Ewald Schwarze aus Preußisch Oldendorf feiert am Sonntag seinen 108. Geburtstag
Dankbar für viele schöne Erinnerungen

Preußisch Oldendorf (WB/sib/stl). „Ach, wissen Sie“, sagt er und schmunzelt, „ich bin nicht mehr so flink auf den Beinen. Aber ich helfe immer noch gerne mit, so gut es geht.“ Hellwach, stets gut gelaunt und mit einer beneidenswerten Gesundheit gesegnet feiert Ewald Schwarze aus Preußisch Oldendorf am Sonntag seinen 108. Geburtstag. Viele seiner früheren Wegbegleiter hat er inzwischen verloren, „aber ich bin so dankbar für die vielen schönen Erinnerungen, die mir geblieben sind.“

Samstag, 26.09.2020, 05:03 Uhr aktualisiert: 26.09.2020, 05:20 Uhr
Hellwach, stets gut gelaunt und mit einer beneidenswerten Gesundheit gesegnet: Ewald Schwarze aus Preußisch Oldendorf feiert am Sonntag seinen 108. Geburtstag. Foto: Silke Birkemeyer
Hellwach, stets gut gelaunt und mit einer beneidenswerten Gesundheit gesegnet: Ewald Schwarze aus Preußisch Oldendorf feiert am Sonntag seinen 108. Geburtstag. Foto: Silke Birkemeyer

Dass Ewald Schwarze in seinem langen Leben viel erlebt hat, ist als Feststellung eine kräftige Untertreibung. Als er am 27. September 1912 in Getmold geboren wurde, war Deutschland noch ein Kaiserreich. Die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und die deutsche Einheit: All das hat er selbst miterlebt. Während sich die Welt um ihn in immer schnelleren Schritten veränderte, blieb er ein Muster an Beständigkeit, beruflich wie privat.

Nach seiner Schulzeit in Preußisch Oldendorf begann Ewald Schwarze 1929 eine Lehre bei der Sparkasse (die damals noch „Kreissparkasse zu Lübbecke“ hieß) und blieb dort bis zu seiner Pensionierung 1976 beschäftigt. Unterbrechungen gab es nur durch den Zweiten Weltkrieg und die Zeit, die er anschließend in russischer Gefangenschaft verbringen musste.

Privates Glück 1943 gefunden

Sein privates Glück fand er 1943, als er Edith Haake heiratete. Bis 2002, als seine Frau ein Jahr vor der Diamanthochzeit starb, führten die beiden eine glückliche Ehe, aus der eine Tochter und ein Sohn hervorgingen, heute 71 und 65 Jahre alt. Außerdem gehören vier Enkel und sechs Urenkel zur Familie.

Ewald Schwarze wohnt seit März 2012 im Vitalis-Wohnpark, dort hat er auch schon seinen 100. Geburtstag gefeiert: „Ich fühle mich hier gut aufgehoben und habe viel Unterstützung von meinen Kindern, die nicht weit weg wohnen und mich regelmäßig besuchen.“ Was ihn so fit gehalten hat? „Vielleicht die Gartenarbeit und das Wandern“, mutmaßt der Senior. Er sei sportlich immer sehr aktiv gewesen.

Besonders viel Freude habe ihm das Wandern gemacht: Jeden Mittwoch sei er mit einer Gruppe von Gleichgesinnten auf Tour gegangen, „17 Jahre lang“. Schwarze hat es exakt nachgerechnet: „Wir waren 868 Mal wandern und sind 10.700 Kilometer gelaufen.“ Als die Gruppe kleiner wurde, entschloss man sich, einen regelmäßigen Stammtisch in der Bäckerei Schröder abzuhalten – im April 2019 zum 666. Mal. Da kam sogar der Bürgermeister zum Gratulieren.

Geistig fit hält sich der Jubilar, der das Geschehen in Preußisch Oldendorf genauso interessiert verfolgt wie die große Weltpolitik, unter anderem mit der morgendlichen Lektüre der Lübbecker Kreiszeitung: „Das gehört fest zum Tagesablauf“, betont er.

Großartiger Geschichtenerzähler

Schwarze betrachtet die Welt nicht nur mit großer Begeisterung und Lebensfreude, er kann sich auch glücklich schätzen, ein phänomenales Gedächtnis zu besitzen. Es sind nicht nur die Jahreszahlen, die ihm zu Ereignissen wie seiner Einberufung, der Fettsteuer, dem Grundstückskauf oder den Einzug in den Vitalis-Wohnpark einfallen. Alle Daten kennt er auf den Tag genau, weiß noch um die Wetterverhältnisse, wer seinerzeit Nachbar war, wo er arbeitete, mit wem er verwandt war und mit welchem Mädchen er ausging.

Ewald Schwarze ist ein großartiger Geschichtenerzähler, der nicht nur von Krieg und Leid erzählt, sondern auch von lustigen und kuriosen Begebenheiten von der Nachkriegszeit und bis zum heutigen Tage lebhaft zu berichten weiß. In Momenten wie diesen strahlt er und es ist offensichtlich, wie lebendig diese Erinnerungen in ihm sind. Hinzu kommt die stetig wachsende Zahl an Familienfotos an der Wand, die inzwischen ergänzt werden durch Urkunden der Stadt Preußisch Oldendorf, mit denen ihm jedes Jahr aufs Neue zu seinem dreistelligen Geburtstag wird. Mittlerweile verweist ein weiteres Schriftstück daran, dass er vor sage und schreibe 90 Jahren konfirmiert worden ist. Ja, wer ein solches Alter erreicht, der stellt immer neue „Alltagsrekorde“ auf. Und wie soll es weiter gehen? „Ich nehme es wie es kommt“, sagt Ewald Schwarze. „Hören und Sehen lassen ein bisschen nach, aber sonst ist alles noch in bester Ordnung.“

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