Iraker reist unbemerkt im Anhänger eines Lkw mit
Flucht endet auf dem Autohof

Porta Westfalica (WB). Der Versuch, in einem Lkw-Anhänger nach England zu flüchten, endete für einen 21-jähriger Iraker auf dem Autohof in Porta Westfalica.

Donnerstag, 22.10.2015, 11:40 Uhr aktualisiert: 22.10.2015, 11:49 Uhr
Iraker reist unbemerkt im Anhänger eines Lkw mit : Flucht endet auf dem Autohof

Zeugen hatten am Mittwochabend Klopfgeräusche aus dem Sattelauflieger gehört und den 50-jährigen slowakischen Fahrer informiert. Die  Polizei öffnete daraufhin den verplombten Anhänger und entdeckte den 21-Jährigen. Nach einer ärztlichen Untersuchung wurde der Mann zunächst zur Polizeiwache nach Minden gebracht. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde der mit Lebensmittel beladene Frachtraum erfolglos nach weiteren Personen abgesucht. Eine Vernehmung des für eine irische Spedition tätigen Fahrers brachte schließlich Licht in die Angelegenheit.

Lkw bereits in Belgien überprüft

Demnach hatte der 50-Jährige von Skandinavien kommend am Dienstag in der Nähe von Bremen die Ladung übernommen und sollte sie laut Auftrag in England abliefern. Am Abend legte er auf einem Großraumparkplatz in Belgien die erforderliche Pause ein. Am Mittwochmorgen überprüften belgische Sicherheitskräfte wie üblich die dort stehenden Lkws. Da sie dabei nach Angaben des 50-Jährigen zahlreiche in den Laderäumen versteckte Personen festnahmen, überprüfte der Mann die Verplombung an seinem Fahrzeug. Da er Auffälligkeiten feststellte, machte er die Einsatzkräfte darauf aufmerksam. Die entdeckten laut Aussage des Fahrers neun Personen, welche in der Nacht unbemerkt in seinen Laderaum geklettert waren, um so nach England zu gelangen.

Flüchtling kriegt nichts von geänderter Fahrtroute mit

Da aus hygienischen Gründen die Lebensmittel nicht mehr ausgeliefert werden konnte, wurde der Mann beauftragt, die Ladung zur Vernichtung nach Langenhagen bei Hannover zu bringen. Auf dem Weg dorthin machte der Fahrer gegen 20 Uhr eine Pause in Porta Westfalica. Vermutlich war es dem 21-jährigen Iraker gelungen, sich bei der Kontrolle in Belgien vor den dortigen Beamten zwischen der Ladung zu verstecken. Das sich die Fahrtroute des Lkw zwischenzeitlich änderte, ahnte der junge Mann offenbar nicht.

Noch in der Nacht nahmen die  Ermittler über das Bundeskriminalamt Kontakt mit ihren Kollegen in Belgien auf. Der Fahrer konnte später seine Fahrt fortsetzen. Der 21-Jährige wird nach Abschluss der polizeilichen Überprüfungen dem Ausländeramt überstellt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3581814?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2643768%2F
Grenzkontrollen und Einreiseregeln wegen Corona verschärft
Das Nachbarland Tschechien zählt als Hochrisikogebiet. Nun gelten strengere Einreiseregeln nach Deutschland.
Nachrichten-Ticker