Andreas-Gärtner-Stiftung schüttet 737.228 Euro aus
Hilfe für 132 Familien

Porta Westfalica (WB/ca). Etwa 1000 Briefe von Eltern geistig behinderter Kinder sind in diesem Jahr wieder bei der Andreas-Gärtner-Stiftung eingegangen. „Und manche rühren uns zu Tränen“, sagt Birgit Gärtner, die stellvertretende Stiftungsvorsitzende.

Montag, 16.12.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 16.12.2019, 05:04 Uhr
Die Stiftungsvorstände Birgit und Hermann Gärtner freuen sich, vielen Familien geholfen zu haben. Foto: Christian Althoff
Die Stiftungsvorstände Birgit und Hermann Gärtner freuen sich, vielen Familien geholfen zu haben. Foto: Christian Althoff

„Eine Mutter schrieb, ihre Tochter habe schon mit acht Monaten die ersten Wörter sprechen und selbstständig essen können. Es schien ein pfiffiges Mädchen zu sein, doch dann entwickelte es sich plötzlich zurück.“ Das Kind leide am Rett-Syndrom – einer irreparablen neurologischen Störung, die ausschließlich Mädchen zwischen dem achten und dem 18. Monat treffen kann.

„Solche Briefe zwingen uns, zu handeln“, sagt Stiftungsvorstand Hermann Gärtner. 737.228,24 Euro habe die Stiftung 2019 ausgeschüttet – an Institutionen wie die von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel (50.000 Euro), den Wittekindshof in Bad Oeynhausen (40.000 Euro), Eben-Ezer in Lemgo (20.000 Euro), die Diakonie Stiftung Salem in Minden (40.000 Euro) und die Lebenshilfen in Gütersloh, Herford, Bielefeld, Brakel, Höxter und Minden (jeweils 5000 Euro) – aber mit mehr als 550.000 Euro vor allem an 132 Familien. Hermann Gärtner: „Das sind meistens Zuschüsse für den Umbau von Badezimmern, den Kauf rollstuhlgerechter Autos und Therapien, die die Krankenkassen nicht bezahlen.“ In einem Fall habe man einer Familie neue Tapeten und Möbel besorgt: „Ihr geistig behinderter Junge hatte eine Phase, in der er alles zerstört hat.“ Dass das Geld nur Familien zugute kommt, die es wirklich brauchen – darüber wacht Simone Piske, die gute Seele der Stiftung. Sie lässt sich ärztliche Bescheinigungen und andere Unterlagen schicken.

Die Spendenbereitschaft geht zurück

„Leider geht die Spendenbereitschaft zurück, und wir können nicht überall helfen“, sagt Hermann Gärtner. Dass man 2019 trotzdem eine so hohe Summe ausgezahlt habe, liege auch daran, dass WESTFALEN-BLATT-Leser im Jahr 2017 Familien geistig behinderter Kinder mit mehr als 211.000 Euro unterstützt hätten, wodurch die Stiftung weniger eigenes Geld habe verteilen müssen. Um weiterhin helfen zu können, sei nun vereinbart worden, dass die Möbelunternehmen Porta und Boss künftig jedes Jahr eine sechsstellige Summe an die Stiftung spenden werden. Auch soll es in den Möbelmärkten weiterhin eine Aktion geben, bei der Kunden den Rechnungsbetrag beliebig aufrunden können. „Das hat uns in diesem Jahr 160.000 Euro gebracht“, sagt Birgit Gärtner. Helfen soll auch ein Teddy namens „Andi“: 4415 Stück wurden bereits in den Möbelhäusern verkauft, pro Kuscheltier gehen fünf Euro an die Stiftung.

Um für den guten Zweck zu werben, hat die Stiftung ein Weihnachtsvideo produziert, das im Berliner Porta-Möbelhaus und bei Familie Gärtner zu Hause in Porta Westfalica entstand. „Es wurde bei Facebook schon 200.000 Mal angesehen“, sagt Birgit Gärtner. Das Video gibt es auf der Internetseite der Stiftung.

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https://andreas-gaertner-stiftung.de/

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