Superintendent Dr. Uwe Gryczan spricht sich gegen Präsenz-Gottesdienste aus
Weihnachten ohne Kirchenbesuch

Lübbecke (WB/vw) -

Die westfälische Landeskirche hat die dringende Empfehlung an alle Kirchengemeinden ausgesprochen, ab sofort und über die Weihnachtsfeiertage

Donnerstag, 17.12.2020, 19:55 Uhr aktualisiert: 18.12.2020, 15:22 Uhr
Auch in der St.-Andreas-Kirche in Lübbecke soll es an Weihnachten keinen Präsenzgottesdienst geben. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus‘ sollen Kontakte vermieden werden.
Auch in der St.-Andreas-Kirche in Lübbecke soll es an Weihnachten keinen Präsenzgottesdienst geben. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus‘ sollen Kontakte vermieden werden. Foto: Viola Willmann

„Ich persönlich hatte nicht mit einer so weitreichenden Empfehlung gerechnet. Aber ich habe die Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Lübbecke dringend gebeten, dieser Empfehlung zu folgen“, sagt Superintendent Dr. Uwe Gryczan.

Dr. Uwe Gryczan, Superintendent des Kirchenkreises Lübbecke

Dr. Uwe Gryczan, Superintendent des Kirchenkreises Lübbecke Foto: Friederike Niemeyer

Diese Entscheidung sei allen Verantwortlichen nicht leichtgefallen. Gryczan weiter: „Wir alle wissen, dass für viele Menschen die Feier von Präsenz-Gottesdiensten wesentlich zum Weihnachtsfest dazugehört. Uns ist bewusst, dass unzählige Ehren- und Hauptamtliche in den Kirchengemeinden viel Zeit, Kraft und Fantasie aufgewendet haben, um Weihnachtsgottesdienste unter Corona-Bedingungen vorzubereiten. Das wird mit großem Respekt und Dank wahrgenommen und gewürdigt.“ Aber die dramatische Entwicklung der Inzidenzwerte und die zunehmende Überlastung der Krankenhäuser hätten letztlich den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben.

Die Schutzkonzepte, die die Gemeinden mit großer Sorgfalt und Mühe entwickelt haben, haben sich nach Ansicht des Superintendenten in den vergangenen Monaten bewährt. „Aber nun befinden wir uns in einer neuen Situation. Angesichts der aktuellen rasanten Ausbreitung des Virus‘ gerät das Prinzip der Rückverfolgbarkeit an seine Grenzen; vielmehr geht es nun um strikte Kontaktvermeidung“, so Dr. Uwe Gryczan. Das Risiko, dass Gottesdienste auch von Menschen besucht würden, die bereits infiziert und für andere ansteckend sind, es selbst aber noch nicht wissen oder spüren, steige zunehmend.

Aus diesen Gründen habe er alle Gemeinden des Kirchenkreises ganz dringend gebeten, die Empfehlung der Evangelischen Landeskirche umzusetzen und auch in ihrer Gemeinde ab sofort bis zum 10. Januar auf die Feier von Präsenzgottesdiensten zu verzichten und dafür andere Angebote wie etwa Gottesdienste im Internet vorzuhalten. „Ja, es ist ein wirklicher ‚Verzicht‘, um den gebeten wird! Aber er geschieht aus Nächstenliebe, um Menschen nicht durch den Besuch von Präsenzgottesdiensten in die zusätzliche Gefahr zu bringen, sich mit dem tückischen Virus anzustecken“, sagt Gryczan weiter. Und abschließend: „Auch wenn in diesem Jahr die gemeinsame Feier von Gottesdiensten in unseren Kirchen zu Weihnachten nicht möglich sein wird, werden wir wieder die frohe Botschaft hören: ‚Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.‘“

Lesen Sie zur Entscheidung der Landeskirche auch den Kommentar von WESTFALEN-BLATT-Chefredakteur Ulrich Windolph.

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