NRW-Ministerin spricht bei Jubiläumsfeier zu 25 Jahre Wasserkooperation in Hedem
»Wir brauchen nicht für alles Gesetze«

Preußisch Oldendorf (WB). Wenn sich eine Landesministerin auf den Weg in den nördlichsten Zipfel ihres Zuständigkeitsbereichs begibt, dann muss sie schon einen besonderen Grund haben. Ein solcher Grund war für Ursula Heinen-Esser das Jubiläum 25 Jahre Wasserkooperation Minden-Lübbecke.

Samstag, 15.06.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.06.2019, 06:02 Uhr
Bürgermeister Marko Steiner (links) überreicht der Ministerin Ursula Heinen-Esser die Nachbildung eines Wasserbechers von 235 n. Chr., wie er 1980 bei Grabungen in Hedem gefunden wurde. Mit dabei ist Wilhelm Brüggemeier. Foto: Arndt Hoppe
Bürgermeister Marko Steiner (links) überreicht der Ministerin Ursula Heinen-Esser die Nachbildung eines Wasserbechers von 235 n. Chr., wie er 1980 bei Grabungen in Hedem gefunden wurde. Mit dabei ist Wilhelm Brüggemeier. Foto: Arndt Hoppe

Die NRW-Landwirtschaftsministerin gehörte zu den Ehrengästen und Festrednern bei der Jubiläumsfeier auf dem Gelände des Wasserwerkes in Hedem. Und sie machte ganz klar, wie sehr sie die freiwillige Kooperation zwischen Landwirten und Wasserversorgern für sauberes Trinkwasser schätzt. Die Kooperation zum Trinkwasserschutz bezeichnete sie als ein »Modell für die Zukunft«. »Es ist eine hervorragende Leistung, was sie in 25 Jahren zusammen erreicht haben. Das ist genau der richtige Weg«, sagte sie. In NRW gebe es 114 solcher Kooperationen. Dieses Erfolgsmodell wolle das Land mit mehr Geld ausstatten und weiter ausbauen. Die Zahl von 450 teilnehmenden Landwirten in Minden-Lübbecke zeige das große Interesse, etwas zu tun, um die Grenzwerte einzuhalten. »Wir brauchen nicht für jedes Thema nur Gesetze und Verordnungen«, sagte Heinen-Esser.

Entspannung durch den Wassercent

Damit stimmte sie mit Rainer Meyer überein, dem Kooperationsvorsitzenden und Kreislandwirt, der die zahlreichen Gäste und Festredner begrüßt hatte. »Durch Sprechen kann man mehr erreichen als durch Ordnungsrecht«, sagte Meyer. Er verwies darauf, dass 96 Prozent der Landwirte und 100 Prozent der heimischen Wasserversorger (15 Unternehmen) an der Kooperation beteiligt seien. »Wir haben alle verstanden, worum es geht.«

Rainer Meyer machte deutlich, dass es zu Beginn auch gegenseitiges Misstrauen und Schuldzuweisungen gegeben habe. »Aber wir sind aufeinander zu gegangen.« Die Einführung des »Wassercents« habe zu Entspannung geführt, da eine solche Kooperation schließlich Geld koste. »Natürlich gibt es auch heute noch Diskussionen, aber sie sind sachlich und zielführend«, sagte Meyer.

Ziel ist sauberes Trinkwasser

Für die beiden Seiten der Kooperation blickten Ulrich Rolfsmeyer (Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbands Herford-West) und Werner Weingarz (Geschäftsführer der Wasserkooperation bei der Landwirtschaftskammer) auf die 25 Jahre zurück. So wusste Weingarz zu berichten, dass die Kooperation mit 60.000 Euro gestartet sei, etwa einem Zehntel des heutigen Etats von 690.000 Euro für vorsorgende Gewässerschutzmaßnahmen im Kreisgebiet. Rolfsmeyer lobte die vertrauenvolle Zusammenarbeit. Sowohl das Wasser als auch der Boden hätten ein langes Gedächtnis. »Da geht nichts von heute auf morgen, das ist ein Marathon.«, sagte er. »Wir haben alle ein gemeinsames Ziel: sauberes Trinkwasser.« Mit dem Wasserentnahmeentgelt trage jeder Wasserkunde genau dazu bei, sagte Ulrich Rolfsmeyer.

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