Bauausschuss in Preußisch Oldendorf: Auch in der Corona-Zeit ergeben sich interessante Entwicklungen
Von Förderungen bis Funklöchern

Preußisch Oldendorf (WB). Auch in ruhigen Corona-Sommerferien dreht sich die Welt weiter. Deshalb gibt es in den ersten Sitzungen nach den Ferien oft eine ganze Reihe interessanter Entwicklungen unter Verschiedenes zu vermelden. Wer am Montag bis zum Ende der zweistündigen Bauausschusssitzung der Stadt Preußisch Odendorf durchgehalten hat, wurde mit reichlich Neuigkeiten belohnt, die Bauamtsleiterin Maren Heidenreich zu berichten hatte.

Mittwoch, 19.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 19.08.2020, 05:04 Uhr
Im Bauausschuss wurde mitgeteilt, dass der Investor, der die Seniorenresidenz an der Bremer Straße plant, die Bauanträge eingereicht habe. Geplant sei eine Einrichtung mit 84 Plätzen für alte und pflegebedürftige Menschen. Foto: Arndt Hoppe
Im Bauausschuss wurde mitgeteilt, dass der Investor, der die Seniorenresidenz an der Bremer Straße plant, die Bauanträge eingereicht habe. Geplant sei eine Einrichtung mit 84 Plätzen für alte und pflegebedürftige Menschen. Foto: Arndt Hoppe

Seniorenresidenz

Etwas Neues gibt es zum Beispiel für alle Bürger, die sich schon seit längerem fragen, ob es auf der ehemaligen Fläche der Firma Sander und den angrenzenden Geschäften an der Bremer Straße weitergeht. Maren Heidenreich erklärte, dass der Investor, der die Seniorenresidenz an der Bremer Straße plant, die Bauanträge eingereicht hat. „Darin wird, wie bereits in den Ausschüssen vorgestellt, der Bau einer Einrichtung mit 84 Plätzen für alte und pflegebedürftige Menschen beantragt", sagte sie. Angaben darüber, wann die Baumaßnahme beginnen soll, konnte sie allerdings nicht machen.

Sanierung L557

Neuigkeiten gibt es auch vom Amt Straßen NRW zur weiteren Sanierung der Landesstraße L557, der Bünder Straße in Bad Holzhausen, die seit Monaten ruht, nachdem ein erster Abschnitt bereits eine neue Fahrbahndecke bekommen hat. „Straßen NRW hat uns mitgeteilt, dass ein statisches Gutachten ergeben hat, dass eine Stützwand mit Bohlen eine Sicherung des Hangs ermöglicht.“ Nun werde mit Grundstückseigentümern einiger kleiner Flächen verhandelt, um die Straße an bestimmten Stellen verbreitern zu können, erläuterte die Fachfrau gestern gegenüber dieser Zeitung.

Schon während der Ausschusssitzung sagte sie, die Bauarbeiten im Abschnitt würden vom Ende der bereits sanierten Strecke (etwa in Höhe Gut Hudenbeck) bis zur Einmündung der Bahnhofstraße fortgesetzt. Der Baubeginn sei für Ende 2020 oder Frühjahr 2021 vorgesehen. „Im Zusammenhang mit den Arbeiten ist mit einer Vollsperrung der Bünder Straße in diesem Bereich über einen Zeitraum von acht Monaten zu rechnen", sagte Maren Heidenreich.

Förderung bewilligt

Gute Nachrichten hatte Maren Heidenreich im Hinblick auf beantragte Förderungen für das Jahr 2020. „Wir haben die Bewilligung von Fördermitteln in Höhe von 134.500 Euro aus dem Städtebauförderprogramm erhalten", sagte sie. Damit werden etwa barrierefreie Wege im Kurpark am Haus des Gastes unterstützt sowie das Programm zu Fassaden von Privathäusern und die Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) für Preußisch Oldendorf.

„Die Fördersumme beträgt 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Allerdings hat das Land in einem Schreiben angekündigt, dass NRW möglicherweise aufgrund der Belastungen durch die Coronakrise auch die restlichen 30 Prozent übernehmen wird", sagte Maren Heidenreich. Dazu gebe es aber noch keine eingehenderen Informationen. Sicher sei, dass der Fördersatz für Städtebauförderung in der Region ab 2021 von 70 auf 60 Prozent gesenkt werde.

Neue Förderanträge

Darüber hinaus will die Stadt nun Fördermittel für Verkehrsin-frastruktur zur Unterhaltung des Radwegenetzes beantragen. Die Anträge müssen bis zum 1. November dieses Jahres gestellt werden. Das Thema werde daher in der Oktobersitzung des Ausschusses auf die Tagesordnung kommen, kündigte die Bauamtsleiterin an. Anregungen aus den Fraktionen seien willkommen.

Funklöcher

Des Weiteren informierte die Bauamtsleiterin darüber, dass die Stadt Preußisch Oldendorf bei der Initiative „Wir jagen Funklöcher“ der Deutschen Telekom keinen Zuschlag erhalten habe. Die Stadt hatte sich daran beteiligt, um unabhängig von einem Netzausbau die Mobilfunklöcher von dem Unternehmen schließen zu lassen. „Wir sind bei der Aktion nicht zum Zuge gekommen, aber die Telekom hat uns mitgeteilt, dass sie einen neuen LTE-fähigen Funkmast an der Ziegeleistraße aufgestellt hat. Und damit sollen die Löcher speziell in der Oldendorfer Schweiz verschwunden sein“, sagte Heidenreich. Ob das tatsächlich so sei, habe sie allerdings noch nicht ausprobiert.

Gustav Internet

Außerdem informierte Maren Heidenreich darüber, dass das Unternehmen Gustav Internet den eigenwirtschaftlichen Ausbau des Glasfasernetzes in Bad Holzhausen nicht übernehmen werde. Grund dafür ist, dass Gustav Internet die selbst gesteckte Marke von 40 Prozent an Vorverträgen der Haushalte nicht erzielt habe.

Brücke Fiegenburgweg

Wenig Erfreuliches hatte sie über die Brücke am Fiegenburgweg über den Mühlenbach in Börninghausen zu berichten. Dort habe sich ein größerer Sanierungsbedarf ergeben als bislang angenommen. „Als die Firma, die mit der Sanierung beauftragt war, die Deckenplatte abgenommen hat, stellte sie fest, dass der Unterbau wegen Materialermüdung in so schlechtem Zustand ist, dass die Arbeiten abgebrochen werden mussten“, sagte sie. Nun müsse entschieden werden, ob eine Sanierung oder ein Neubau die sinnvollere Lösung für die Brücke darstelle. „Wir werden die Planungen gegenüberstellen.“

Bei einer Sanierung der Brücke gehe man von einer Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren aus, bei einem Neubau rechne man mit 50 Jahren Nutzbarkeit. „Fest steht bisher nur, dass die Brücke wie sie jetzt ist, weiterhin für längere Zeit nicht befahrbar ist“, sagte die Bauamtsleiterin. Auf Anfrage erläuterte Heidenreich, dass die Kosten nach ersten vorsichtigen Berechnungen im niedrigen sechsstelligen Euro-Bereich lägen, wobei die Sanierung etwa 60.000 Euro weniger kosten würde als ein Neubau. Aber bei der derzeitigen Konjunktur im Bau sei eine exakte Kostenschätzung schwierig.

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