Zusätzliche Impfaktion in Hille ohne Terminvergabe stößt auf geteiltes Echo
Zwischen Verständnis und Wut

Hille -

Die Reaktionen auf die kurzfristige, unangekündigte Impfaktion im Hiller Impfzentrum am Freitag und Samstag sind sehr geteilt: von „schlimm“ bis „weiter so“.

Dienstag, 06.04.2021, 18:32 Uhr aktualisiert: 06.04.2021, 18:34 Uhr
Im Impfzentrum des Kreises sind außer der Reihe etwa 2500 Impfungen durchgeführt worden.
Im Impfzentrum des Kreises sind außer der Reihe etwa 2500 Impfungen durchgeführt worden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

 

Die Verantwortlichen für das Impfzentrum hatten sich – wie berichtet – kurzfristig entschlossen, vorhandene Astrazeneca-Reserven und Lieferüberschüsse ohne Terminvergabe an Impfwillige über 60 Jahren zu spritzen. Von Ostersonntag an wurde dann das Astrazeneca-Kontingent des Landes in Hille verimpft. Dafür waren Anmeldungen notwendig, die von Samstagmorgen an über Internet und Telefon möglich waren. So kam es, dass speziell am Samstag Menschen, die von der Spontanaktion in Hille erfahren hatten, dort ganz kurzfristig geimpft wurden, während andere mühsam versuchten, einen Termin zu ergattern.

„Gilt das Ellbogenprinzip?“

Genau darüber regte sich auch ein Mitglied der Facebook-Gruppe „Lübbecke interessiert mich!“ auf: „Schlimm und nicht vertretbar sind Impfungen ohne Termin so wie in Hille am Samstag, wo andere stundenlang am Telefon auf Termine warten.“ Erschwerend kam in der öffentlichen Wahrnehmung hinzu, dass es zwar mit der Buchungsplattform dieses Mal keine Probleme gab, wohl aber mit der ergänzend notwendigen Bestätigungsmail. „Habe von Samstag auf Sonntag 21 Stunden auf die Mail gewartet, um den Account für meine Mutter zu verifizieren. Als die Mail kam, waren alle Termine weg“, ist ein weiteres Gruppenmitglied frustriert.

Andere teilen ihre Erfahrung, nur wenige Tage zuvor mangels Impfstoffs abgewiesen worden zu sein. „Gilt jetzt das Ellbogenprinzip, wer sich am Impfzentrum vor die Tür stellt, wird auch geimpft?“, schimpft ein Leser dieser Zeitung in einer E-Mail. Erst sei er wegen überlasteter Leitungen nicht durchgekommen, am Sonntag habe es dann geheißen, alle Termine bis einschließlich Juli seien vergeben.

„Gebt es allen, die es freiwillig nehmen“

Aber es gibt eben auch die anderen Stimmen. So heißt es in der WESTFALEN-BLATT-Gruppe bei Facebook: „Alle, die ich kenne, wollen kein Astrazeneca. Also gebt es allen, die es freiwillig nehmen. Vielleicht geht es dann mal voran.“ Ein anderer dort plädiert für die Aufgabe der Impfreihenfolge: „Wann begreifen Herr Spahn und die anderen Politiker, dass es mit den Freiwilligen schneller gehen würde?“

Auch bei „Lübbecke interessiert mich!“ wird Verständnis geäußert: „Es kann nicht jeder der Erste sein. Aber besser so, als wenn sich keiner melden würde.“ Und eine Facebook-Nutzerin ist ganz uneigennützig und solidarisch: „Wir haben auch einiges versucht, auch mit dreimal Hinfahren abends. Hat nicht geklappt. Gut, wenn andere mehr Glück hatten. Dann warte ich ab.“

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