Sa., 12.01.2019

Neue Souvenirs für Touristen – Vorbereitungen für elektronische Kurkarte Bad Holzhausen geht mit der Zeit

Immer was Neues: Melanie Krause und Christian Streich zeigen Magnet-Sticker, Rucksack und Kuscheltiere aus dem Souvenirs-Sortiment im Haus des Gastes. Richtungsweisender soll aber die Einführung einer elektronischen Kurkarte werden.

Immer was Neues: Melanie Krause und Christian Streich zeigen Magnet-Sticker, Rucksack und Kuscheltiere aus dem Souvenirs-Sortiment im Haus des Gastes. Richtungsweisender soll aber die Einführung einer elektronischen Kurkarte werden. Foto: Arndt Hoppe

Von Arndt Hoppe und Amelie Halstenberg

Preußisch Oldendorf (WB). Um im Wettbewerb zu bestehen, muss die Touristik in Bad Holzhausen immer Neues bieten und mit der Zeit gehen. Dazu gehören nicht nur kleine Dinge wie neue Souvenirs. Es laufen auch die Vorbereitungen für eine elektronische Kurkarte.

»Bei den Souvenirs probieren wir immer mal etwas Neues aus«, erklärt Touristik-Leiter Christian Streich. »Diesmal sind es zum Beispiel Magnet-Sticker mit örtlichen Motiven: Haus des Gastes, Gutswassermühle Burgruine Limberg und unser Bad-Holzhausen-Logo.« Praktisch für Besucher, die gern im Wiehen wandern sind die neuen Rucksäcke, ergänzt Melanie Krause vom Touristik-Büro im Haus des Gastes. »Da sie nur 9,95 Euro kosten, sind sie auch als Mitbringsel geeignet«, weiß sie. »Es gibt nämlich erfahrungsgemäß eine Schmerzgrenze.«

Souvenir-Dauerbrenner

Zu den Dauerbrennern bei den Souvenirs gehören nach wie vor Postkarten (»die meisten unserer Gäste gehören noch zur analogen Generation«) aber auch Spezialitäten aus der Gegend. »Wir haben Marmeladen von Wickemeyer, Honig von Jockheck aus Melle und Tees eines regionalen Anbieters«, sagt Melanie Krause. Verkaufsschlager sind seit langem der »Wiehengebirgstropfen« oder auch der Schnaps in Dosen. »Oft fragen mich auch Großeltern, was sie für ihre Enkel mitnehmen können. Für sie haben wir süße, kleine Kuscheltiere«, sagt Melanie Krause.

Christian Streich erinnert sich: »Als ich 1981 hier in der Touristik anfing, gab es an Souvenirs nur die Wiehengebirgstropfen und Postkarten und einen jährlichen Umsatz von 300 Mark.« Die heutigen etwa 5000 Euro seien zwar auch kein großes Geschäft, aber »das gehört heute einfach dazu«.

Streich weiß auch, dass künftig aber weit mehr von Bad Holzhausen gefordert ist, um bei der Entwicklung Schritt halten zu können. »Auf Anregung und in Zusammenarbeit mit unseren großen Gastbetrieben Holsing Vital, Landhotel Annelie und Pension Stork arbeiten wir zurzeit an der Einführung einer elektronischen Kurkarte.« Sie ist Teil eines größeren Projektes »Gesundheitstourismus 4.0« in Zusammenarbeit mit dem »Tourismus Teutoburger Wald«. Mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und im Rahmen der Regionale 2022 möchte Bad Holzhausen sich für die Zukunft gut aufstellen (wir berichteten).

Elektronische Kurkarte

»Die elektronische Kurkarte ist nur einer von vielen Bausteinen auf diesem Weg. Unser Ziel ist, sie zum 1. April 2020 einzuführen«, sagt Christian Streich. Das neue Verfahren soll die alten von Hand ausgefüllten Kurkarten ersetzen.

Die digitale Technik biete zahlreiche Vorteile. »Zum einen entlastet sie die Mitarbeiter. Die Daten werden direkt bei Gastbetrieben erfasst. Entweder über eine Schnittstelle zur Buchungssoftware oder über eine Maske im Internetbrowser«, erklärt Streich. »Das sind immerhin 8500 Scheine, die jedes Jahr extra ausgefüllt werden müssen.«. Zum anderen erleichtere das neue System auch die statistische Auswertung der Daten bei der Preußisch Oldendorf Touristik. »Was dann mit einem Mausklick funktioniert, ist heute noch mühsame Handarbeit für Melanie Krause im Touristik-Büro mit Excel-Tabellen und Strichlisten«, sagt Christian Streich. Für einige kleinere Betriebe würden aber auch weiterhin Papier-Kurkarten vorgehalten, weil diese nicht über einen Internetzugang verfügen.

Ohne Geld kann die neue Karte allerdings nicht verwirklicht werden. Die elektronische Karte erfordert neue Software, Schulungen, Jahreslizenzen und Vordrucke. Christian Streich schätzt die Kosten im ersten Jahr auf bis zu 16.000 Euro und im zweiten Jahr auf 5000 Euro.

Zahlreiche Zusatzleistungen

Besonders wichtig ist dem Touristik-Leiter der Mehrwert, den die Karte mit sich bringen soll: »Wir möchten möglichst viele Zusatzleistungen mit der neuen Karte verbinden. Das könnte zum Beispiel die kostenlose Busnutzung sein, Wellness-Behandlungen, freier Eintritt in Museen oder Bädern oder vieles mehr.« Um diese Zusatzleistungen bieten zu können, müssten allerdings entsprechende Partner ins Boot geholt werden. Ein nächster Schritt wäre die mögliche Einführung einer »Teutoburger Card« für die gesamte Region, sagt der Tourismus-Fachmann.

Ein großes Vorbild dafür ist für Christian Streich die Urlaubsregion Schwarzwald. Dort gebe es bereits eine »Schwarzwald-Karte«, die zahlreiche solche Zusatzleistungen biete. »Da sind aber auch drei Mitarbeiter ausschließlich mit der Akquise solcher Leistungen beschäftigt«, weiß Christian Streich. »Dort kaufen sich Kommunen ein, um an der Karte beteiligt zu sein, weil sie wissen, dass das Geld wieder reinkommt. Die Gäste erkennen den Mehrwert und sagen sich: Da fahr ich wieder hin.«

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