Kirchplatzsanierung in Preußisch Oldendorf abgeschlossen – Wege und Flächen neu angelegt
Übers neue Pflaster zum Gottesdienst

Preußisch Oldendorf (WB). Nach dreimonatiger Bauzeit ist die ISEK-Baumaßnahme rund um die St.-Dionysius-Kirche abgenommen worden. Zum Probegottesdienst unter Corona-Auflagen am vergangenen Wochenende konnten die ersten 50 Gäste sicheren Fußes ins Gotteshaus gelangen.

Donnerstag, 14.05.2020, 07:00 Uhr
Pfarrer Michael Weber freut sich über den mit neuer Pflasterung versehenen und nun fertiggestellten Kirchplatz. Und darüber, dass am Wochenende wieder zwei Gottesdienste in der St.-Dionysius-Kirche gefeiert werden können. Foto: Silke Birkemeyer
Pfarrer Michael Weber freut sich über den mit neuer Pflasterung versehenen und nun fertiggestellten Kirchplatz. Und darüber, dass am Wochenende wieder zwei Gottesdienste in der St.-Dionysius-Kirche gefeiert werden können. Foto: Silke Birkemeyer

Das war nicht immer so. Holpriges Kopfsteinpflaster machte den Frauen mit feinen und auch normalen Absätzen ebenso zu schaffen wie Menschen mit Rollator. Lose, große Steine am Übergang von der Ampel der Mindener Straße zum Kirchplatz waren ein weiteres Übel. Dank der Fördermaßnahmen, die die Stadt 2018 eingereichte, konnte nach der Beauftragung eines Fachbüros aus Wallenhorst im Februar mit den Arbeiten begonnen werden.

Dass es dabei wöchentliche Abstimmungen sowohl mit der Kirche, dem Denkmalschutz wie auch mit der Stadt gab, liegt an einem Vertrag von 1989. Seinerzeit hatte die Verwaltung die Fläche rund um die Kirche für 50 Jahre gepachtet, um diese für Veranstaltungen nutzen zu können. Vertragsgemäß ist darum auch die Stadt für die Oberflächenpflege und somit die Steine zuständig. Mit Pachtbeginn vor 31 Jahren wurde die Fläche 1990/91 mit einem Kopfsteinpflaster saniert – auch eine Maßnahme im Zuge einer Förderung. Was seinerzeit wie eine Verbesserung aussah, entwickelte sich im Verlauf der Jahre dann zu einem Ärgernis, für das man schließlich 2018 eine Lösung fand.

Rutschfeste Betonsteine wurden verlegt

Rutschfeste Betonsteine sind nun zu Bänderungen rund um das historische Gebäude verlegt, Pflasterungen drum herum unterstreichen die Optik des alten Kirchengebäudes, ein schmuckes Beet ziert die Südseite und eine neue Bepflanzung den Eingangsbereich im Norden. Den Charakter der Anlage nicht zu verzerren und die Bedürfnisse des Denkmalschutzes zu berücksichtigen, sei das Ziel gewesen, berichtet Michael Reimann vom Bauamt der Stadt.

Zudem sollte die neue Anlage möglichst pflegeleicht sein, um die Folgekosten so gering wie möglich zu halten. Der bewilligte Förderrahmen in Höhe von 145.000 Euro und eine Förderrate von 70 Prozent würden eingehalten, Bänke würden noch folgen. Die Kirche selbst hat die Kosten für alle unterirdischen Maßnahmen übernommen, wie Zuleitungen, aber auch die Erneuerung von Fallrohren. Sie kalkulierte dafür 20.000 bis 25.000 Euro.

Anlässlich des Gottesdienstes am vergangenen Wochenende erhielt Pfarrer Michael Weber ausschließlich begeisterte Rückmeldungen. Neben dieser und weiteren Baustellen in der Kirche beschäftigt sich Weber vor allem mit der tagesaktuellen Umsetzung der Corona-Richtlinien für die vielfältigen Angebote in der Gemeinde. Ob Taufe, Gottesdienst oder Beerdigung, Kleiderkammer oder Tafel: Jeder organisierte Kontakt in der Gemeinde muss mit einem Konzept hinterlegt werden. Dabei gilt es, die Vorgaben des Landes, Bundes, der Gemeinde und natürlich das Schutzkonzept der Kirche zur Wiederaufnahme von Präsenzgottesdiensten zu berücksichtigen. Eventuelle Änderungen sind neu aufzunehmen.

Singen ist weiterhin verboten

So werden an diesem Sonntag erstmals zwei Gottesdienste mit jeweils 30 Minuten, verkürzten Liturgien, 96 zugewiesenen Plätzen, Aufstellern, Ordnern, mobilen Desinfektionsständern, Mundschutz und Einwegregelungen veranstaltet. Gesungen werden darf nicht, da sich Aerosole länger in der Luft halten und so in die Atemwege eindringen könnten.

Die Empore bleibt entsprechend für Besucher bis auf weiteres gesperrt. Aber auch für dieses Manko hat Pfarrer Weber eine Lösung gefunden. „Ich werde abwechselnd mit der Organistin singen. Die Gemeinde kann dann wie üblich die Texte auf den Bildschirmen sehen und mitsummen.“ 160 gesponserte Einwegmasken sollen zudem über Engpässe hinweghelfen. Aller Anfang ist schwer – aber zumindest ist es ein Anfang, von dem auch die Bewohner des Vitalis-Wohnparks profitieren. Sie können am Wochenende erstmals die Gottesdienste vom Fernseher aus verfolgen. Das hätte es ohne die Krise wohl nicht gegeben.

Kommentare

Wurzelbrummer  schrieb: 14.05.2020 08:45
Gehwege werden in Preußisch Oldendorf gerne auch als PKW Parkplätze genutzt, das gilt auch für den neu gestalteten Kirchplatz.
Es war einst ein politischer Beschluss die Überwachung des ruhenden Verkehrs auszusetzen.
Freie Fahrt für Falschparker !

1 Kommentare
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