Fr., 03.05.2019

Lagerhalle in Preußisch Oldendorf rund um die Uhr bewacht – Untersuchung noch nicht abgeschlossen Eines der größten in Deutschland aufgefundenen Drogenlabore

Die Lagerhalle in Börninghausen, einem Ortsteil von Preußisch Oldendorf.

Die Lagerhalle in Börninghausen, einem Ortsteil von Preußisch Oldendorf. Foto: Louis Ruthe

Preußisch Oldendorf (WB/jmg). Nach dem Chemikalienfund in einer Lagerhalle in Preußisch Oldendorf-Börninghausen at die Polizei jetzt bestätigt, dass dort wohl eine Drogenküche untergebracht war.

In einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung des zuständigen Polizeipräsidiums Bielefeld heißt es sogar, dass es sich nach Einschätzungen von Fachleuten des Landeskriminalamts (LKA) um eine der größten bislang in Deutschland aufgefundenen Drogenlabore handele. Wie berichtet, hatten Feuerwehrkräfte nach einem Kabelbrand 50 Propangasflaschen und 35.000 Liter Chemikalien gefunden.

Seit Montag wird die Halle durch Experten des LKA und der Polizei Bielefeld den Angaben zufolge begutachtet. »Demnach dürfte feststehen, dass die Lagerhalle zur gewerbsmäßigen Produktion von synthetischen Drogen im größeren Umfang genutzt wurde «, heißt es in der Mitteilung. Die Spurensicherung sei bislang allerdings noch nicht abgeschlossen – und dürfte noch mehrere Tage andauern. »Die Lagerhalle wird bis dahin rund um die Uhr durch Polizeibeamte bewacht.«

Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen

Von den in der Halle gelagerten Stoffen wurde Polizeiangaben zufolge Proben genommen, die derzeit untersucht würden. Welche Drogen in der Halle produziert worden sind, dazu gaben die Ermittler noch keine Stellungnahme ab, »da die Untersuchungen beim Landeskriminalamt hierzu noch nicht abgeschlossen sind«.

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen geht die Polizei allerdings dem Verdacht nach, dass sogenanntes Desomorphin hergestellt wurde. Ein Stoff, der im Rauschgift-Milieu auch unter dem Namen Krokodil oder »Kroc« bekannt ist. Der Name kam auf, weil die Haut an der Einstichstelle oft grün wie Krokodilhaut wird. Schon der einmalige Konsum kann dem Vernehmen nach irreparable Schäden verursachen.

Spur führt in die Niederlande

Nach den beiden Männern, die unmittelbar nach der Entdeckung des Brandes von der Lagerhalle geflüchtet sein sollen, wird weiterhin gesucht. Die Spur führt in die Niederlande: Der helle Mercedes Vito, in dem die beiden Männer geflüchtet sein sollen, hatte nach Polizeiangaben ein niederländisches Kennzeichen.

Einer der beiden Verdächtigen soll bei seiner Flucht eine Gasmaske getragen haben. Ein weiterer Hinweis auf Verbindung Richtung Niederlande könnten Zettel sein, die nach Informationen dieser Zeitung in der Halle gefunden wurden. Dort sei unter anderem auf Niederländisch zu lesen: »Kessel 1 bereit 17.30.«

Der Ermittlungen liegen beim Kriminalkommissariat zur Bekämpfung organisierter Kriminalität des Polizeipräsidiums Bielefeld. Für den Fall wurde die neunköpfige Ermittlungskommission »Limberg« eingerichtet.

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