Di., 18.06.2019

Überwachung der Halle für die Polizei Minden-Lübbecke eine »große Belastung« Börninghausen ist die Chemikalien los

Mit diesen Gerätschaften sind in Börninghausen Drogen nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hergestellt worden.

Mit diesen Gerätschaften sind in Börninghausen Drogen nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hergestellt worden. Foto: Louis Ruthe

Von Arndt Hoppe

Preußisch Oldendorf-Börninghausen (WB). Unbemerkt von den Dorfbewohnern haben Unbekannte schon vor Monaten große Mengen Chemikalien in das Gebäude der ehemaligen Firma Wolkenweich in Börninghausen geschafft. 51 Tage ist es her, dass das geheime Drogenlabor das sie aufgebaut haben, durch Zufall aufgeflogen ist.

Am Montagmorgen waren im Gewerbepark Blumenthal zwei große Lastwagen des Entsorgungsunternehmens Lobbe angerückt. Das fünfköpfige Team aus der Zweigstelle Brilon nahm sich die Räume Stück für Stück vor, um alles aus den von den Kriminellen genutzten Räumen heraus zu räumen. Unbekannte hatten dort nach Erkenntnissen der Ermittlungskommission »Limberg« gewerbsmäßig synthetische Drogen hergestellt. Die geheime Produktionsstätte gehört zu den größten, die die Polizei in Deutschland jemals entdeckt hat.

Der große Lagerraum und die angrenzenden Räume spiegelten wider, dass hier keine kleinen Gelegenheits-Drogenköche am Werk waren. Immer noch standen die Propangasflaschen dort, die zum Befeuern der Kessel dienten. Ätzende Chemikalien wie Ameisensäure und Phosphorsäure lagerten noch kanister- und palettenweise in der Halle. Die Polizei berichtet von 35.000 Litern Chemikalien.

»Allein solche großen Mengen Phosphorsäure sind durchaus gefährlich«

Ralf Lohrie, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Preußisch Oldendorf, hatte den Einsatz bei dem Brand geleitet, der zur Entdeckung des Tatortes geführt hatte. »Wir als Feuerwehr haben damals sofort den ABC-Einsatz ausgelöst, als wir diese Menge von Chemikalien sahen. Dafür ist unter anderem auch das Dekontaminations-Team aus Hüllhorst vor Ort gewesen.«

Dass für die Entsorgung ein Spezialist bestellt werden musste, sei ihm von Anfang an klar gewesen, sagte er. »Allein solche großen Mengen Phosphorsäure sind durchaus gefährlich. Selbst Chemieunternehmen lagern davon meines Wissen keine großen Gebinde.« In den ersten Wochen sei das Gebäude rund um die Uhr von Polizisten bewacht worden. »Seit zwei Wochen hat das ein Sicherheitsunternehmen übernommen«, sagte Lohrie.

Das bestätigte auf Anfrage Thomas Bensch, Sprecher der Polizei Minden-Lübbecke. »Die permanente Bewachung war für uns personal-technisch eine große personelle Belastung. Deshalb haben wir nach Lösungen gesucht. Und die Bielefelder Kollegen, die die Ermittlung leiten, haben dann einen Sicherheitsdienst beauftragt.«

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