Verein TuS Holzhausen/Porta muss im Fall um das Skandal-Video eine Geldstrafe zahlen
Sporturteil nach »Sieg Heil«-Rufen: Fußballer müssen gemeinnützige Arbeit leisten

Porta Westfalica/Kaiserau (WB). Im Skandal um ein Video , das Fußballer des TuS Holzhausen/Porta während einer Aufstiegsfeier beim Skandieren von »Sieg Heil!«-Rufen zeigt, ist nun ein sportjuristisches Urteil gefällt worden. Der Verein wird finanziell belangt und Spieler sowie Verantwortliche müssen gemeinnützig arbeiten.

Dienstag, 26.11.2019, 18:51 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 10:30 Uhr
»HoPo gegen rechts« steht auf den T-Shirts der Fußballer des TuS Holzhausen/Porta. Ende August gingen Mannschaft und Trainer erstmals an die Öffentlichkeit. Foto: TuS
»HoPo gegen rechts« steht auf den T-Shirts der Fußballer des TuS Holzhausen/Porta. Ende August gingen Mannschaft und Trainer erstmals an die Öffentlichkeit. Foto: TuS

2500 Euro Geldstrafe, die Hälfte zur Bewährung

Zwar sind die einzelnen Täter weiterhin nicht bekannt, doch gegen den Klub ist am Montagabend vom westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verband (FLVW) wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro verhängt worden. Davon müsse der Klub allerdings neben den Verfahrenskosten nur 1250 Euro tragen, da die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde, wie FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage bestätigte.

150 Stunden gemeinnützige Arbeit bis Ende Juni 2020

Mit der Bewährungsauflage ist verbunden, dass Spieler und Verantwortliche der Mannschaft 150 Arbeitsstunden in einer gemeinnützigen Einrichtung leisten müssten. »Wir haben bis zum 16. Dezember Zeit, um eine entsprechende Einrichtung zu finden und werden das in den kommenden Tagen besprechen. Die Arbeitsstunden müssen wir dann bis Ende Juni 2020 ableisten«, fasst der Klubvorsitzende Matthias Adamkowitsch den weitere Inhalt des Urteils zusammen.

Der 46-Jährige aus Porta Westfalica war am Montagabend mit einer vierköpfigen Abordnung von Vorstandsmitgliedern zum FLVW-Sitz nach Kaiserau gefahren, wo der Fall, der seinen 610 Mitglieder zählenden Verein schwer getroffen hat, vor dem Verbandssportgericht sein erstes sportjuristisches Nachspiel erlebte.

Gundolf Walaschewski: Mannschaft mauerte

Das Anfang September aufgetauchte Video mit den »Sieg-Heil«-Rufen hatte für bundesweites Aufsehen gesorgt: Es zeigt, wie Spieler des TuS Holzhausen/Porta bei einer Aufstiegsfeier am 5. Mai in der Mannschaftskabine einen Pokal in die Höhe recken und dann koordiniert »Sieg Heil!« rufen . Die öffentliche Verwendung der Grußformel aus der NS-Zeit (1933-1945) steht unter Strafe steht. Der Verein zog daraufhin seine erste Mannschaft vom Spielbetrieb in der Kreisliga A zurück . Nach wie vor sollen die Staatsschutz und die Polizei in dem Fall ermitteln.

»Die Einzeltäter konnten bislang nicht ausfindig gemacht werden, denn die Mannschaft hat nach meinem Dafürhalten gemauert. So musste nun leider der Verein bestraft werden. Hinzufügen kann ich aber, dass das Verfahren wieder aufgenommen und die Vereinsstrafe abgemildert werden könnte, sollten einzelne Täter bekannt gemacht werden. Das ist allerdings alles Konjunktiv«, erklärte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski den Urteilsspruch zu einer Zeichensetzung mit einem kleinen faden Beigeschmack.

TuS-Vorsitzender akzeptiert Urteilsspruch

Der 66-Jährige hatte im Vorfeld die umfassende Aufarbeitung des Vorfalls angekündigt, um ein klares Zeichen gegen rechtsextremes Gedankengut zu setzen. Weder der westfälische Verband noch der Verein konnten jedoch die Einzeltäter ermitteln, da sich die »Sieg Heil«-Rufe im Video nicht ihren jeweiligen Verursachern zuordnen ließen.

Das Urteil in Kaiserau kam am Montagabend nach einer mehr als zweistündigen Sitzung zustande und ist rechtskräftig. Damit ist der Fall zumindest aus sportjuristischer Sicht zunächst einmal abgeschlossen. »Wir nehmen den Urteilsspruch auf jeden Fall an«, erklärte Matthias Adamkowitsch am Dienstagabend. Der 46-Jährige überlegt in den kommenden Tagen mit seinen Vorstandsmitgliedern, wo die gemeinnützige Arbeit abgeleistet werden soll.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7092129?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2643768%2F
Maskenattest: Diagnose nennen ist nicht Pflicht
Beschäftigte in den Ordnungsämtern kontrollieren - wie hier in Pforzheim - die Maskenpflicht.
Nachrichten-Ticker