Do., 05.09.2019

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski kritisiert rechtsextremen Vorfall und kündigt Konsequenzen an Nach Nazi-Parolen: Verbandschef will »Aufstand der Anständigen«

Gundolf Walaschewski ist der Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW). Der 66-Jährige zeigt die möglichen Konsequenzen für den TuS Holzhausen/Porta und Akteure des Vereins auf, nachdem einige Spieler der ersten Fußballmannschaft bei einer Aufstiegsfeier »Sieg Heil« skandiert hatten.

Gundolf Walaschewski ist der Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW). Der 66-Jährige zeigt die möglichen Konsequenzen für den TuS Holzhausen/Porta und Akteure des Vereins auf, nachdem einige Spieler der ersten Fußballmannschaft bei einer Aufstiegsfeier »Sieg Heil« skandiert hatten. Foto: Carsten Borgmeier

Von Christian Bröder

Porta Westfalica (WB). Das Video, das Fußballer des TuS Holzhausen/Porta während einer Aufstiegsfeier beim Skandieren von »Sieg Heil!«-Rufen zeigt, hat auch beim westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verband für Bestürzung gesorgt. FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski hat am Donnerstagabend Konsequenzen angekündigt.

Der Fall geht auch vor das Sportgericht

Neben den strafrechtlichen Folgen erwartet den Verein und einige seiner Akteure auch ein sportjuristisches Nachspiel. Es werde eine umfassende Aufarbeitung des Vorfalls geben, kündigte Walaschewski ein klares Zeichen gegen rechtsextremes Gedankengut an: »Wir sind schockiert angesichts des skandalösen Verhaltens. Wir werden als Präsidium einen Antrag auf eine sportrechtliche Verhandlung vor der Verbandsspruchkammer stellen. Das Ganze muss Konsequenzen haben«, sagte der 66-Jährige am Donnerstagabend. Auch an der Verbandszentrale in Kaiserau hat der Fall für zahlreiche Anrufe und Reaktionen gesorgt. Walaschewski erhofft sich nun »einen Aufstand der Anständigen gegen den Aufstand der Schamlosen«.

Mögliche Strafen: Zwangsabstieg oder Ausschluss vom Spielbetrieb

Mögliche Strafen eines Verfahrens würden vom Zwangsabstieg über Punktabzüge bis zum Ausschluss der Mannschaft vom Spielbetrieb reichen, so der Verbandschef weiter. Auch Geldstrafen und Sperren für einzelne Spieler könnte der Fall bei einer Verurteilung zur Folge haben. Jetzt gelte es, schnellstmöglich die schuldigen Personen zu finden. Für Gundolf Walaschewski ist klar, dass man »in so einem gravierenden Fall möglichst schnell reagieren sollte«. Er rechnet damit, dass es bereits »in zwei bis drei Wochen« zu einem Termin vor dem Sportgericht kommen könnte.

Für den Verbandschef des FLVW ist Vorfall bislang einmalig in Westfalen. »Ich bin regelrecht erschüttert. Ich habe mir Derartiges auf Zuschauerrängen vorstellen können. Das Rufen rechtsextremer Parolen erlebt man ja in Chemnitz fast alle zwei Wochen. Aber das so etwas in der heimischen Kreisliga vorkommt, damit hätte ich nicht gerechnet. Wir müssen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert«, sagt Gundolf Walaschewski.

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