Wander-Förderprogramm beschert Preußisch Oldendorf moderne Markierungen – Nachbesserungen nötig
Nicht alle Wege sind neu beschildert

Preußisch Oldendorf (WB). Wandertourismus ist im Trend, und Preußisch Oldendorf hat viele interessante Wege zu bieten, von der Vital-Wanderwelt über den Mühlensteig bis zum Eggetaler Panorama-Rundwanderweg. Mit Hilfe des aus EU- und Landesmitteln geförderten Projekts „Zukunftsfit Wandern“ dürfen sich Wanderer nun über neue Wegmarkierungen und Zielwegweiser freuen. Doch mit dem Ergebnis sind nicht alle vor Ort zufrieden.

Samstag, 18.07.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 18.07.2020, 13:56 Uhr
Diese Zielwegweiser, hier am Haus des Gastes in Bad Holzhausen, hat es so vorher nicht gegeben. Sie weisen auf Sehenswürdigkeiten oder Etappenziele mit Kilometerangaben hin. Foto: Stefan Lind
Diese Zielwegweiser, hier am Haus des Gastes in Bad Holzhausen, hat es so vorher nicht gegeben. Sie weisen auf Sehenswürdigkeiten oder Etappenziele mit Kilometerangaben hin. Foto: Stefan Lind

Mehr als 300.000 Euro des über drei Jahre laufenden 4-Millionen-Euro-Projekts „Zukunftsfit Wandern“ in OWL sind in die Beschilderung von Wanderwegen geflossen. In mehr als 30 Orten in OWL sind etwa 1000 Wegweiser aufgestellt worden. In Preußisch Oldendorf – im Kreis Minden-Lübbecke ist sonst nur noch Porta Westfalica dabei – wurden an 60 Punkten etwa 200 Zielwegweiser platziert.

Außerdem, so berichtet Tourismusleiter Christian Streich, konnten aus Projektmitteln fünf moderne Infotafeln über die Wanderwege an fünf Startpunkten (Limberg, Kurpark, Glösinghauser Hütte/Kammweg, Wiehenturm und Gästepavillon) und eine Waldschaukel (Wert 4000 Euro) im Kurpark aufgestellt werden. Und schließlich wurden 3000 Markierungszeichen angeschafft, die in einem baumschonenden Verfahren angebracht werden und neben der bloßen Wegemarkierung den Ortsnamen (Preußisch Oldendorf, Bad Holzhausen und Eggetal) als Orientierungshilfe für den Wanderer bieten.

Unmut im Ort

Die Zielwegweiser, die auf Sehenswürdigkeiten oder Etappenziele mit Kilometerangaben hinweisen, hat es so vorher nicht gegeben. Dazu gab es etwa zehn Vorbereitungstreffen mit den heimischen Vereinen, die sich um das Wegenetz kümmern. Für die dann auf Kreisebene ausgewählten Wege wurde von einer externen Agentur das Beschilderungskonzept entworfen. Doch nun gibt es Unmut vor Ort. Friedhelm Ossenschmidt, Vorsitzender der Wandergruppe im Heimat- und Verkehrsverein Preußisch Oldendorf, bemängelt etwa, dass einige Schilder falsch gedruckt („A9 statt A6“) oder platziert worden seien, andere würden keinen Sinn ergeben. „An einer Stelle gibt es beispielsweise einen Hinweis nach rechts zum Limberg und einen nach links zum Limberg.“ Beim Anbringen der von einer Agentur gefertigten Schilder habe man gleich gemerkt, dass das nicht passen könne. Da sei es aber zu spät gewesen, so Ossenschmidt. „Und der Sachsenweg ist gar nicht berücksichtigt, ein wirklicher Hauptwanderweg über den Limberg nach Rödinghausen und Melle.“

Projektleiter Ronald Claaßen von Teutoburger-Wald-Tourismus räumt ein, dass es einige schlicht falsche Schilder gibt. „Dafür wird es eine kostenfreie Mängelbeseitigung geben“, sagt Claaßen. Er sieht aber auch einen tiefer liegenden Grund für die Beschwerden. Die Zielsetzung des Projekts sei offenbar nicht überall verstanden worden. „Es sind in der gesamten Region nur ausgewählte Wege beschildert worden“, erläutert der Projektleiter. Von 10.000 markierten Wanderwegen in OWL nur 2000 Kilometer. Entsprechend konnten auch von den knapp 40 Rundwanderwegen und diversen überregionalen Themenwegen in Preußisch Oldendorf nur einige in den Blick genommen werden, und nur auf diese bezögen sich dann jeweils die Zielwegweiser. Wichtig sei bei der Auswahl immer auch gewesen, welcher Weg und welches Ziel für Gäste von außerhalb von Interesse sei.

Generell sollte „Zukunftsfit Wandern“ auch als Möglichkeit verstanden werden, das vorhandene Wegenetz zu überprüfen, so Claaßen. Dabei könne man auch zu dem Schluss kommen, sich von dem ein oder anderen „alten“ Weg ganz zu verabschieden oder nach und nach weitere Wege besser zu erschließen. „In unserem Projekt ging es nicht um alles.“ Wandergruppen-Vorsitzender Friedhelm Ossenschmidt räumt ein: „Uns Teilnehmern war es nicht so klar, dass es nur um die ausgewählten Wege geht. Damit müssen wir wohl zufrieden sein.“ Um die tatsächlichen Fehler wird sich den Sommer über nun eine Projektgruppe kümmern, so Tourismusleiter Christian Streich. „Aber wenn wir das umgesetzt haben, sind wir für die nächsten zehn Jahre sehr, sehr gut aufgestellt.“

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