Sa., 15.09.2018

Entsorgungsunternehmen aus Porta Westfalica unterliegt im Ausschreibungsverfahren Tönsmeier verliert die gelben Säcke

Seit 1991 ist das Familienunternehmen Tönsmeier aus Porta Westfalica für die Abholung und Weiterbearbeitung der gelben Säcke im Mühlenkreis verantwortlich.

Seit 1991 ist das Familienunternehmen Tönsmeier aus Porta Westfalica für die Abholung und Weiterbearbeitung der gelben Säcke im Mühlenkreis verantwortlich. Foto: Kai Wessel

Lübbecke/Porta Westfalica (WB/wk). Das Entsorgungsunternehmen Tönsmeier aus Porta Westfalica wird künftig wohl nicht mehr für die Abholung der gelben Säcke im Kreis Minden-Lübbecke zuständig sein. Im Ausschreibungsverfahren ging der Zuschlag an die RMG Rohstoffmanagement GmbH mit Sitz in Eltville am Rhein (Hessen).

Boris Ziegler, Sprecher des Portaner Familienunternehmens, bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass Tönsmeier bei der Ausschreibung von Landbell (Duales System Deutschland mit Sitz in Mainz) nicht zum Zug gekommen ist. »Wir befassen uns derzeit intensiv mit dem Vorgang, möchten das Thema allerdings nicht in der Öffentlichkeit kommentieren.«

Seit 1991 für Abholung zuständig

Seit der Einführung der gelben Säcke im Jahr 1991 war die Firma Tönsmeier für die Abholung – ein Millionenauftrag – verantwortlich. Die nun erfolgte Vergabe habe nach Auskunft von Ziegler keinen Einfluss auf die bestehenden Sortierverträge, die von den Dualen Systemen in separaten Ausschreibungen vergeben werden.

Betriebsrat geschockt

Für den Betriebsrats-Vorsitzenden Jürgen Stockmann (seit 13 Jahren) ist die Nachricht dennoch ein Schock gewesen. »Leistung zählt nicht mehr, es geht nur um Profit.« In all den Jahren der Abholung sei auf die Tönsmeier-Belegschaft (411 Mitarbeiter am Standort Porta Westfalica) stets Verlass gewesen. Nicht einmal sei bislang gestreikt worden. »Wir sind gekommen, bei jedem Wetter.« Dafür hätte so mancher Bürger den Männern auf den Müllwagen auch seinen Dank ausgesprochen. »Das Ausschreibungsverfahren macht mich wütend, weil ich weiß, dass wir Landbell ein anständiges Angebot gemacht haben.« Stockmanns Sorge ist, dass der Verlust der Sacksammlung Arbeitsplätze kosten könnte. Er hofft, dass das traditionsreiche Familienunternehmen den Verlust der gelben Säcke kompensieren kann.

RMG ist an mehreren Orten aktiv

Mit der Erfassung der Leichtverpackungen, also dem Sammeln der Säcke, ist ab Januar 2019 (bis 2021) die RMG Rohstoffmanagement GmbH beauftragt. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin gegenüber dieser Zeitung. Die Firmengruppe (49 Millionen Euro Umsatz in 2017) wird von ihrer Zentrale in Eltville am Rhein aus organisiert und koordiniert. Bereits in der Vergangenheit hatte die RMG Ausschreibungsverfahren für das Sammeln gelber Säcke gewonnen, unter anderem im Kreis Gütersloh, in Aachen und in Bremen. Parallele zum Mühlenkreis: In Bremen war 2017 ebenfalls ein lokal ansässiges Familienunternehmen, die Firma Nehles, im Ausschreibungsverfahren des Dualen Systems unterlegen. Hier wie dort hieß der Gewinner RMG.

Vertragspartner vor Ort gesucht

In Bremen hat die RMG Vertragspartner vor Ort gefunden, die die Abholung der Säcke übernehmen. Diese Vorgehensweise sei gängige Praxis in der Branche, sagt Tönsmeier-Betriebsrat Stockmann. Mit der Firma Nehles, die jahrelang zuständig war, kam keine Einigung zustande. Wie das Procedere künftig im Kreis Minden-Lübbecke aussehen könnte, ist noch ungewiss. Zur Frage, ob die RMG auch Tönsmeier ein Angebot unterbreitet hat, quasi als »Juniorpartner« des Unternehmens die Säcke abzuholen, wollte sich die Geschäftsleitung nicht äußern.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6050714?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2643768%2F