Di., 30.04.2019

Wurde in Preußisch Oldendorf Desomorphin hergestellt? – mit Video Feuerwehr entdeckte offenbar Drogenlabor

Ermittler von Kripo und LKA untersuchen das Chemikalienlager.

Ermittler von Kripo und LKA untersuchen das Chemikalienlager. Foto: Louis Ruthe

Von Louis Ruthe

Preußisch Oldendorf  (WB). Das Chemikalienlager, das Feuerwehrleute in Preußisch Oldendorf entdeckt haben, ist möglicherweise Bestandteil einer Drogenküche.

Wie berichtet, hatte ein Kabelbrand am Sonntag Feuerwehrkräfte zu einer Halle geführt, in der sie 50 Propangasflaschen und 35.000 Liter Chemikalien fanden. Zwei Männer sollen beim Eintreffen der Feuerwehr weggelaufen und mit einem Wagen entkommen sein, einer soll eine Gasmaske getragen haben.

Verdacht: Herstellung von Krokodil-Droge

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen geht die Polizei dem Verdacht nach, dass dort die synthetische Droge Desomorphin hergestellt wurde, in der Szene Krokodil oder »Kroc« genannt – weil die Haut an der Einstichstelle oft grün wie Krokodilhaut wird. Schon der einmalige Konsum kann irreparable Schäden verursachen.

Zettel in niederländischer Sprache gefunden

Das Polizeipräsidium Bielefeld, das den Fall gemeinsam mit Beamten des Landeskriminalamts bearbeitet, hat die Ermittlungen übernommen. In der Halle wurden Zettel in niederländischer Sprache gefunden, möglicherweise ein Hinweis auf die Herkunft der Täter. »Kessel 1 bereit 17.30« soll zum Beispiel auf holländisch auf einem Stück Papier stehen. Eine Anwohnerin sagte dem WESTFALEN-BLATT, ein silberner Sprinter sei meistens nachts vorgefahren. »Das Rolltor ging kurz hoch, und der Wagen verschwand in der Lagehalle.« Die Fenster der Halle seien abgeklebt gewesen. Nur durch den Dachgiebel habe man Licht flimmern sehen. »Tagsüber hat sich kaum etwas in der Halle getan«, sagte die Frau.

Untermieter der Halle noch nicht ermittelt

Sarah Siedschlag, Sprecherin im Polizeipräsidium Bielefeld: »Wir können bisher nur bestätigen dass in Richtung Herstellung synthetischer Drogen ermittelt wird, aber auch in andere Richtungen.«

Kriminalbeamte vernahmen gestern den Besitzer der Halle, aber auch den Mieter. Der gab an, Teile der Halle untervermietet zu haben. Der angebliche Untermieter konnte aber bislang noch nicht ermittelt werden.

 

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