern auf der Nord- und mehr als 1800 Zuschauern auf der Südtribüne spielen könnten.

Auch Konzerte mit bis zu 4900 Zuschauern und Messen mit etwas mehr als 4000 Teilnehmern wären dann wieder möglich. Allerdings mit gewissen Einschränkungen hinsichtlich Catering und anderen Dingen.

Ausgelegt würde dieser Interimsbetrieb auf gut drei Jahre. Dann stünde eine Sanierung an, die die Halle für die nächsten zehn bis 15 Jahren ertüchtigen würde. Kosten: etwa 8,9 Millionen Euro. Optionale Maßnahmen wie die Möglichkeit, dann auch warme Mahlzeiten reichen zu können und viele weitere Verbesserungen würden zusätzliche 2,9 Millionen Euro kosten.

Diese aufwendige Sanierung wäre auch die Voraussetzung, die Zuschüsse von vier Millionen Euro abrufen zu können, die vom Bund in Aussicht gestellt wurden und ursprünglich für die seit Jahren diskutierte neue Multifunktionshalle vorgesehen waren. Diese Halle wurde übrigens überhaupt nicht erwähnt in der Sitzung des Kreis-Bauausschusses.

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