Sa., 15.09.2018

Stopp der Holzvermarktung durch das Land um ein Jahr aufgeschoben Waldbauern bekommen mehr Zeit

Das Land vermarktet bald kein Holz aus Privatwäldern mehr.

Das Land vermarktet bald kein Holz aus Privatwäldern mehr. Foto: dpa

Von Bernd Bexte

Preußisch Oldendorf (WB). Die privaten Waldbesitzer in NRW müssen sich bald selbst um die Vermarktung ihre Holzes kümmern. Bislang hatten dabei 45.000 von insgesamt 152.000 die Hilfe des Landesbetriebes Wald und Holz in Anspruch genommen.

Wegen kartellrechtlicher Bedenken hat das Land dieses Verfahren aber gestoppt. Für die Vorbereitung auf die Privatvermarktung bekommen die Waldeigentümer nun aber mehr Zeit: Nach Angaben des Waldbauernverbandes NRW will das Land den Umstellungstermin 1. Januar 2019 um ein Jahr verschieben.

Das habe der Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, Heinrich Bottermann, auf dem NRW-Waldbauerntag in Werl jetzt angekündigt. Das sei erforderlich, »um das Notwendige auch machbar zu machen«.

Waldbesitzer schließen sich zusammen

In Regionen wie dem Münster- und dem Sauerland haben sich private Waldbesitzer bereits zu forstwirtschaftlichen Vermarktungsorganisationen zusammengeschlossen. Wo es solche Institutionen vor Ort gibt, soll der Ausstieg aus der Vermarktung durch das Land allerdings schneller erfolgen.

Ein entsprechender Erlass solle dies regeln, kündigte Bottermann an. Förderrichtlinien für den Aufbau von Holzvermarktungsorganisationen würden bereits im nächsten Monat veröffentlicht. »Interessenten können sich aber schon jetzt direkt an das NRW-Umweltministerium wenden, um Informationen zu erhalten«, teilt der Waldbauernverband mit.

10.000 bis 12.000 Festmeter

In OWL gibt es etwa die Wiehen Holz GmbH in Preußisch Oldendorf. Die 2009 gegründete Gesellschaft vermarktet bereits das Holz von etwa 1000 Waldeigentümern im Altkreis Lübbecke. »Pro Jahr sind es etwa 10.000 bis 12.000 Festmeter. Nach dem Sturm Friederike im Januar wird es in diesem Jahr etwa doppelt so viel sein«, erläutert Benjamin Ahlmeier von Wiehen Holz. »Wir sind der einzige Zusammenschluss dieser Art von Waldbesitzern für Waldbesitzer in der Region.« Derzeit gebe es Bestrebungen von Waldeigentümern in anderen Bereichen OWLs, eine forstwirtschaftliche Vereinigung zur gemeinsamen Holzvermarktung zu gründen.

Vom NRW-Umweltministerium sowie dem Landesbetrieb Wald und Holz war am Freitag keine Stellungnahme zum Aufschub des Endes der staatlichen Holzvermarktung zu erhalten.

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