Nach Rückkehr werden acht Menschen positiv getestet
Preußisch Oldendorfer stecken sich im Balkan-Urlaub mit Covid-19 an

Preußisch Oldendorf (WB). Im Urlaub krank geworden: Bei den acht neuen Corona-Fällen in Preußisch Oldendorf handelt es sich durchweg um Reiserückkehrer vom Balkan sowie Personen aus ihrem privaten Umfeld. Das hat der Kreis Minden-Lübbecke am Dienstag auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES bestätigt. ­„Alle Urlauber hatten sich zuvor in Balkanstaaten aufgehalten“, informierte Janine Küchhold von der Pressestelle des Kreises. In einigen Fällen hätten sich im Anschluss Kontaktpersonen aus dem näheren Familienumfeld angesteckt.

Dienstag, 28.07.2020, 16:18 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 17:36 Uhr
Kroatien, hier ein Strand auf der Halbinsel Istrien, ist in diesem Sommer ein beliebtes deutsches Reiseziel. Dass die Ferien in Zeiten von Corona aber schnell in einen Albtraum umschlagen können, haben nun einige Menschen aus Preußisch Oldendorf erfahren. Acht Personen haben sich im Zusammenhang mit Urlaub auf dem Balkan mit Covid-19 infiziert. Foto: dpa
Kroatien, hier ein Strand auf der Halbinsel Istrien, ist in diesem Sommer ein beliebtes deutsches Reiseziel. Dass die Ferien in Zeiten von Corona aber schnell in einen Albtraum umschlagen können, haben nun einige Menschen aus Preußisch Oldendorf erfahren. Acht Personen haben sich im Zusammenhang mit Urlaub auf dem Balkan mit Covid-19 infiziert. Foto: dpa

Lange hatte Preußisch Oldendorf Ruhe vor Corona. Als eine der ersten Kommunen im Kreis Minden-Lübbecke galt die Stadt schon vor Wochen als „Corona-frei“. Doch das hat sich nun schlagartig geändert. Zu den 19 abgeschlossenen Fällen kamen bereits am Dienstag, 21. Juli, vier Neuinfektionen dazu. Einen Tag später wurde bei einem weiteren Urlaubsrückkehrer das Virus nachgewiesen, am Donnerstag wuchs die Zahl der Infizierten dann sogar auf acht an.

Es handelt sich bislang zum Glück ausschließlich um leichtere Verläufe der Infektionskrankheit, wie Janine Küchhold bestätigt. Ein Klinikaufenthalt sei bislang in keinem der Fälle notwendig. Bei den Namen der Länder, in denen die betroffenen Oldendorfer Urlaub gemacht haben, wollte die Kreis-Pressesprecherin nicht ins Detail gehen. „Genauere Angaben machen wir aufgrund der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen nicht“, so Küchhold. Hintergrund: Spezifische Angaben könnten Spekulationen unter Nachbarn Tür und Tor öffnen. Das will man vermeiden. Das ist auch nur zu verständlich, haben die Reiserückkehrer nach der Covid-19-Diagnose schließlich schon genug mentalen Ballast zu tragen.

Alle Personen haben sich direkt nach der Rückkehr aus dem Urlaub freiwillig beim Gesundheitsamt gemeldet.

Janine Küchhold, Pressesprecherin des Kreises

„Alle Personen haben sich direkt nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub freiwillig beim Gesundheitsamt gemeldet“, lobt Küchhold das Verhalten der Bürger. Daher hätten sich alle Fälle auch gut nachverfolgen lassen, so die Mitarbeiterin des Kreises. Alle positiv getesteten Personen hielten sich derzeit zu Hause auf.

Ferien als Gefahrenquelle: Zuletzt war der Balkan verstärkt in den Blickpunkt gerückt, nachdem die Corona-Zahlen in einigen Ländern der Region merklich angestiegen waren. Während Kroatien und Slowenien derzeit vom Auswärtigen Amt noch nicht als Risikogebiet eingestuft werden, stehen Länder wie Serbien und Nordmazedonien auf der Liste. Bundesgesundheitsminister Spahn kündigte am Montag eine Testpflicht für Urlauber an, die aus Risikogebieten wieder nach Deutschland einreisen. Diese soll ab nächster Woche gelten.

Bei der Stadt Preußisch Oldendorf beobachtet man die Entwicklung ebenfalls mit Argusaugen. Erik Pollert, stellvertretender Fachbereichsleiter im Ordnungsamt, wollte sich gestern aber nicht zu dem Sachverhalt äußern. „Wir geben zu den Vorfällen keine Auskunft, da wir gewisse Informationen auch gar nicht erhalten“, verwies Pollert auf das Gesundheitsamt als ersten Ansprechpartner.

Die aktuellen Fallzahlen für den Kreis Minden-Lübbecke

Im Vergleich zum Vortag sind im Kreisgebiet Dienstag sieben Neu-Infektionen mit dem Corona-Virus erfasst worden. Die neuen Covid-19-Fälle verteilen sich auf die Städte Minden (3), Porta Westfalica (2), Hille (1) und Rahden (1). Die Zahl der laborbestätigten Corona-Fälle im Kreis stieg damit von 545 auf 552. Die meisten aktiven Fälle hat aktuell mit 28 die Stadt Minden zu beklagen. Insgesamt 13 Todesfälle im Kreis in Verbindung mit dem Virus sind bestätigt.

Einzelne Kommunen: Bad Oeynhausen (52 laborbestätigte Fälle/50 abgeschlossene Fälle/13 Todesfälle), Espelkamp (37/37/-), Hille (36/35/1), Hüllhorst (29/29/-), Lübbecke (53/53/-), Minden (182/154/6), Petershagen (26/26/-), Porta Westfalica (31/27/1), Preußisch Oldendorf (27/19/-), Rahden (25/24/1), Stemwede (54/54/2).

 

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