Do., 22.08.2019

Heimatpfleger bringt Teile des Bad Holzhausener Archiv ins Internet Historie wird digital erlebbar

Bad Holzhausens Ortsheimatpfleger Friedrich Helmig (links) macht nach und nach ausgewähltes Material aus dem Archiv im Internet zugänglich. Die Dokumente hat zum großen Teil schon sein Amtsvorgänger Willi Koch (Mitte) zusammengetragen. Über das Engagement der beiden freuen sich Horst Niedermeier und Waltraut Gusowski von der Vereinsgemeinschaft.

Bad Holzhausens Ortsheimatpfleger Friedrich Helmig (links) macht nach und nach ausgewähltes Material aus dem Archiv im Internet zugänglich. Die Dokumente hat zum großen Teil schon sein Amtsvorgänger Willi Koch (Mitte) zusammengetragen. Über das Engagement der beiden freuen sich Horst Niedermeier und Waltraut Gusowski von der Vereinsgemeinschaft. Foto: Arndt Hoppe

Von Arndt Hoppe

Preußisch Oldendorf-Bad Holzhausen (WB). Wer sich für die Geschichte Bad Holzhausens interessiert, findet jetzt viele Karten, Bilder und Informationen auch im Internet. Ortsheimatpfleger Friedrich Helmig hat begonnen, das Material, das schon sein Vorgänger Willi Koch zusammengetragen hat, online zugänglich zu machen.

Seit Anfang dieses Jahres hat Helmig angefangen, die historischen Fundstücke mit technischer Unterstützung von Bernd Lömker auf der Homepage www.bad-holzhausen.info der Vereinsgemeinschaft Bad Holzhausen unter dem Punkt »Historisches« zu veröffentlichen. Willi Koch, der inzwischen 89 Jahre alt ist, hatte sein Amt als Ortsheimatpfleger 2007 an Friedrich Helmig übergeben.

»Willi hatte das Amt seit 1982 inne. Und ich habe ihm immer gesagt: Mach so lange weiter, wie du willst, dann übernehme ich«, sagt Friedrich Helmig. Schon länger habe er die Idee gehabt, Teile der historischen Sammlung seines Vorgängers digital zugänglich zu machen. »Digital ist für mich selbstverständlich«, sagt der Pensionär, der beruflich mit bildgebender Diagnostik in der Medizin befasst war. »Da waren digitale Dateien schon lange wichtiger als Dokumente aus Papier.«

Viele Dokumente lägen im Lübbecker Stadtarchiv, manches in Minden

Aber das Archiv, das Willi Koch über Jahrzehnte aufgebaut hat, ist natürlich noch auf viel Paper verewigt. »Als ich anfing, da gab es ja nichts«, erinnert sich der 89-Jährige. Es sei schon recht mühselig gewesen, die Informationen aus den verschiedenen Archiven zusammenzutragen. Viele Dokumente lägen im Lübbecker Stadtarchiv, manches in Minden. Aber er sei auch 20 Mal ins Landesarchiv nach Münster gefahren, sagt er. »Das waren zum Teil Akten, in die seit 1930 niemand mehr reingeguckt hatte, wie man Einträgen entnehmen konnte.«

Friedrich Helmig zeigt im Geschichtszimmer im Haus des Gastes die Karte mit den Adelssitzen: Rittersitz Brüggehof, Rittergut Holzhausen, Burg Hudenbeck, Schloss Crollage und die Fiegenburg. Foto: Arndt Hoppe

Friedrich Helmig hat zwar schon einiges aus dem Archiv zu sich geholt, aber noch heute sind die vielen Unterlagen, von Akten und Karten bis hin zu historischen Fotografien, an verschiedenen Stellen im Haus der Kochs aufbewahrt. »Wir sprechen dann darüber, was wir behalten wollen und was digitalisiert werden könnte«, sagt Helmig. Die Einordnung in unterschiedliche Themenbereiche hat der Ortsheimatpfleger auch auf der Internetseite vorgenommen.

»Die Leute schauen ja nicht, was ist im Jahr 1345 in Holzhausen passiert. Die gehen eher nach thematischen Schwerpunkten«, sagt er. Auf der Homepage der Vereinsgemeinschaft finden sich unter »Historisches« 15 Unterpunkte. Dazu zählen neben der Chronik seit dem Jahr 1033 Stichworte wie historisches Heilbad, Handwerk Heddinghausen, Schule oder auch spezielle Orte wie die Bahnhofstraße oder der Mühlenweg. »Ein Augenmerk haben wir auch auf die Adelshöfe Holzhausens gelegt. Davon gab es in Holzhausen fünf, die zum Teil noch erhalten sind«, erklärt Helmig. So sei zum Beispiel das Haus des Gastes 1558 als Gutshaus des Rittergutes Holzhausen erbaut worden. Nachdem es verschiedenen Familien als Adelssitz diente, wird es seit 1980 touristisch genutzt.

Neue Webseite ist online

Koch und Helmig geraten schnell ins Fachsimpeln über die Ortsgeschichte. So zum Beispiel über die Geschichte der Ortsteile Heddinghausen, Glösinghausen und Holzhausen. »Den Glösinghauser Kirchweg kennen viele Leute heute gar nicht mehr«, sagt Willi Koch. Zu Willi Kochs 80. Geburtstag ist 2010 darin ein Geschichtszimmer eingerichtet worden. Darin ist auch eine kleine Ausstellung enthalten.

Weit mehr historisches Material finden alle Interessierten jetzt schon im Internet, wobei der Ortsheimatpfleger betont: »Das ist nur der Anfang.« So stehe zum Beispiel ein weiterer Unterpunkt davor, online gestellt zu werden. »Das neue Thema ist die Geschichte des Kurparks.«

Bernd Lömker, der den technischen Part übernimmt, ist außerdem aktuell damit befasst, die Online-Darstellung neu zu gestalten. »S ie ist bereits unter einer neuen Internetadresse aufzurufen «, sagt er.

Vereinsgemeinschaftsvorsitzende Waltraut Gusowski freut sich über den Einsatz der heimischen Geschichtskenner. »Das ist ein Service für alle, die an der Ortsgeschichte interessiert sind.« Fündig werden sie im Internet.

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