Marvin Schrodke (SPD) ist der jüngste Bürgermeisterkandidat für Preußisch Oldendorf
„Nicht nur meckern, sondern handeln“

Preußisch Oldendorf (aha/WB). Wer Marvin Schrodke fragt, wieso er im jungen Alter von 24 Jahren als Bürgermeister Verantwortung für seine Heimatstadt übernehmen will, bekommt vom Bürgermeisterkandidaten eine knappe Antwort: „Mein Motto lautet: Nicht nur meckern, sondern handeln.“ Als Bürgermeister müsse man auch Akzente setzen, um die Stadt voranzubringen. „So wie es jetzt läuft, sind wir nicht zukunftsfähig aufgestellt“, ist der Hedemer überzeugt.

Montag, 07.09.2020, 05:00 Uhr
Der Hedemer Marvin Schrodke (24) geht als Bürgermeisterkandidat der SPD in Preußisch Oldendorf ins Rennen. Er setzt auf Transparenz, Bürgernähe und Zukunftsthemen. Foto: Eva Rahe
Der Hedemer Marvin Schrodke (24) geht als Bürgermeisterkandidat der SPD in Preußisch Oldendorf ins Rennen. Er setzt auf Transparenz, Bürgernähe und Zukunftsthemen. Foto: Eva Rahe

Wichtige Qualitäten, die er für das Amt des Bürgermeisters mitbringt, sieht er in seinem offenen, nicht festgefahrenen Denken: „In Diskussionen versuche ich immer einen guten Kompromiss für beide Seiten zu finden – im Falle des Bürgermeisters zum Wohle der Stadt und aller Bürger.“

Die Stärken der Stadt Preußisch Oldendorf sind für ihn Landschaft und Lage: „Wir liegen am Mittellandkanal, darüber ist eine Anbindung an alle Wasserstraßen in Deutschland und in Europa gegeben. Auch die nah gelegene Autobahn ist eine Anbindung mit Potenzial.“ Das Tourismuspotenziale müsste ausgebaut werden, indem weitere Zielgruppen angesprochen werden.

Luft nach oben

Entwicklungsbedarf sieht er vor allem im Bereich von Wirtschaft und Wirtschaftsförderung, Innenstadtentwicklung, Kinder, Jugend, Familie und Umwelt- und Klimaschutz. „In der Innenstadtentwicklung ist noch viel Luft nach oben: Viele Leerstände, Discounter auf einem Platz und keine planerische Weitsicht prägen das Stadtzentrum. Wir brauchen einen Zukunftsworkshop, der behandelt, wo wir in fünf, zehn Jahren und in Zukunft sein wollen“, sagt Schrodke. Außerdem müssten die Dörfer besser vernetzt sein, „um auch ältere Mitbürger an die Stadt anzubinden“.

Die unmittelbare Nachbarschaft zu Niedersachsen bringt aus Schrodkes Sicht viele Chancen mit sich. „Es bietet sich eine Zusammenarbeit der Kurorte Bad Essen und Bad Holzhausen an, um den Tourismus gegenseitig zu stärken.“ An der Landesgrenze würde es sich zudem anbieten, gemeinsam ein interkommunales Gewerbegebiet zu entwickeln. Schrodke sieht aber auch Probleme. So seien die Büscherheider stark an Preußisch Oldendorf angekoppelt, hätten aber aufgrund der Landesgrenze keinerlei Mitspracherecht in der Stadt.

Hohe Grundsteuer

Als zentrale Problembereiche der Stadt nennt der Sozialdemokrat hohe Abgaben und die hohe Grundsteuer, die in den vergangenen Jahren um 66 Prozent gestiegen sei. „Diese Misswirtschaft gilt es zu beenden. Wir müssen Geld in die Bereiche investieren, die dadurch neue Einnahmen für die Stadt generieren.“

Zur Problematik der Innenstadtentwicklung fordert er: „Wir brauchen einen Plan und ein Konzept, wo wir hinwollen und wie wir dahin kommen“, sagt Schrodke. Dabei gelte es alle Bevölkerungsschichten einzubeziehen. Außerdem sieht er im Stadtgebiet viele kleine Ärgernisse: „Wo man hinsieht, wächst das Unkraut ungestört und es gibt Leerstände in der Ortsdurchfahrt.“ Hier sei ein Konzept für Wirtschaftsförderung gefragt und ein Plan wie, wo und wann der Bauhof im Stadtgebiet reinigt.

Sollte er Bürgermeister werden, wolle er zunächst die Verwaltungsmitarbeiter kennenlernen und mit den Fachbereichsleitern einen Arbeitsplan entwickeln. Zwei Mal im Monat würde er eine Bürgersprechstunde anbieten. „Ich will mehr auf die Bürger eingehen und offen und transparent arbeiten. Ich möchte zudem mit allen Parteien zusammenarbeiten, um den besten Weg für die Stadt gemeinsam festzulegen“, sagt er.

Geld für Vereine

Die innere Verbundenheit und Vernetzung in den Dörfern sieht er auf Stadtebene als „noch ausbaufähig“ an. Die Gruppe „Gemeinsam im Kirchspiel Preußisch Oldendorf“ sei ein großer Schritt zu mehr Vernetzung, seine Ziele sei aber ein Ehrenamtsausschuss, in den die Vereine Vertreter endsenden können, und ein „Bürgerhaushalt“ oder „Ortshaushalt“. „Das ist ein Topf, aus dem die Stadt Gelder für die Arbeit der Vereine vor Ort zur Verfügung stellen würde.

Eine Vorreiterrolle möchte der 24-Jährige gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern in Sachen Klima- und Umweltschutz übernehmen, diese ausbauen und dabei alle Preußisch Oldendorfer einbeziehen. „Zukunft geht uns alle an – und Zukunft braucht unsere Mithilfe und unsere Ideen“, sagt Marvin Schrodke. „Die neuen Medien können uns da prima unterstützen, Wissenswertes schnell zu kommunizieren und Informationen allen verfügbar zu machen.“ Experten vor Ort, Diskussionsforen, Umweltsprechstunde seien sind nur drei Wege, um diese Themen voranzubringen. „Andere Kommunen machen es besser, leben ihre Partnerschaften mit Wirtschaft und Handwerk und entwickeln sie ständig weiter, sind Partner auf Augenhöhe mit Bürgerinnen und Bürgern“, sagt der SPD-Kandidat. „Dort möchte ich hin – und zu mehr Leistungsfähigkeit und Transparenz.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7569430?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516040%2F
So geht das nicht weiter!
Hier wird kein Umsatz gemacht (Symbolbild).
Nachrichten-Ticker