Verwandte finden 88-Jährige tot im Haus – mutmaßlicher Täter überlebt Selbstmordversuch
Tötete Bruder Schwester?

Porta Westfalica (WB). Familiendrama in Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke): Dort soll ein 79 Jahre alter Mann am Wochenende seine 88 Jahre alte Schwester getötet haben, die mit bei ihm im Haus lebte.

Montag, 20.02.2017, 11:02 Uhr aktualisiert: 21.02.2017, 16:18 Uhr
Der Tatort in Porta Westfalica: Hier lebte der Rentner mit seiner Schwester Foto: Althoff
Der Tatort in Porta Westfalica: Hier lebte der Rentner mit seiner Schwester Foto: Althoff

Willi K. (79), ein ehemaliger Mitarbeiter der Landeszentralbank, lebte zusammen mit seiner Ehefrau und seiner Schwester Wilma (88) in seinem großen Anwesen auf einem parkähnlichen Grundstück im Stadtteil Hausberge.

Vor etwa einem halben Jahr sei seine Frau in ein Seniorenpflegeheim nach Minden gekommen, erzählt eine Nachbarin. »Sie war so krank, dass es zu Hause einfach nicht mehr ging.« Vor einiger Zeit stürzte die betagte Schwester und verletzte sich. Sie kam ins Krankenhaus und anschließend in eine Kurzzeitpflege. Von dort soll Willi K. sie am Samstag wieder nach Hause geholt haben.

Sohn fand Vater in der Garage

Am Sonntag fuhr der Sohn (48) von Willi K., der in Niedersachsen lebt, nach Porta Westfalica , um seine Eltern zu besuchen. Zuerst traf er seine Mutter in ihrer Seniorenresidenz in Minden, dann wollte er zu seinem Vater.

Als niemand öffnete und der Sohn in der verschlossenen Garage den Motor laufen hörte, machte er sich Sorgen und drang gewaltsam ins Haus ein. In der Garage fand er seinen Vater, der bewusstlos unter dem Auspuff auf einem Polster lag.

Der Sohn brachte den Vater ins Freie und alarmierte einen Notarzt. Willi K. schwebte in Lebensgefahr und wurde ins Klinikum Minden gebracht, wo er gerettet wurde. Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken durchsuchten das Haus und fanden die leblose Wilma K. Sie konnte nicht mehr gerettet werden.

Angespanntes Verhältnis der Geschwister

Staatsanwalt Veit Walther ließ sie am Montag obduzieren. »Dabei kam heraus, dass die Frau durch massive Gewalt gegen den Hals ums Leben gekommen war.« Die Spuren am Tatort deuteten darauf hin, dass sie im Streit getötet wurde, sagte Walter.

Zeugenvernehmungen der neunköpfigen Mordkommission unter Leitung von Thorsten Stiffel ergaben, dass das Verhältnis von Willi K. zu seiner Schwester seit langem angespannt gewesen sein soll. Worum es bei den Familienstreitigkeiten ging, wurde nicht öffentlich bekannt.

Am Tatort soll ein Abschiedsbrief gefunden worden sein, über den die Ermittler aber nichts sagten. Gegen Willi K. wird jetzt wegen Totschlags ermittelt. Wegen seines derzeitigen Zustands wurde er erst einmal in eine Psychiatrieklinik verlegt. Ob gegen ihn ein Haftbefehl oder ein Unterbringungsbeschluss für eine Klinik beantragt wird, stand zunächst noch nicht fest.

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