Corona-Fall in „Wunderwelt“: Gesundheitsamt bittet um vollständige Listen der Einrichtungen
65 Kindergarten-Kinder in Quarantäne

Preußisch Oldendorf (WB). Wegen eines Corona-Falles hat das Kreisgesundheitsamt am Montagmorgen den evangelischen Kindergarten Wunderwelt in Preußisch Oldendorf bis zum 13. September geschlossen. 65 Kinder sind gleich am Morgen wieder nach Hause geschickt worden. Wie das Gesundheitsamt auf Anfrage bestätigte, ist eine Erzieherin positiv getestet worden. Die Leiterin des Kindergartens erläuterte auf Anfrage, dass nur einer der beiden Standorte der Kindertagesstätte betroffen sei, nämlich die Einrichtung in der Friedhofstraße in Preußisch Oldendorf. Unter den Mitarbeitern des Standortes an der Spiegelstraße habe es keine positiven Corona-Testergebnisse gegeben.

Montag, 07.09.2020, 18:44 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 18:46 Uhr
Der Teilstandort der Kita Wunderwelt an der Friedhofstraße in Preußisch Oldendorf bleibt bis Sonntag, 13. September geschlossen. Foto: Andreas Kokemoor
Der Teilstandort der Kita Wunderwelt an der Friedhofstraße in Preußisch Oldendorf bleibt bis Sonntag, 13. September geschlossen. Foto: Andreas Kokemoor

Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind alle betroffenen Familien jetzt schriftlich aufgefordert worden, die Kinder in Minden testen zu lassen. Außerdem sollen sie bis 13. September in Quarantäne bleiben, genauso wie zwei Erzieher. Gibt es weitere Infektionen, werden auch die Eltern und sonstige Kontaktpersonen der Kinder in den Blick genommen, sagte Kreisgesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz auf Anfrage dieser Zeitung. Bei Häufungen von positiven Tests würden situationsbedingt neue Maßnahmen ergriffen.

Test über Hausarzt

Leider habe das Kreisgesundheitsamt die Quarantäne-Anordnung nicht auf eine Kindergartengruppe begrenzen können, erläuterte Deichholz. „Der Test ist über einen Hausarzt in einem Labor in Niedersachsen bearbeitet worden und das Ergebnis hat leider erst drei Tage später, am Sonntag, vorgelegen“, sagte der Dezernent. Das Labor der Mühlenkreiskliniken würde demgegenüber innerhalb von 24 Stunden informieren. So hätte nun die Erzieherin vor dem Wochenende noch Kontakt zu allen Kindern gehabt.

Eine weitere Erschwernis sei gewesen, dass das Kreisgesundheitsamt am Sonntag nicht an die notwendigen Informationen gekommen sei, um noch an diesem Tag die Eltern zu informieren. Deshalb ruft Hans-Joerg Deichholz die Träger der Kindergärten im Kreis aber auch alle Schulen dazu auf, Ansprechpartner für solche Fälle außerhalb der Betriebszeiten zu benennen und vollständige Listen der Kinder in Gruppen und Klassen sowie deren Erziehungsberechtigten vorzuhalten. „Wenn diese Informationen nicht vorliegen, führt das dazu, dass unsere Ermittler im Gesundheitsamt nicht schnell genug arbeiten können“, erläutert Deichholz. Denn das A und O bei der Pandemie-Eindämmung sei ja, die Kontaktketten zu unterbrechen.

Aktuelle Fallzahlen

Insgesamt meldet der Kreis noch 30 aktive Fälle, von 748 laborbestätigten Infektionen seit Ausbruch der Pandemie sind 718 abgeschlossen. Die Zahlen aus den Kommunen: Bad Oeynhausen 74 (abgeschlossen 72), Espelkamp 52 (51), Hille 37 (36), Hüllhorst 35 (33), Lübbecke 62 (59), Minden 276 (260), Petershagen 42 (39), Porta Westfalica 46 (45), Preußisch Oldendorf 32 (32), Rahden 34 (34) und Stemwede 58 (57).

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