Prüfer stellen „gravierende Mängel“ in Gebäude in Espelkamp fest
Bezirksregierung schließt Sammelunterkunft

Espelkamp/Gütersloh (WB/AZ/dpa). Die Bezirskregierung Detmold spricht von „gravierenden Mängeln“, die Prüfer in einer Sammelunterkunft für Beschäftigte der Fleischindustrie in Espelkamp festgestellt haben. Deshalb sei die Unterkunft geräumt worden, die Bewohner seien anderweitig untergebracht worden, heißt es in einer am Donnerstagmorgen veröffentlichten Pressemitteilung.

Donnerstag, 14.05.2020, 10:38 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 12:32 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Aufgrund eines Erlasses des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW würden aktuell Prüfungen der Sammelunterkünfte stattfinden. 150 Unterkünfte sind nach Angaben der Bezirksregierung bislang im Kreis Minden-Lübbecke untersucht worden, Prüfungen im Kreis Gütersloh laufen.

Aber was sind „gravierende Mängel“? Andreas Moseke von der Pressestelle der Bezirksregierung führt aus, dass in der Unterkunft in Espelkamp die Hygienevorschriften nicht eingehalten wurden. Laut Erlass muss beispielsweise mindestens ein Desinfektionsmittelspender je Zimmer, Bad, Toilette und Küche vorhanden sein.

„Der Allgemeinzustand des Gebäudes ermöglichte außerdem nicht, für einen ausreichenden Infektionsschutz zu sorgen. Darüber hinaus gab es keine Brandschutzvorkehrungen sowie erhebliche bauliche Mängel“, führt Moseke die Mängelliste aus. Aus diesen Gründen sei die Unterkunft geschlossen worden.

Überwiegend leichte Mängel festgestellt

Die Kontrollen führten Mitarbeiter der Bezirksregierung Detmold mit Mitarbeitern der lokalen Ordnungsbehörden durch. Die Überprüfung von Unterkünften im Kreis Minden-Lübbecke sei abgeschlossen, so Moseke. „Die Einrichtungen befinden sich in den Gemeinden Hille, Stemwede, Espelkamp, Lübbecke und Preußisch Oldendorf.“

In den meisten Unterkünften hätten die Kontrolleure leichte Mängel festgestellt, darunter auch Hygienemängel, heißt es. „Dazu gehörte zum Beispiel, dass nicht genügend Desinfektionsmittel zur Verfügung stand oder dass keine Reinigungspläne vorlagen. Ein Teil der Mängel konnte direkt vor Ort beseitigt werden. Alle weiteren erforderlichen Maßnahmen werden abgearbeitet.“

Westfleisch und Tönnies ohne Infizierte

Sowohl bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück als auch bei Westfleisch in Lübbecke hat es bislang keine bestätigten Corona-Infektionen gegeben.

Westfleisch teilte am Donnerstagmittag mit, dass es in den Betrieben in Gelsenkirchen und Bakum in Niedersachsen ebenfalls keine Arbeiter gebe, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Am Vortag hatte die Stadt Hamm darüber informiert, dass es auch am Westfleisch-Standort in Hamm keine positiven Testergebnisse gab. Damit sei keiner der rund 2300 Beschäftigen an diesen vier Standorten positiv getestet worden.

„Auch wenn wir diese Ergebnisse erwartet haben, freuen wir uns sehr darüber“, sagte Westfleisch-Vorstandsmitglied Carsten Schruck laut Mitteilung. Die genauen Infektionswege in den betroffenen Werken in Coesfeld und Oer-Erkenschwick müssten noch abschließend untersucht werden, hieß es in der Stellungnahme.

Nach Angaben von Westfleisch sind am Standort in Oer-Erkenschwick knapp 40 Beschäftigte betroffen. Beim Werk in Coesfeld im Münsterland hatte der Kreis laut Angaben vom Mittwoch bislang 264 Corona-Nachweise unter den über 1200 Mitarbeitern gezählt.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte das Werk in der vergangenen Woche geschlossen. Der Kreis Coesfeld musste viele der seit Montag an landesweit geltenden Lockerungen der Corona-Auflagen etwa für Gaststätten und Geschäfte wegen der hohen Infektionszahlen um eine Woche verschieben.

 

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