100 Jahre alter Pavillon von Familie Vrehe wird aus der Blumenstraße in Preußisch Oldendorf nach Engershausen transportiert
Historisches Häuschen zieht um

Preußisch Oldendorf – WB/bir -

Mehr als 28 Jahre lang hat ein schmuckes Gartenhaus mit weißem Anstrich und grünen Fensterläden im rückwärtigen Garten der Familie Vrehe an der Blumenstraße gestanden.

Donnerstag, 22.04.2021, 03:00 Uhr
Carl-Maria, Hannes, Moritz und Julia von Spiegel sind glücklich, dass der Pavillon den Umzug von der Blumenstraße in die Engershauser Straße unbeschadet überstanden hat.
Carl-Maria, Hannes, Moritz und Julia von Spiegel sind glücklich, dass der Pavillon den Umzug von der Blumenstraße in die Engershauser Straße unbeschadet überstanden hat. Foto: Silke Birkemeyer

Dort diente das kleine hölzerne Häuschen den ehemaligen Besitzern und Nachbarn viele Jahre als Rückzugsort und Partyraum. Das etwa 100 Jahre alte Gebäude mit dem markanten Dach befand sich schon viele Jahre Besitz der Familie, erinnern sich Uwe und Martina Meier, die in der Blumenstraße wohnen.

Vor fast 30 Jahren ist der Pavillon schon einmal umgezogen. Damals hat ihn Carl-Maria von Spiegel renoviert.

Vor fast 30 Jahren ist der Pavillon schon einmal umgezogen. Damals hat ihn Carl-Maria von Spiegel renoviert. Foto: von Spiegel, privat

So habe es vor dem Bau des Brennhauses und des Parkplatzes auch auf dieser Seite der Blumenstraße einen großen Garten gegeben, der der Familie Vrehe gehörte, wissen sie zu berichten. Im Zuge des Verkaufs der Flächen wurde der Pavillon auf die gegenüberliegende Straßenseite in den kleineren Garten umgesetzt.

Dort war es, wie das gesamte ehemalige Kaufhaus Vrehe , über die vergangenen Jahre der Witterung und dem Verfall ausgesetzt. Nun weicht das Gebäude einem modernen Wohnkomplex (wir berichteten). Im Laufe der aktuellen Abrissplanung tauchte auch der Pavillon wieder auf und schnell war klar: Er ist viel zu schön, um zusammen mit den anderen Holzabschnitten im Container zu landen.

Die Erinnerung an eine kleine Renovierung vor fast drei Jahrzehnten durch Carl-Maria von Spiegel kam auf. Familie von Spiegel in Engershausen wurde kontaktiert und zeigte Interesse an dem Pavillon. Daraufhin wurde der Plan geschmiedet, ihn noch einmal umziehen zu lassen.

Nach der fachmännischen Sicherung durch Zimmermeister Moritz von Spiegel konnte Baggerfahrer Nils Reilmann das fragile Konstrukt sicher auf einen bereit gestellten Tieflader heben. Unter den Augen der neuen Besitzer wurde die wertvolle Fracht zum Gut Groß-Engershausen gefahren und noch am selben Tag auf das das vorbereitete Fundament gesetzt.

„Ich habe den Pavillon gesehen und wusste sofort, das er einfach perfekt in unseren Garten passt“, sagt Julia von Spiegel, die seit einigen Jahren mit ihrer kleinen Familie in einem Teil der denkmalgeschützten Scheune auf dem Gutsgelände wohnt. Vor 29 Jahren war ihr Mann Moritz, damals noch Kleinkind, Zeuge des ersten Umzugs. Jetzt war es sein eigener fast einjähriger Sohn Hannes, der mit staunenden Augen den Abtransport beobachtete.

Nun wird der Pavillon überarbeitet. Ob Spielhaus oder Partyhütte – über die Nutzung des historischen Häuschens entscheidet in der Zukunft eine neue Generation.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7928564?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516040%2F
39,1 Prozent in OWL geimpft
Mit einer Impfquote von 42,4 Prozent hat der Kreis Höxter den höchsten Anteil an Erstimpfungen in OWL. Das Archivfoto zeigt das Impfzentrum in Brakel.
Nachrichten-Ticker