Do., 20.09.2018

Porta Westfalica: 70-Jährige springt aus dem siebten Stock Tödliche Zwangsräumung

Porta Westfalica-Lerbeck: Die Mieterin sprang vom Balkon im ­siebten Stock dieses Hauses.

Porta Westfalica-Lerbeck: Die Mieterin sprang vom Balkon im ­siebten Stock dieses Hauses. Foto: meierpress

Von Christian Althoff

Porta Westfalica (WB). Eine allein lebende Rentnerin (70) hat sich am Mittwoch in Porta Westfalica von ihrem Balkon im siebten Stock in den Tod gestürzt, als ihre Wohnung zwangsgeräumt werden sollte.

»Wir stehen unter Schock«, sagte Bernd Hausmann, Vorstand der Genossenschaft für Siedlungsbau und Wohnen (GSW) in Minden, der das Hochhaus gehört. Die GSW hatte beim Amtsgericht Minden ein Urteil zur Zwangs­räumung erwirkt, das gestern vollstreckt werden sollte.

Nach Angaben der Polizei hatte die Mieterin vor einiger Zeit angekündigt, sich einer Zwangsräumung zu widersetzen. Deshalb erschien die Gerichtsvollzieherin nicht alleine. Sie wurde von zwei Streifenpolizisten, Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes und Vertretern der Wohnungs­gesellschaft begleitet.

Das siebenstöckige Haus an der Georg-Rost-Straße im Ortsteil Lerbeck hat 56 Wohnungen. Gegen 9.45 Uhr schellte die Gerichtsvollzieherin bei der 70-Jährigen, die aber nicht reagierte. Ein Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes öffnete die Wohnungstür und zwei ebenfalls verschlossene Zimmertüren. Da sah die Gruppe, wie die Frau auf die Balkonbrüstung stieg und sich in die Tiefe stürzte. Sie fiel auf den Rasen. Polizeisprecher Ralf Steinmeyer: »Natürlich wurde sofort ein Notarzt alarmiert, aber der konnte der Frau nicht mehr helfen.« Hinweise auf eine Suizidgefahr hätten die Behörden nicht gehabt.

Warum die GSW die Zwangsräumung betrieben hat, wollte Vorstand Bernd Hausmann nicht sagen. Nachbarn erzählen, die Rentnerin habe ihre Miete nicht mehr gezahlt. Die Frau soll seit 2011 in dem Haus gewohnt haben und mit mehreren Mietern im Streit gelegen haben.

Nur wegen der besonderen Umstände berichtet das WESTFALEN-BLATT in diesem Fall über einen Suizid. Wenn Sie sich auch in einer aussichtslosen Lage sehen, bekommen Sie Hilfe unter der Gratisnummer 0800-1110111.

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