Di., 18.06.2019

Nach Zufallsfund in Preußisch Oldendorf: Spezialfirma entsorgt Chemikalien So sieht es in einem Drogenlabor aus

Die Kessel standen in der Lagehalle. Jetzt wurden sie abtransportiert.

Die Kessel standen in der Lagehalle. Jetzt wurden sie abtransportiert. Foto: Louis Ruthe

Von Arndt Hoppe und Louis Ruthe

Preußisch Oldendorf (WB). Bei einem Brandeinsatz haben Feuerwehrleute in Preußisch Oldendorf per Zufall ein großes Drogenlabor entdeckt. Am Montag hat ein Spezialunternehmen die 35.000 Liter gefährlicher Chemikalien entsorgt.

Fünf Mitarbeiter eines Entsorgungsfachbetriebs aus Iserlohn machen sich in gelber Spezialkleidung und unter Atemschutz am frühen Morgen daran, die gefährlichen Stoffe wegzuschaffen. Die Polizei gewährt vor dem Abtransport einen Einblick in eine der größten jemals in Deutschland entdeckten Drogenküchen.

»Alles, was sie in diesen Räumen sehen, ist zum Herstellen von Drogen genutzt worden«, erklärt Michael Kötter, Sprecher der ermittelnden Bielefelder Polizei. »Die Flüssigkeit auf dem Boden ist nur Wasser. Das heißt, säurefestes Schuhe sind bei der Begehung nicht notwendig.« Nähere Informationen zum Stand der Ermittlungen kann er nicht liefern. »Das ist mit der Staatsanwaltschaft Bielefeld so abgestimmt«, sagt Kötter.

Leicht brennbar und ätzend

Sehr vielsagend ist dagegen der Tatort. In der »Produktionsstätte« zeugt am Montag noch vieles von den Machenschaften der Tatverdächtigen, die am Tag des Brandes das Gebäude fluchtartig verlassen haben sollen. Zeugen sahen damals zwei Männer, die mit einem Transporter davonfuhren.

Noch immer stehen in der zentralen Halle leicht brennbare und ätzende Chemikalien wie Ameisensäure und Phosphorsäure im großen Gebinden auf Paletten oder in kleineren Kanistern auf der Erde. Daneben liegen Säcke mit Soda auf einer Palette, teils angebrochen. Es gibt handbeschriftete Plastiktonnen und Notizen zu Arbeitsabläufen. An diversen Gegenständen und Werkzeugen finden sich Zettel, die die Ermittler offenbar bei der Beweisaufnahme angebracht haben. Beamte der Ermittlungskommission »Limberg« nehmen letzte Proben.

In vier Nebenräumen der Halle, hinter Leichtbauwänden, ist die eigentliche Drogenküche: Acht Kochkessel, zahlreiche Gasschläuche und Lüftungsrohre stehen oder liegen auf dem Boden. Gegenüber ein Behelfsregal aus Holz. Darauf liegen Kochplatten, Glaskolben, Messbehälter und Pipetten. Ein angrenzender Raum zeugt von längeren Aufenthalten der Drogenkocher: wackelige Pritschen und Schaumstoffmatratzen, dazu ein Campingtisch und Stühle aus Plastik. Eine angebrochene Colaflasche steht noch daneben.

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