Mi., 31.07.2019

Erste »Lit.SommerNight« auf Schloss Hollwinkel in Hedem Ein Abend zum Genießen

Mit rockigen Balladen und sehnsuchtsvollen Liedern ergänzten Julia Kautz (Gesang) und Octavian (Gitarre) die Lesung von Meike Werkmeister. Die erste »Lit.SommerNight« auf Schloss Hollwinkel kam bei den Besuchern gut an.

Mit rockigen Balladen und sehnsuchtsvollen Liedern ergänzten Julia Kautz (Gesang) und Octavian (Gitarre) die Lesung von Meike Werkmeister. Die erste »Lit.SommerNight« auf Schloss Hollwinkel kam bei den Besuchern gut an. Foto: Eva Rahe

Von Eva Rahe

Preußisch Oldendorf-Hedem (WB). Eine frische Sommerlektüre, ein gemütlicher Ort und ein wenig Zeit. Was braucht es mehr, um dem Alltag zu entfliehen und den Moment zu genießen. Genau diesen Wunsch hatte Andreas Oelschläger von der Bücherstube Lübbecke. Er wollte seinen Kunden einen Wohlfühlmoment schenken. Dafür hatte er die »Lit.SommerNight« ins Leben gerufen.

Für dieses Sommer-Event fand er schnell die richtige Besetzung. Die junge Autorin Meike Werkmeister sollte ihr Erstlingswerk »Sterne sieht man nur im Dunkeln« vorstellen. Gesagt, getan. Die Anfrage beim Goldmann-Verlag war positiv und Meike Werkmeister wurde gebucht. Sie schlug vor, ein paar befreundete Musiker mitzubringen. Mit der Sängerin Julia Kautz und Octavian an der Gitarre war das Trio komplett.

Und tatsächlich gelang das, was Andreas Oelschläger sich vorgestellt hatte. Es war ein herrlicher Sommerabend mit einem Windhauch. Zum Empfang gab es kühle Getränke und ein paar kleine Knabbereien. Die alte Remise auf Schloss Hollwinkel spendete Ruhe und ein Gefühl von Geborgenheit. Nachdem die zahlreichen Gäste es sich bequem gemacht hatten, konnte die Lesung beginnen. Als Meike Werkmeister das erste Kapitel ihres Romans las, herrschte gespannte Stille. Es ging um Anni, eine Frau in den Mittdreißigern, die plötzlich vor der Entscheidung steht, entweder in den sicheren Hafen der Ehe zu segeln oder ihre Ziele noch einmal komplett neu zu überdenken. Sie entscheidet sich für Letzteres und nimmt eine Auszeit auf Norderney. Natürlich lernt sie dort den unbefangenen Surfer Simon kennen, der Annis Traum vom Leben ohne Grenzen wörtlich nimmt.

Andreas Oelschläger (links) und seine Mutter Renate Oelschläger (rechts) hatten die Idee für eine Lesung mit Sommer-Charme. Die junge Autorin Meike Werkmeister war genau die richtige Wahl. Foto: Eva Rahe

Generation X

In ihrem Buch erzählt Meike Werkmeister aber nicht nur die Geschichte von Anni. Sie schreibt vielmehr vom Gefühl einer ganzen Generation. Einige der Generation X, die ihre wilde Jugend in den 90ern erlebten, sind heute langsam aus der Grunge- und Technophase herausgewachsen. Sie haben Familien gegründet, sich ein Haus gebaut und steigen in der Karriereleiter allmählich nach oben. Meike Werkmeister beschreibt sie treffend mit dem Satz: »Keiner von uns konnte besonders gut tanzen, was uns jedoch nie davon abhielt, es so ausgelassen wie möglich zu tun.«

Als typisches Kind dieser Generation ist es nicht erstaunlich, dass Meike Werkmeister nicht alleine auftrat, sondern sich Verstärkung holte. Julia Kautz sang Lieder, die an der Gitarre von dem jungen Musiker Octavian begleitet wurden.

Mit melodischer und klarer Stimme sang die Singer-Song-Writerin Julia Kautz Lieder voller Sehnsucht, die von dem Lebensgefühl der erwachsen gewordenen Generation X erzählten. Beispielhaft dafür war der Song »Verliebt in Kurt Cobain«.

Bei »Bravo« kennengelernt

Zu dritt schafften es die Künstler, das Publikum vollkommen für sich einzunehmen. Sie waren ein eingespieltes Team und gaben in kleinen, kurzweiligen Sequenzen immer wieder Einblicke in ihre Arbeit und ihre Freundschaft. Meike Werkmeister und Julia Kautz lernten sich vor langer Zeit bei der Teenie-Zeitung »Bravo« kennen, wo sie beide in der Redaktion arbeiteten. Seitdem haben beide ihre Träume verwirklicht. Die eine ist Sängerin geworden, die andere schreibt Bücher. Genau das hätten sie sich erträumt, erzählt Meike Werkmeister.

Die 150 Gäste, die eine der begehrten Karten ergattern konnten, genossen ein wunderbares Sommer-Event, bei denen die Künstler ihre Geschichten authentisch und lebensnah herüberbrachten. Damit war der Wunsch von Andreas Oelschläger in Erfüllung gegangen. Dieser war zum Schluss so überwältigt von der Resonanz und der guten Stimmung, dass er sich gerührt bei allen Mitwirkenden für die tolle Veranstaltung bedankte. Vor allem aber bedankte er sich bei seiner Mutter, die die Autorenlesungen vor vielen Jahren ins Leben gerufen hatte.

Gut gelaunt und mit einem beschwingten Gefühl im Bauch wurden die Gäste an diesem Abend in die laue Sommernacht entlassen.

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