Startschuss für den Breitbandausbau in Hedem vor großem Publikum
Die Bagger können kommen

Preußisch Oldendorf-Hedem (WB). Großes Interesse seitens der Anwohner hat am Montag die Auftaktveranstaltung der „Glasfaser-Offensive“ in der Scheune von Schloss Hollwinkel erfahren. Streng nach dem Hygienekonzept füllte sich der Raum ab 18 Uhr mit Hedemern, die geduldig in der Schlange standen, bis Eva Rahe die gut 100 Gäste mit viel Freude begrüßen konnte.

Dienstag, 14.07.2020, 20:00 Uhr
Bürgermeister Marko Steiner (Mitte, von links), Uwe Krabbe sowie Eva Rahe posieren mit vielen Hedemern vor dem Bagger. Foto: Peter Götz
Bürgermeister Marko Steiner (Mitte, von links), Uwe Krabbe sowie Eva Rahe posieren mit vielen Hedemern vor dem Bagger. Foto: Peter Götz

Verständliche Freude, nachdem Eva Rahe, „Kümmerin“ des Dorfgemeinschaftsprojekts „Digitales Dorf“, eine gute und rasche Lösung für das drohende Hedemer Internet-Dilemma präsentieren konnte. Dilemma insofern, dass der Breitband-Masterplan zum Anschluss unterversorgter ländlicher Gebiete das Hedemer Areal wegen eigentlich schon ausreichender Versorgung mit 30 Mbit/s vom Fördertopf ausschließt.

Die nun gefundene Lösung beruht auf dem persönlichen Engagement von Uwe Krabbe, Leiter der Greenfiber GmbH (ehemals Internexio), die den Breitbandbetrieb im Mühlenkreis komplett aufbauen und gewährleisten wird. Krabbe und seine Kollegen gründeten, nach vielen entsprechenden Anfragen und reiflicher Überlegung, extra zu diesem Zweck die Firma UTTP GmbH, einen finanziellen Zusammenschluss der am Tiefbau und dem Netzbetrieb beteiligten Firmen. In der Praxis stellt nun die UTTP die finanziellen Mittel, um den Haushalten in Hedem einen Glasfaser-Breitbandanschluss zu guten Konditionen anbieten zu können.

177 Haushalte mehr

Ermöglicht wird dies dadurch, dass Uwe Krabbe, seine Techniker und Gerätschaften durch die Arbeiten in den Nachbarorten schon vor Ort sind und ihre Planungen in diesen Gebieten „nur“ um die 177 Hedemer Haushalte und um etwa 15,6 Kilometer Leitungsnetz erweitern müssen.

Natürlich erforderte die nun vorgestellte Lösung, so einfach sie erscheinen mag, eine ganze Menge Rechnerei, wie Krabbe anschaulich berichtete. „Wir haben unseren Technik-Standort hier in Preußisch Oldendorf in der Rathausstraße 11 aufgebaut und dachten, wenn wir irgendwo eigenwirtschaftlich ausbauen können, dann da, wo wir am dichtesten dran sind“, sagte der Ingenieur, der seit dem Breitbandgespräch am 12. März viele Gespräche mit Gemeindevertretern, Banken und potenziellen Investoren geführt hat, weil er die Hedemer nicht im Regen stehen lassen wollte. So springen nun er selbst, sein Partner Paul Gummert sowie die Tiefbauunternehmer Peter Jorgensen und Tommy Schmidt-Hansen als Firma UPPT in die Bresche und stemmten gemeinsam das finanzielle Aufkommen.

Synergie-Effekte

„Wenn wir alle unsere Resourcen – Planung, Tiefbau, Glasfasermontage und Vertrieb – zusammenpacken, dann ist das quasi ein Familienbetrieb. Wir werden diese Region, die uns ans Herz gewachsen ist, mit gutem Internet versorgen,“ erläuterte der Hamburger mit westfälischen Wurzeln. Da alle Synergie-Effekte preislich an die Kunden weitergegeben werden, unterscheidet sich das nun vorliegende Angebot nicht vom Preis der geförderten „Masterplan-Haushalte“, sprich 100 Euro für den baulichen Anschluss plus ein bandbreitenabhängiger Monatstarif mit entsprechender Laufzeit-Bindung. Auf dem Programm steht weiterhin die konkrete Hilfe beim Anbieterwechsel, sodass theoretisch kein Kunde zwei Anschlüsse hinsichtlich Internet, Telefonie oder IP-TV gleichzeitig bezahlen muss.

Kein Wunder, dass restlos alle ausliegenden Anmeldebögen in kürzester Zeit vergriffen und beim anschließenden Gruppenfoto mit Bürgermeister Marko Steiner, Eva Rahe, Familie Krabbe, Mitarbeitern und Bagger nur fröhliche Gesichter zu sehen waren.

Das erwähnte Angebot von UTTP gilt bis zum 31. August, danach werden die Kosten für die Tiefbauarbeiten nach Aufwand in Rechnung gestellt.

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