Bäckerei Schmidt und Fleischerei Reinköster bieten in der Corona-Krise besonderen Service an
Brot und Würstchen kommen aufs Dorf

Lübbecke/Preußisch Oldendorf (WB). Auf den ersten Blick ist die Schlange ziemlich lang. Aber wer genauer hinsieht, bemerkt, dass es große Lücken gibt – die etwa ein dutzend Wartenden halten Abstand.Das „Schmidtmobil“ steht am Mittwochmorgen für eine dreiviertel Stunde am Kindergarten in Schröttinghausen, und viele Dorfbewohner freuen sich über das Lebensmittel-Angebot ganz in der Nähe.

Freitag, 03.04.2020, 06:00 Uhr
Gut gelaunt betreuen Anita Heyn und Heidi Brinkmeier das „Schmidtmobil“ in Schröttinghausen. Erika Meiering (links) war extra aus Harlinghausen herübergekommen, um den Service zu nutzen und Brot und Fleisch einzukaufen. Foto: Eva Rahe
Gut gelaunt betreuen Anita Heyn und Heidi Brinkmeier das „Schmidtmobil“ in Schröttinghausen. Erika Meiering (links) war extra aus Harlinghausen herübergekommen, um den Service zu nutzen und Brot und Fleisch einzukaufen. Foto: Eva Rahe

Auch Familie Metka. Mama Eva-Lotta und Oma Gisela warten entspannt mit ihren drei Kindern, bis sie an der Reihe sind. Sie freuen sich, dass der Wagen mit Back- und Fleischwaren nun zwei Mal in der Woche zu ihnen in den Ort kommt. „Es ist schon toll, mal wieder andere Menschen zu sehen“, erklärt Eva-Lotta Metka. Aber noch besser sei es, dass sie nun direkt im Ort Lebensmittel kaufen könnten. „Das könnte eigentlich immer so sein“, fügt sie an.

Mobil ist vor allem in Orten, wo es nur wenige Geschäfte gibt

Alexander Tiemeyer (links) freut sich über den Einkauf vor Ort. Der gebürtige Alsweder lebt eigentlich in Köln und macht jetzt Home-Office bei seinen Eltern.

Alexander Tiemeyer (links) freut sich über den Einkauf vor Ort. Der gebürtige Alsweder lebt eigentlich in Köln und macht jetzt Home-Office bei seinen Eltern. Foto: Eva Rahe

Das Schmidtmobil ist eine Kooperation der Bäckerei Schmidt aus Hedem und der Fleischerei Reinköster aus Blasheim. Die Idee, einen mobilen Kaufladen einzusetzen, hatte Martin Manski, Geschäftsführer bei Schmidt, als durch die Corona-Krise die Umsätze zurückgingen. „Wir merken daran, dass wir nicht mehr so viele Kunden erreichen.“ Viele ältere Menschen könnten nicht mehr zu ihnen in die Filialen kommen, da sie nicht mehr so mobil seien. Da hätten sie die Idee mit den Verkaufswagen gehabt. „Wenn die Menschen nicht zu uns kommen können, kommen wir halt zu den Menschen aufs Dorf.“

Nun fährt das Schmidtmobil die verschiedensten Dörfer in der Region an, und zwar von Hücker Aschen in Spenge bis Preußisch Ströhen in Rahden. Dabei haben sich die Organisatoren vor allem Orte ausgesucht, wo kein Lebensmittelladen vor Ort und keine Schmidtfiliale in der Nähe ist. Um möglichst viele Orte zu erreichen, steht ein Mobil immer nur für eine knappe Stunde an einem Standort, dann geht es weiter zum nächsten Dorf.

Insgesamt sind zwei Verkaufswagen unterwegs

Betreut werden die Mobile – es sind insgesamt zwei Verkaufswagen unterwegs – jeweils von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter von Schmidt und von Reinköster. So wie zum Beispiel in Schröttinghausen am Spielplatz, wo das Schmidtmobil mittwochs und freitags steht. Am Mittwoch sind Anita Heyn und Heidi Brinkmeier an Bord. Heidi Brinkmeier betreut den Fleischereiverkauf der beiden Wagen und fährt den einen auch selber von Dorf zu Dorf. Im Angebot sei immer eine Auswahl der aktuell am besten laufenden Produkte, erklärt Heidi Brinkmeier. Das seien zur Zeit noch die klassischen Kochprodukte, wie Rauchenden, Kasseler oder Suppenfleisch. Es gebe aber natürlich auch Kurzgebratenes, Würstchen und abgepackten Aufschnitt. „Wenn die Grillsaison losgeht, haben wir natürlich auch mehr Grillfleisch im Wagen“, so Brinkmeier.

Da der Platz begrenzt ist, verkauft auch Schmidt im Wagen vor allem die Backwaren, die zur Zeit am besten laufen. Wer seine Lieblingsartikel im Wagen nicht findet, kann sie für den nächsten Besuch des Mobils vorbestellen. Hierfür liegen im Wagen Bestellzettel aus.

Martin Manski freut sich, dass das Angebot so gut angenommen wird. „Mit den mobilen Verkaufswagen können wir unsere Kunden auch in diesen schwierigen Zeiten weiterhin erreichen. Das ist uns wichtig, auch wenn wir damit nicht den großen Umsatz machen“, erklärt er. Zunächst sollen die „Schmidtmobile“ bis Ende April im Einsatz sein. Danach müsse man dann schauen, wie es weitergehe, so Manski.

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