50 Kilogramm ganz besondere Orangen aus Italien sind in Preußisch Oldendorf verkauft worden
Für einen fairen Lohn geerntet

Preußisch Oldendorf (WB) -

Im Lotto- und Toto-Geschäft von Sabine Mertens in der Spiegelstraße 17 und auf dem Obsthof Wickemeyer hieß es für einige Tage „Süß statt bitter“. Die kleine Ecke in dem Laden mit Fair-Trade-Produkten und der Obsthof boten fair und ökologisch produzierte Orangen an. „Garantiert geerntet ohne Sklaverei, ohne Gifte und für einen fairen Lohn und Preis“, betonen Andrea Kneller, Anja Kramme und Ute Gerlach. Mittlerweile sind alle Früchte verkauft.

Dienstag, 08.12.2020, 15:52 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 17:16 Uhr
Freuen sich über die Aktion „Süß statt bittet“, die eine faire und ökologische Orangenernte in Kalabrien garantiert: Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kneller sowie Anja Kramme und Ute Gerlach von der Fair-Trade-Lenkungsgruppe. Die Orangen sind inzwischen verkauft.
Freuen sich über die Aktion „Süß statt bittet“, die eine faire und ökologische Orangenernte in Kalabrien garantiert: Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kneller sowie Anja Kramme und Ute Gerlach von der Fair-Trade-Lenkungsgruppe. Die Orangen sind inzwischen verkauft. Foto: Andreas Kokemoor

 

Andrea Kneller ist Preußisch Oldendorfs Gleichstellungsbeauftragte, Anja Kramme und Ute Gerlach gehören zur Lenkungsgruppe „Fair-Trade-Kommune Preußisch Oldendorf“. Sie haben über den Verein SOS Rosarno in Italien, die dortige Waldenser Kirche und die Evangelische Landeskirche von Westfalen Kontakt zu einer Mission für kirchliche Weltverantwortung aufgenommen. 18 Tonnen öko-faire Orangen sind auf diese Weise in Nordrhein-Westfalen gelandet. 50 Kilogramm gingen davon nach Preußisch Oldendorf.

Die orangefarbenen Früchte haben es in sich und an sich. Nicht nur, dass sie besonders vitaminreich sind und der Konsument sogar ihre Schale verzehren darf, weil sie garantiert aus Öko-Landbau kommen: Das Besondere ist das Projekt „Süß statt bitter“. Und damit ist weniger der Geschmack gemeint. Wie der Patenverein SOS Rosarno erklärt, erhalten die Bauern in Kalabrien üblicherweise für ihre Früchte Löhne, die nicht einmal die Produktionskosten decken würden. Die Bauern müssten die Früchte auf den Bäumen entweder verfaulen lassen oder die Tagelöhner ausbeuten, heißt es. Der Verein SOS Rosarno gehe anders vor und stelle den direkten Kontakt zwischen Bauern, Arbeitern und Einkaufsgemeinschaften her. Die Erntehelfer erhielten Tariflöhne, die Bauern kümmerten sich um den Öko-Landbau. SOS Rosarno vertreibt dafür nach eigener Darstellung die Orangen an kleine Bioläden und Gruppen solidarischen Konsums. Der Verein freut sich deshalb über die Unterstützung der westfälischen Kirche. Über sie hat auch der Espelkamper Undugu-Eine-Welt-Laden Orangen erhalten.

Das Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung freut sich, mit dieser Aktion einen kleinen Schritt gegen die moderne Sklaverei in Folge des globalen Wettbewerbs zu unternehmen. Die Orangenaktion solle ein gutes Beispiel dafür sein, Menschen auf den Geschmack zu bringen, sich für mehr Fairness und Gerechtigkeit im Zusammenhang mit der Produktion und dem Handel von Orangen, Zitronen, Grapefruits, Mandeln und vielen weiteren Feld- und Plantagenfrüchten zu bringen. In Italien würden afrikanische Migranten ausgebeutet. Sogar die Kleinbauern stünden unter dem Preisdruck der großen Konzerne.

Kramme und Gerlach wissen: „In Rosarno entstand eine Keimzelle des Widerstands“. Die Steuerungsgruppe Fair-Trade in Preußisch Oldendorf, das sich seit Herbst dieses Jahres auf dem Weg gemacht hat, eine Fair-Trade-Kommune zu werden, fühlt sich in ihrer Arbeit bestätigt. Das Ziel ist, in Preußisch Oldendorf mit bereits begonnenen Aktionen wie Fair-Trade-Kaffee im Rathaus und in Lehrerzimmern, Produkten im Einzelhandel, Einbindung der Gastronomie und anderen Kriterien die Vorgaben nachhaltig zu erfüllen.

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