Mo., 05.08.2019

Vlothos Kultband war schon beim ersten Festival dabei – Vorfreude auf 2020 »Hammerfest« gibt wieder alles

»Hammerfest« lockt die Besucher am Sonntagnachmittag aufs Festival-Gelände.

»Hammerfest« lockt die Besucher am Sonntagnachmittag aufs Festival-Gelände. Foto: Andreas Klose

Von Andreas Klose und Frank Dominik Lemke

Vlotho/Porta Westfalica (WB). Gut 44 Jahren nach dem ersten »Umsonst & Draußen« im alten Steinbruch auf dem Winterberg hat das Festival nichts von seiner Faszination verloren. Dazu hat wie schon damals 1975 Vlothos heutige Kultband »Hammerfest« beigetragen.

Es waren drei friedliche und harmonisch verlaufene Tage am stillgelegten Kraftwerk in Porta Westfalica-Veltheim. »Von allen beteiligten Stellen wurde mir abschließend signalisiert, dass wirklich alles friedlich war – ja, ruhiger noch als sonst«, freute sich Bandleader und Festivalmacher Wolfgang Kuhlmann am Montag nach Fertigung des Abschlussprotokolls.

Am Sonntag hatte Kuhlmann die vielen Besucher von der Bühne aus daran erinnert, dass die Zeit nicht stehen geblieben sei. »44 Jahre später wird uns klar, dass auch wir nicht mehr die Jüngsten sind. Wir gehen schließlich ein Stück weit auf die 70 zu« sagte »Wuschi«, wie Wolfgang Kuhlmann schon beim allerersten Festival genannt wurde. Einige Momente nach dieser Ansage legte er dann mit »Hammerfest« los wie eh und je. Als die »Perle von Umsonst & Draußen« war die bekannte Vlothoer Gruppe angekündigt worden. Anders als bei der Freibad-Fete vor drei Wochen konnte Kuhlmann nach einer gut überstandenen OP jetzt wieder vorne stehen – genauso wie in jungen Jahren.

Familientag am Sonntag

Am letzten Tag der diesjährigen Veranstaltung, dem Familientag, war das Wetter geradezu optimal – nach der tropischen Hitze im Vorjahr. »Der Regen am Freitag hat uns sicherlich Umsatzeinbußen beschert. Die anderen beiden Tage waren dann in Ordnung. Man kann ja nicht immer Dinge toppen«, zeigte sich Markus Wichmann, der die Besucher mit Getränken versorgte, völlig entspannt.

Etwas nervig war allein diesmal die zeitweilige Sperrung des Bahnübergangs am Festivalgelände. Ankunft und Abreise wurden dadurch erschwert. Ein Sprecher der Bahn begründete diese Maßnahme mit Bauarbeiten an der Strecke. Gerade am Sonntag waren mehrere Streifenwagen vor Ort, um den Verkehr dort zu regeln.

Krautrock vom Allerfeinsten

Ab Sonntagnachmittag gehörte die Weserbühne jenen drei Bands, die seit Jahrzehnten handgemachte Rockmusik anbieten. Zweifellos war das einer der Höhepunkte der drei Tage in Porta. »Wir sind in diesem Jahr 50 Jahre zusammen. In dieser Zeit haben wir viele gute Erfahrungen gemacht, aber auch viele schlechte«, betonte Bernd Kolbe, Bassist und Sänger bei der in Dortmund gegründeten Band Epitaph. Mit »Cross Road« ging es los, einem Titel, den sie vor vier Jahren geschrieben hatten.

»Hammerfest« trat in starker Besetzung auf: Achim »Akko« Patz, Wolfgang »Wuschi« Kuhlmann, Klaus Otto, Sebastian Beck, Janina Horstbrink-Knäble, Stefan Lindenschmidt, Vito Becker, Sebastian Hesse und Klaus Wenske boten Krautrock mit Texten, die das Publikum mitsang.

Für einen Abschluss, wie er besser nicht sein konnte, sorgte am Sonntagabend »Peter Pankas Jane« auf der Weserbühne mit ehrlichem Krautrock vom Allerfeinsten. Kein Wunder, denn diese Band zählt zu den besten Live-Bands Deutschlands. Seit mehr als 40 Jahren ist »Jane« dabei, nach wie vor erfreuen die Hannoveraner sich großer Popularität.

Der Abbau hat begonnen

Seit Montag sind die Ehrenamtlichen vom »Verein umsonst und draussen Kultur« dabei, die Infrastruktur wieder abzubauen. Sie schrauben die Bühnen auseinander und lagern die Elektrik, Wasserleitungen und Bauzäune in Vlotho, Veltheim und Stemwede ein. Die Küche bleibt bis zum Schluss. Die Küchencrew hat dieses Jahr allein an den drei Tagen des Festivals mit etwa 60 Helfern das Essen für Bands und Crew gekocht. »Wir achten auf gute, regionale Qualität«, sagte der Leiter des Caterings, Markus Voncken.

Die Kartoffeln kamen vom Hof Löwenburg in Porta Westfalica. Die Küchencrew hatte insgesamt 195 Kilogramm geschält, geschnitten und gekocht. Allein für das Gulasch am Samstagabend hatte die Küchencrew auch noch 80 Kilogramm Zwiebeln verarbeitet. Es gab eine vegetarische Variante und eine mit Fleisch von drei Schweinen.

Die Zusammenarbeit aller Ressorts hat dieses Jahr sehr gut funktioniert. Im nächsten Jahr wird es natürlich wieder ein Festival geben. Der Verein wird dann durch den gerade begonnenen Rückbau des Kraftwerks Veltheim vor neuen Herausforderungen stehen. »Wenn es Probleme gibt, dann löst der Verein sie. Die Mitglieder sind fähig und haben dank ihres freundlichen Umgangs überall Sympathien, bei Bands , Behörden und Besuchern. 2020 wird sicher wieder ein riesen Spaß«, sagte »Boogieman« Vito Becker aus Vlotho, der mit »Hammerfest« auftrat.

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