Ilka Gülker hat ein neues Magazin für das ländliche OWL herausgebracht
„Tante Trine“ macht warm ums Herz

Preußisch Oldendorf (WB) -

„Tante Trine“ ist bunt und blumig. Sie hat 80 Seiten und steckt voller Geschichten. Geschichten über gutes Landleben und die Menschen, die hier leben. Geschichten über deren Alltag, über besondere Ideen und ungewöhnliche Lebenswege. „Tante Trine“ ist ein Magazin für Lebensart im ländlichen OWL. Die Idee dahinter stammt von Ilka Gülker aus Preußisch Oldendorf.

Samstag, 20.02.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2021, 15:34 Uhr
Die Preußisch Oldendorferin Ilka Gülker hat jetzt einen lang gehegten Plan umgesetzt und das Magazin „Tante Trine“ herausgebracht.
Die Preußisch Oldendorferin Ilka Gülker hat jetzt einen lang gehegten Plan umgesetzt und das Magazin „Tante Trine“ herausgebracht. Foto: Eva Rahe

Ilka Gülker hatte schon lange die Idee, ein Magazin für den ländlichen Raum herauszugeben. Nun hält sie die erste Ausgabe von „Tante Trine“ in den Händen und eine zweite Ausgabe steht schon druckbereit in den Startlöchern. „Den Wunsch, ein eigenes Magazin herauszugeben, habe ich schon lange“, erklärt die Preußisch Oldendorferin. Im vergangenen Jahr habe diese Idee endlich Form angenommen. Sie habe viele Gespräche mit Menschen aus den Bereichen Selbstvermarktung und Hofläden geführt und dann das Konzept für ihre „Tante Trine“ erstellt. Auch ihre Mutter, die selbst Werbegrafikerin ist, konnte sie für ihr Magazin begeistern. Von ihr erhält Ilka Gülker tatkräftige Unterstützung in der technischen Umsetzung des Layouts. Herausgekommen ist ein Magazin, das Einblicke gibt in alte bäuerliche Traditionen und Menschen in den Blick nimmt, die das Landleben genauso lieben wie es die Autorin tut. Dabei nimmt Ilka Gülker sich vor allem Themen aus der näheren Region vor. So geht es in der ersten Ausgabe zum Beispiel um einen besonderen Hofladen, es gibt einen historischen Abriss über die Stadt Minden, einen Bericht über Waldyoga und einen Artikel über Ackern mit dem Pferd.

Ilka Gülker im Schafstall auf Hof Steckenpferd Bünde.

Ilka Gülker im Schafstall auf Hof Steckenpferd Bünde. Foto: Eva Rahe

Ihre persönliche Begeisterung für das Thema Heimat auf dem Lande hat Ilka Gülker ihren Großeltern zu verdanken. „Meine Oma stammt aus Schlesien“, erzählt sie. „Die Heimatverbundenheit meiner Großeltern habe ich immer als sehr positiv empfunden.“ Obwohl ihre Großmutter Schlesien verlassen musste, wäre die Verbundenheit zu ihrer alten Heimat immer geblieben. „Heimat hat man irgendwie nur ein Mal“, sagt Ilka Gülker. Das würde man besonders merken, wenn man mal fort gewesen sei und zurückkehre. „Wie sehr man sich dann freut, die alten Gerüche, Geräusche und den Geschmack wieder zu erleben, das gibt es kein zweites Mal“, sagt Ilka Gülker.

Dieses „Stück Heimat“ wolle sie auch mit ihrem Magazin transportieren. „Es ist mein Wunsch, die Besonderheiten unserer Heimat und die Schönheiten unseres Lebens im Magazin zu konservieren“, erklärt sie.

Und zu diesen Besonderheiten gehören auch das gute Essen und gute Lebensmittel. Deshalb liegt ein Hauptaugenmerk ihrer Arbeit auch auf dem Thema regionale Erzeugnisse. „Regionale Lebensmittel sind gut fürs Klima und gut für den Körper“, sagt Ilka Gülker. Sie möchte gerne Erzeuger vor Ort unterstützen, die gute und faire Lebensmittel produzieren. So wird es in der zweiten Ausgabe zum Beispiel um alte Bewässerungstechniken gehen, um traditionelle Formen des Brotbackens und um spezielle heimische Kräuter. Außerdem gibt es in jeder Ausgabe eine Liste der aktuellen Wochenmärkte in OWL sowie Tipps und Tricks für Haushalt und Garten.

Für ihre Artikel arbeitet Ilka Gülker gerne auch mit Gastautorinnen und -autoren zusammen. Für den Kräuterartikel im nächsten Heft konnte sie zum Beispiel die Stemweder Kräuterexpertin Dr. Inge Uetrecht gewinnen. Sebastian Schröder, Historiker an der Universität Münster, stellt in der Frühlingsausgabe einen ganz besonderen Archivfund vor, der erstaunliche Einblicke in das Leben vor rund 300 Jahren erlaubt. Sorge darum, dass ihr irgendwann einmal die Themen ausgehen könnten, macht sich Ilka Gülker keine. „Ich habe eine lange Liste an Themen, über die ich selber auch gerne mehr wissen möchte“, erklärt sie. Am meisten Spaß würde ihr dabei die Arbeit mit den Menschen machen, die sie trifft. „Und dass man jedes mal etwas Neues lernt“, fügt sie hinzu. Es sei schon sehr bereichernd, so viele Menschen und deren Geschichten kennenzulernen.

So sieht der Titel der ersten Ausgabe von „Tante Trine“ aus.

So sieht der Titel der ersten Ausgabe von „Tante Trine“ aus. Foto: Eva Rahe

Das Magazin, das man bei verschiedenen Hofläden, in der Bücherstube Lübbecke und Online unter tante-trine.de bestellen kann, erscheint zur Zeit vierteljährlich. Auf den Namen „Tante Trine“ sei sie übrigens zufällig gekommen. „Er sollte zu den Themen passen, sich aber nicht auf ein Thema festlegen“, erklärt sie. Einen Bezug zu einer realen Person gebe es allerdings keinen. Und auf die Frage, warum sie denn ein Printmedium bevorzugen würde, wo doch heute die meisten auf digitale Medien setzen würde, antwortet sie: „Ich hatte schon immer eine Affinität zum geschriebenen Wort auf Papier. Ich mag es einfach, Seiten zu haben, die man umblättert und eine Zeitschrift, die man mitnehmen kann. Außerdem denke ich, dass uns gerade zu dieser Zeit etwas Schönes, Stimmungsvolles gut tut.“

Die zweite Ausgabe von „Tante Trine“ erscheint übrigens Anfang März. Auch hier wird es wieder darum gehen, mit viel Herz das Gefühl von Heimat weiter zu geben.

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