Feuerwehreinsatz dauert bis in die frühen Morgenstunden
Pilot stirbt bei Flugzeugabsturz: Bergung dauert bis in die Nacht

Porta Westfalica (WB/cm/ca/du). Im Bereich des Flughafens Vennebeck in Porta Westfalica ist am Sonntagnachmittag ein Ultraleichtflugzeug abgestürzt. Der Pilot, ein um die 60-jähriger Mann aus Rinteln (Landkreis Schaumburg), kam dabei ums Leben. Die Feuerwehr war bis Montagmorgen im Einsatz.

Sonntag, 16.08.2020, 16:27 Uhr aktualisiert: 17.08.2020, 14:08 Uhr
Feuerwehrleute beim Einsatz in dem Maisfeld, in das die Maschine gestürzt war. Foto: Michael Horst/Feuerwehr Porta
Feuerwehrleute beim Einsatz in dem Maisfeld, in das die Maschine gestürzt war. Foto: Michael Horst/Feuerwehr Porta

Flugzeugabsturz in Porta

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  • Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst
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Der Alarm kam kurz vor 16 Uhr. Es hieß, ein Flugzeug sei abgestürzt und brenne in einem angrenzenden Maisfeld. Als die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica eintraf, hatten Mitglieder des Luftsportvereins bereits erste Löschversuche mit einem flugplatzeigenen Löschfahrzeug unternommen und mehrere Schneisen in das Maisfeld geschlagen.

Über dem Maisfeld stand eine Rauchwolke. Anfangs war nicht bekannt, um was für ein Flugzeug es sich handelte und wieviele Personen an Bord waren. Im Einsatz waren zwei Löschtrupps unter schwerem Atemschutz, mehrere Rettungswagen und der Rettungshubschrauber Christoph 13. Während der Löscharbeiten wurde eine verstorbene Person eingeklemmt im brennenden Flugzeugwrack entdeckt. Im weiteren Verlauf des Einsatzes konnte ermittelt werden, das es sich um den Piloten handelte. Dieser befand sich alleine in der Maschine.

Experten müssen Sprengpatrone entschärfen

Feuerwehrsprecher Michael Horst: „Er war mit der Maschine unmittelbar nach dem Start in ein Maisfeld neben der Piste gestürzt.” Die Bergung des Wracks und des Toten war zunächst nicht möglich, weil Ul­traleichtflugzeuge eine Sprengpatrone haben, um im Notfall einen Fallschrim herauszuschießen, an dem die Maschine zu Boden schweben kann. Weil nicht klar war, ob der Treibsatz noch scharf ist, wurden Feuerwerker aus Düsseldorf angefordert.

 

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig wurde eingeschaltet.Nach ersten Angaben der Sachverständigen vor Ort, handelt es sich bei dem abgestürzten Flugzeug um ein Ultraleichtflugzeug der Marke „Swiss Excellence Risen“, ein relativer moderner Flugzeugtyp welcher erst kürzlich in Porta Westfalica eingetroffen ist.

Pilot macht Probeflüge

Der Pilot hatte wohl am Sonntag Probeflüge mit der Maschine unternommen und auch das Durchstarten auf der Landebahn geübt. Nach Augenzeugenberichten soll das Flugzeug bei einem Start stark nach links weggezogen und in das Maisfeld eingeschlagen sein.

Die Bergung des Piloten und des Flugzeugs gestaltete sich aufwendig und zog sich über mehrere Stunden hin. Ultraleichtflieger des Typs “Swiss Excellence Risen” sind mit einem ballistischen Rettungschirm ausgestattet, der Pilot kann diesen manuell aktivieren –ein pyrotechnischer Satz (Treibladung) schießt den Fallschirm dann aus dem Flugzeug.

Bagger im Einsatz

Im Bereich des Wracks konnte kein Fallschirm ausgemacht werden, die Einsatzkräfte mussten also von einer aktiven Treibladung im Flugzeug ausgehen, welche durch den Brand eventuell bereits in Mitleidenschaft gezogen worden war. Deswegen wurden Spezialisten des Landeskriminalamtes NRW aus Düsseldorf zur Bergung und Entschärfung zur Einsatzstelle alarmiert. Gegen 22 Uhr trafen die Spezialisten ein und bestätigten eine vorhandene Treibladung im Flugzeug.

Eine Stunde später mussten die manuellen Arbeiten am Flugzeug zur Entschärfung eingestellt werden, da sich die Treibladung unterhalb des Cockpits befand. Daraufhin wurde das Technische Hilfswerk (THW) Bünde mit einem Bagger zur Einsatzstelle alarmiert. Gegen 1 Uhr war der Bagger vor Ort. Die Bergung des Piloten wurde gegen 2.40 Uhr abgeschlossen.

Explosion auf Grünfläche

Der pyrotechnische Satz befand sich intakt und nicht ausgelöst unterhalb des Cockpits, die Spezialisten des LKAs konnten diesen komplett mit dem Fallschirmpaket aus dem Wrack entfernen. Der komplette Satz wurde mit dem Bagger aus dem Maisfeld gefahren, die Treibladung wurde entfernt und gegen 3.15 Uhr mit einer Schneidladung zwischen den Landebahnen auf einer Grünfläche zur Explosion gebracht.

Das Flugzeugwrack wurde mit dem Bagger geborgen und durch ein Bergungsunternehmen abtransportiert. Es wurde sichergestellt um die Unfallursache zu ermitteln.

 

 

 

 

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