Vorbereitung in Preußisch Oldendorf – Saisonstart ungewiss – Abstandsproblem gelöst
Bahn frei für das Schwimmvergnügen?

Preußisch Oldendorf (WB/bir). Seit vier Wochen schon sind Marco Petring und Vincent Kreth im Preußisch Oldendorfer Freibad mit den Vorbereitungen beschäftigt. Regulär blieben ihnen weitere vier Wochen zum Saisonstart. Doch der ist wie vieles andere auch zurzeit von der behördlichen Freigabe abhängig.

Dienstag, 21.04.2020, 09:00 Uhr
Marco Petring, Fachkraft für Bäderbetriebe, bereitet schon seit Wochen das Preußisch Oldendorfer Freibad für die Saison vor. Ob es dazu kommt, hängt ist noch ungewiss. Foto: Silke Birkemeyer
Marco Petring, Fachkraft für Bäderbetriebe, bereitet schon seit Wochen das Preußisch Oldendorfer Freibad für die Saison vor. Ob es dazu kommt, hängt ist noch ungewiss. Foto: Silke Birkemeyer

Strahlend blau und blitzeblank, so präsentiert sich das Kinderbecken im Sonnenschein und macht Lust auf die kommenden Badesaison. Auch die mit dem Hochdruckreiniger bearbeiteten Außenflächen, die sorgsam gereinigten Ablaufrinnen und der bereits zum vierten Mal gemähte Rasen lassen auf den ersten Blick vermuten, dass die Vorbereitungen laufen wie im Normalbetrieb laufen.

So ist es auch, berichtet Marco Petring, der als Fachkraft für Bäderbetriebe schon seit vielen Jahren in Früh- oder Spätschicht für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Bereits seit Mitte März, so der angestellte Bademeister der Miet-Schwimmmeister-Service Heino Kruse GmbH aus Rahden, sei er mit einem Kollegen vor Ort. Zuerst hätten sie die Schaltzentrale, also das Schwimmmeister-Häuschen, aus dem Winterschlaf geweckt, Wasser auf die Leitungen gegeben und die Toiletten in Betrieb genommen. Dann hätten die umfangreichen Vorbereitungen im Außenbereich begonnen.

Noch sehen die Becken nach „Wintermodus“ aus

Noch sind die Becken mit dem Restwasser vom Vorjahr gefüllt und sehen nach „Wintermodus“ aus. Vereinzelte Blätter schwimmen auf der Oberfläche des nicht mehr ganz klaren Wassers. Neun Monate Stillstand haben ihre Spuren hinterlassen. Ob und wann das Wasser letztendlich für einen Start in die Saison eingelassen werden kann, konnte zum Wochenbeginn noch niemand vom Schwimmmeister-Team beantworten.

Mit diesem Teil der Arbeiten und damit auch den finalen technischen Vorbereitungen wird erst begonnen, wenn die behördliche Freigabe vorliegt. Eigentlich, so der erfahrene Bademeister, steht dem Start nichts im Wege. „Die richtig vollen Tage können wir doch an einer Hand abzählen. Und 150 Gäste an normalen Tagen auf 14 Stunden verteilt lassen sich bewältigen“, so seine Einschätzung.

Mit Blick auf die zurzeit gut sichtbaren Tauchstreifen schmunzelt er. Die Überprüfung mit dem Zollstock macht es deutlich: Mindestabstand von zwei Metern? Kein Problem. Getrennte Duschen, ein separater Ein- und Ausgangsbereich, keine Wartezeiten an der Kasse: das alles hört sich erst einmal nach optimalen Bedingungen an. Ob diese spezifischen Voraussetzungen im Preußisch Oldendorfer Freibad reichen, um planmäßig am 10. Mai zu starten ist auch für Stefan Mochmann von der Betreiberfirma ungewiss.

Der Totalausfall ist eher ausgeschlossen

„Wir informieren uns Woche für Woche über die Medien und haben diesbezüglich keinen Wissensvorsprung vor allen anderen Bürgern“. Eine Verzögerung kann er sich vorstellen – einen Totalausfall dagegen nicht. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Dieser regelt die mittlerweile bekannte Abstandsproblematik sowohl im Wasser wie auch im Außen- und Kassenbereich, die hygienischen Anforderungen in den Toiletten und Duschen. „Wir sind in Preußisch Oldendorf ziemlich optimal aufgestellt. Wir haben getrennte Eingänge für die sanitären Anlagen und Einzelduschen. Das ist nicht in allen Freibädern so.“ Sitz- und Griffflächen regelmäßig zu desinfizieren sei kein Problem und alle Vorbereitungen seien getroffen, so der Fachmann.

Letztendlich sei aber die persönliche Einschätzung der Fachleute vor Ort nicht maßgebend, sondern die bindenden Regelungen des Bundes und Landes, sagte Mochmann. Eine Infektionsgefahr im Wasser, so ergänzt, sei durch den Chlorgehalt nahezu ausgeschlossen. Dies habe das Umweltbundesamt bereits bestätigt. Nun heißt es also für die Früh- und Dauerschwimmer abwarten und hoffen, dass mit der Eröffnung der „Perle in der Schweiz“ ein weiteres Stück Normalität in den Alltag zurückkehren kann. Ein letzter Schritt gemäß Pandemieplan wäre dann eine Einlassbeschränkung und die Vergabe von festen Schwimmzeiten und Bahnen. Bahn frei also für das besondere Vergnügen.

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