Di., 15.10.2019

Gericht verurteilt Preußisch Oldendorfer zu Geldstrafe und bescheinigt »sehr rohes Verhalten« Hundetrainer tritt Labrador zu Tode

Labradore wie dieser Rettungshund gelten als besonders gutmütig und gelehrig. In Espelkamp ist ein Labrador in einer Hundeschule von seinem Trainer tödlich verletzt worden.

Labradore wie dieser Rettungshund gelten als besonders gutmütig und gelehrig. In Espelkamp ist ein Labrador in einer Hundeschule von seinem Trainer tödlich verletzt worden. Foto: Peter Steffen/dpa

Von Jan Lücking

Preußisch Oldendorf/Espelkamp (WB). Ein 34-jähriger Hundetrainer aus Preußisch Oldendorf ist vom Amtsgericht Rahden zu einer Geldstrafe in Höhe von 1600 Euro verurteilt worden: wegen Tierquälerei. Vor Gericht gestand der Mann, einen dreijährigen Labrador so stark getreten zu haben, dass das Tier an seinen schweren inneren Verletzungen gestorben ist.

Die Staatsanwaltschaft legte dem Angeklagten mit deutscher Staatsbürgerschaft zur Last, dem Tier »aus Rohheit wesentliche Schmerzen und Leiden zugefügt und es damit ohne vernünftigen Grund getötet zu haben«, so der Wortlaut in der Anklageschrift.

Angeklagter hat den Hund mehrfach mit Gummistiefeln getreten

Der Vorfall ereignete sich am 24. Oktober 2018 in einem Hundeausbildungszentrum in Espelkamp. Dort bildete der Preußisch Oldendorfer bis zu diesem Tag Begleitschutzhunde aus. Auch den dreijährigen Labrador. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beschrieb den Tathergang in der Verhandlung so: Der Angeklagte habe »den Hund mehrfach mit Gummistiefeln beschuhten Füßen gegen den gesamten Körper« getreten. Das Tier habe dadurch innere Verletzungen erlitten, insbesondere die Leber sei durch die Tritte »völlig zerfetzt« worden. Obwohl die Eigentümerfamilie ihren Hund umgehend zum Tierarzt gebracht habe, sei das Leben des Hundes nicht mehr zu retten gewesen.

Das Vergehen gegen das Tierschutzgesetz wurde vom Angeklagten eingeräumt und gar nicht bestritten. Eine ausführliche Beweisaufnahme war daher vor Gericht nicht mehr notwendig.

Der Angeklagte ließ seinen Anwalt Angaben zu seinen Vermögensverhältnissen machen. Der 34-Jährige bildete bis vor einem Jahr als selbstständiger Hundetrainer Begleitschutzhunde für einen Sicherheitsdienst aus – bis das Veterinäramt des Kreises ihm aufgrund des Vorfalls in Espelkamp seine Erlaubnis, selbst Hunde auszubilden, entzog. Jetzt führt ein Angestellter diese Ausbildung von Begleitschutzhunden weiter. So bleibt dem Preußisch Oldendorfer aus der Vergütung durch das Sicherheitsunternehmen nicht mehr viel Geld übrig für sich und Unterhaltszahlungen an seine Kinder aus einer früheren Beziehung. Der Anwalt bezifferte das monatliche Einkommen seines Mandanten aus seiner Hundeschule auf 600 Euro monatlich.

Veterinäramt wird sich um Gewerbeuntersagung kümmern

Die Staatsanwaltschaft führte zur Entlastung des Angeklagten auf, dass dieser den Tatvorwurf eingestehe, betonte aber den schweren Verlust des verstobenen Hundes für die geschädigte Familie. Darüber hinaus habe der Angeklagte eigentlich eine Vertrauensstellung als Tiertrainer gehabt, sagte die Staatsanwältin und forderte eine Geldstrafe von 2000 Euro in ihrem Plädoyer. Der Verteidiger hielt eine Strafe von 1600 Euro für angemessen.

Letztendlich folgte das Amtsgericht in der Strafzumessung dem Plädoyer des Anwalts – wegen des geringen Einkommens. Dem Angeklagten wurde auch die Möglichkeit eingeräumt, die Geldstrafe in monatlichen Raten in Höhe von 50 Euro abzuleisten. Sollte der Angeklagte in Verzug kommen, werde die gesamte Reststrafe sofort fällig, führte der Richter aus. Außerdem muss der Preußisch Oldendorfer die Kosten des Verfahrens tragen. Die Tat zeige »ein sehr rohes Verhalten« des Angeklagten, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Und er werde sich noch weiter mit dem Veterinäramt wegen einer Gewerbeuntersagung auseinandersetzen müssen.

Kommentare

Tierquäler!!

Ihm wurde also angeblich seine Erlaubnis entzogen ja?! Wieso trainiert er dann immer noch Hunde?

HUNDETRAINER=HUNDEQUÄLER

Das ist niemals ein Trainer - eher ein Hundequäler

Neue Hundeschule

Warum darf dieser Typ in einem anderen Bundesland eine neue Hundeschule aufmachen???

3 Kommentare

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