Betrieb bei Karl W. Niemann in Preußisch Oldendorf geht weiter – Suche nach Investor
Möbelzulieferer stellt Antrag auf Insolvenz

Preußisch Oldendorf (WB). Die Firma Karl W. Niemann GmbH & Co. KG mit Sitz in Preußisch Oldendorf, ein renommierter Zulieferer für die Möbelindustrie, hat in der vergangenen Woche einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Bielefeld ordnete das vorläufige Verfahren über das Vermögen der Gesellschaft an und bestellte den Sanierungsexperten Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Ebenfalls in einem vorläufigen Insolvenzverfahren befindet sich das Tochterunternehmen, die Niemann Formholztechnik GmbH & Co. KG. Auch für diese Gesellschaft wurde Meyer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Dienstag, 10.03.2020, 06:00 Uhr
Die Firma Niemann fertigt Frontteile und Plattenware für namhafte große Möbelhersteller von beispielsweise Küchen. Foto:
Die Firma Niemann fertigt Frontteile und Plattenware für namhafte große Möbelhersteller von beispielsweise Küchen.

Die traditionsreiche Firma Karl W. Niemann gehört zu den führenden Herstellern von hochwertigen kunststoffbeschichteten Möbelteilen und Verbundwerkstoffen. Das familiengeführte Unternehmen fertigt Frontteile und Plattenware für namhafte große Möbelhersteller von Küchen, Schlafzimmern, Badmöbeln und Büros im In- und Ausland. Die Exportquote wurde in den vergangenen Jahren weltweit auf nahezu 50 Prozent gesteigert. Der Ursprung der Gesellschaft geht auf das Jahr 1832 zurück, als Friedrich Wilhelm Wilcke mit seiner Tischlerei begann. Die Gründung der Gesellschaft erfolgte 1954.

Die Niemann Formholztechnik GmbH wurde 2011 gegründet und ist spezialisiert auf den seriellen Möbelbau und die Fertigung von Formholzteilen, da in den vergangenen Jahren der Trend hin zur Individualität geht. Die Karl W. Niemann GmbH & Co. KG beschäftigt 92 Mitarbeiter, bei der Niemann Formholztechnik GmbH & Co. KG sind 31 Arbeitnehmer angestellt. Die Gehälter sind über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert.

Liquiditätsschwierigkeiten

Grund der Antragstellung sind Liquiditätsschwierigkeiten. Beide Unternehmen verzeichneten rückläufige Umsätze und mussten in den vergangenen beiden Jahren deutliche Verluste hinnehmen. Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters ist es, eine belastbare Restrukturierungs- und Sanierungslösung für beide Möbelzulieferer zu finden.

Rechtsanwalt Stefan Meyer: „Der Geschäftsbetrieb beider Gesellschaften wird uneingeschränkt fortgeführt. Wir haben bereits die Mitarbeiter informiert, die sehr motiviert sind. Die Kunden können weiter auf die Qualität der Produkte vertrauen. Nach einer ersten Stabilisierungsphase werden wir uns auf die Suche nach einem Investor begeben.“ Meyer wird in beiden Verfahren unterstützt von den Rechtsanwälten Christoph Chrobok und Philip Konen sowie weiteren Diplom-Betriebswirten und -Kaufleuten.

Der geschäftsführende Gesellschafter Wilfried Niemann sagt: „Die Lage ist herausfordernd. In den kommenden Wochen werden wir den vorläufigen Insolvenzverwalter und sein Team intensiv unterstützen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine langfristige Lösung erzielen werden.“

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