Weitere Konsequenz aus dem Video mit »Sieg Heil«-Rufen
Video mit Nazi-Parolen: Verein zieht Team vom Spielbetrieb zurück

Porta Westfalica (WB). Nach dem Video mit »Sieg Heil«-Rufen von Fußballern bei einer Aufstiegsfeier des TuS Holzhausen/Porta aus dem Kreis Minden-Lübbecke hat der Verein weitere Konsequenzen gezogen. Der Klub hat seine erste Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb in der Kreisliga A zurückgezogen.

Sonntag, 08.09.2019, 08:29 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 08:34 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Das hat der 1. Vorsitzende Matthias Adamkowitsch in einer auf Facebook veröffentlichten Pressemitteilung bekannt gegeben. »Veranlasst durch das nicht zu tolerierende Fehlverhalten Einzelner hat der Gesamtvorstand auf Basis des Ethik-Kodex des DFB beschlossen, die 1. Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom laufenden Spielbetrieb zurückzuziehen. Der Trainer ist von seinen Aufgaben im Verein freigestellt«, heißt es in der Mitteilung.

Der Rückzug ist eine weitere Folge des seit einigen Tagen kursierenden Videos, welches bei einer Aufstiegsfeier am 5. Mai aufgenommen worden ist. Das Video zeigt, wie in der Mannschaftskabine Fußballer des TuS HoPo den Pokal in die Höhe recken und dann koordiniert »Sieg Heil!« rufen. Zuvor hatte der Verein bereits erklärt, die beteiligten Spieler auszuschließen . Dafür wartet man beim TuS ab, was die Ermittlungen des Staatschutzes ergeben. Auch der westfälische Fußballverband (FLVW) hat weitere Konsequenzen angedroht . Einem möglichen Ausschluss vom Spielbetrieb ist der Verein jetzt mit dem Rückzug seiner Mannschaft zuvor gekommen.

Pressemitteilung des TuS HoPo im Wortlaut:

»Bereits direkt nach Bekanntwerden der Geschehnisse im Rahmen der Aufstiegsfeier der 1. Mannschaft hat der Vorstand des TuS Holzhausen 1905 deutlich gemacht, dass es zu einem nicht zu tolerierenden Fehlverhalten gekommen ist, von dem sich der Vorstand distanziert. Am 06.09.2019 erhielten nun die 1. Mannschaft und der Trainer die Gelegenheit, zu den Vorkommnissen Stellung zu nehmen.

In diesem intensiven Gespräch kam das Bedauern der 1. Mannschaft über diesen Vorfall zum Ausdruck. Es wurde deutlich gemacht, dass sich die 1. Mannschaft zu demokratischen Werten bekennt und keine rechtsradikalen Inhalte vertritt oder gutheißt.

Vorstandsvorsitzender Matthias Adamkowitsch: ›Ein unseren ethischen Werten widersprechendes und zudem strafrechtliches Verhalten kann im TuS Holzhausen nicht toleriert werden. Hier muss intern und öffentlich ein klares Signal gesetzt und im Weiteren auch die Auseinandersetzung darüber geführt werden. Der Vorstand hat jetzt die Aufgabe, weiteren Schaden vom TuS Holzhausen und der 1. Mannschaft abzuwenden.‹

Veranlasst durch das nicht zu tolerierende Fehlverhalten Einzelner hat der Gesamtvorstand auf Basis des Ethik-Kodex des DFB beschlossen, die 1. Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom laufenden Spielbetrieb zurückzuziehen. Der Trainer ist von seinen Aufgaben im Verein freigestellt.

Nach Abschluss des laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens, in dem die persönliche Verantwortung Einzelner geklärt wird, behält sich der Vorstand personelle Konsequenzen vor.«

 

Kommentare

Zeitungsleser  schrieb: 09.09.2019 09:41
Fehlverhalten
<<Veranlasst durch das nicht zu tolerierende Fehlverhalten Einzelner hat der Gesamtvorstand auf Basis des Ethik-Kodex des DFB beschlossen, die 1. Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom laufenden Spielbetrieb zurückzuziehen>>
Es haben sich Einzelne fehlverhalten und die gesamte Mannschaft wird vom Spielbetrieb zurückgezogen. Es gibt sicherlich auch Spieler, die nicht dabei waren und folglich damit auch nichts zu tun haben. Diese trifft man mit dieser Maßnahme auch. Das erinnert mich sehr an "Sippenhaft" und die ist verboten - soweit ich mich erinnere. Man sollte überhaupt die Kirche im Dorf lassen und nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wenn die Beteiligten ausgeschlossen werden, sollte das genügen.
1 Kommentare
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