Sa., 14.09.2019

Kritik von der SPD: Marvin Schrodke und Carsten Scholz sehen Verwaltung im Glashaus Neuigkeiten von der Unkraut-Front

Die Stadt kommt ihren eigenen Verpflichtungen bei der Grünpflege nicht nach, so der Vorwurf der SPD. Die Genossen untermauern ihre Vorwürfe mit Bildern wie diesem aus der Umgebung des Mühlenbachs.

Die Stadt kommt ihren eigenen Verpflichtungen bei der Grünpflege nicht nach, so der Vorwurf der SPD. Die Genossen untermauern ihre Vorwürfe mit Bildern wie diesem aus der Umgebung des Mühlenbachs.

Preußisch Oldendorf (WB/wk). Der Streit um die Grünpflege in Preußisch Oldendorf und seinen Ortsteilen wird zu einer Fortsetzungsgeschichte. Nach der Putzaktion an den Bushaltestellen von Schröttinghausen und dem Zwist um das Unkraut von Hedem sieht der SPD-Ortsverein nun dringenden Handlungsbedarf in der Oldendorfer Schweiz.

Wie in Hedem flatterte offenbar auch hier einigen Bürgern ein Schreiben der Stadt ins Haus, das sie zur Grünpflege auf den Bürgersteigen auffordert. Wie der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Marvin Schrodke mitteilt, beruft sich die Stadt dabei erneut auf die alte Straßenreinigungssatzung. Obwohl das Vorgehen der Stadt formal nicht zu beanstanden ist, übt Ratsherr Carsten Scholz Kritik an der Verwaltung: »Die Stadt sollte ihr Handeln künftig überdenken. Es gibt im Stadtgebiet genügend städtische Flächen, die einen ungepflegten Eindruck hinterlassen.« Wer im Glashaus säße, sollte nicht mit Steinen schmeißen, heißt es von Scholz.

Ortstermin in der Oldendorfer Schweiz

Seit zwei Jahrzehnten setze sich der Ratsherr dafür ein, dass städtische Anlagen gepflegt werden. Früher habe Scholz mit der inzwischen ausgeschiedenen Bauhofleitung ein Ansprechpartner zur Verfügung gestanden, der Hinweise gerne aufgenommen und Missstände umgehend beseitigt habe. Heute sähe das anders aus.

Zusammen mit Scholz nahm Schrodke einen Ortstermin in der Oldendorfer Schweiz wahr. Der Zustand der Grünanlagen am Mühlenbach habe ihn mehr als erschrocken, so Schrodke.

Von einer Anwohnerin habe man erfahren, dass auch sie ein Schreiben der Stadt bekommen hat. In diesem sei sie aufgefordert worden, ihren Bürgersteig 14-tägig zu pflegen. Nach ihrem Einspruch habe die Stadt allerdings einräumen müssen, dass die Stadt Eigentümerin des angrenzenden Grundstücks ist. Nun würde die Anwohnerin darauf warten, dass der Bürgersteig, wie im Anschreiben gefordert, 14-tägig gereinigt werde. Bislang habe sich nichts getan. Die Frau wird von Schrodke mit den Worten »Ich fühle mich auf den Arm genommen« zitiert.

Hinweise auf Missstände

Die Reinigung der Gullys hat die Stadt extern vergeben. Aus einigen Gullys wächst offenbar Unkraut, wie der Ortstermin ergab. Ratsherr Scholz will den Bürgermeister wiederholt auf Missstände hingewiesen haben, vor allem bei der Pflege des Bachlaufes und des angrenzenden Fischteiches. Schrodke hat festgestellt, dass der Bachlauf völlig verkrautet und durch Wildaussaaten stark bewachsen ist. An der schmalsten Stelle sollen Bach und Fußweg nur 50 Zentimeter trennen. Hätte der Bach auf Grund der anhaltenden Trockenheit nicht so wenig Wasser geführt, wäre der Fußweg möglicherweise schon unterspült, so die Genossen.

Schrodke, süffisant: »Eine Verweigerung von Pflegearbeiten hat nichts mit einer eventuell angedachten Renaturierung von Bachläufen zu tun.« Zudem sei der angrenzende Fischteich als solcher nicht mehr erkennbar. Vor ein paar Jahren erhielt der Teich eine neue Einzäunung. Schon damals, so Schrodke, sei prophezeit worden, dass der Zaun nicht dem Schutz diene, sondern einzig und allein Pflegearbeiten innerhalb der Einzäunung verhindern soll. Tatsächlich habe der Teich seither keinerlei Pflege erhalten. Schrodke: »Hier können die Reptilien und Säugetiere als Bach- und Teichanwohner wirklich froh sein, keine Postadresse zu besitzen, sonst hätte die Stadt auch an diese Anwohner bestimmt schon Pflegeaufforderungen verschickt.«

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