Bezirksregierung: Schadstoffausstoß der Firma Meier liegt weit unter den Grenzwerten 
Viel Luft nach oben 

Rahden (WB/bös). Ein Bericht in der ZDF-Sendung »Planet Erde« hatte für Irritationen in Rahden gesorgt. Es ging um vermeintliche Umweltbelastungen durch die Firma Meier-Guss. Der ehemalige Chemielehrer aus Mettmann, Dr. Walther Enßlin, wollte erhöhte Werte gemessen haben.

Dienstag, 22.07.2014, 04:02 Uhr aktualisiert: 22.07.2014, 19:30 Uhr
Die Untersuchungen der Bezirksregierung haben ergeben, dass die Firma Meier die Grenzwerte weit unterschreitet....
Die Untersuchungen der Bezirksregierung haben ergeben, dass die Firma Meier die Grenzwerte weit unterschreitet. Foto: Michael Nichau

 Jetzt liegen die Ergebnisse der offiziellen behördlichen Emissionsmessungen vor. Und die zeigen: Die Eisengießerei hält die Umweltvorschriften ein. Das hat die Bezirksregierung Detmold jetzt mitgeteilt. »Der Schadstoffausstoß der Firma Heinrich Meier liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten«, heißt es in der Stellungnahme der Behörde, die die Untersuchungen in Auftrag gegeben hat, weiter. Zudem seien weitere Tests angelaufen, die diese Befunde ergänzen sollten.

 Die Prüfanstalt Dekra hatte als behördlich anerkannte Messstelle vom 22. bis 24. April die Emissionen des Unternehmens kontrolliert. Anlass war die gesetzlich vorgeschriebene, wiederkehrende Messung. Sie wird im Abstand von drei Jahren durchgeführt. »Untersucht wurden eine Reihe von Stoffen, darunter Formaldehyd, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Schwefeldioxid. Zusätzlich kontrollierte die Prüfanstalt Schwermetalle in der Abluft des Unternehmens. Diese Untersuchung hatte Meier-Guss unabhängig von der gesetzlich vorgeschriebenen Kontrolle veranlasst«, schreibt die Bezirksregierung.

 Die Ergebnisse zeigten, dass alle Schadstoffmengen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten lägen. Nickel sei zum Beispiel mit fünf zehntausendstel Milligramm pro Kubikmeter Abluft nachgewiesen worden. »Zulässig ist aber ein tausendfach höherer Wert von bis zu fünf zehntel Milligramm«, betont ein Sprecher der Detmolder Behörde.

 Ähnlich verhalte es sich bei Cadmium (0,002 Milligramm pro Kubikmeter Abluft wurden bei Meier festgestellt. Der vorgeschriebene Wert liegt bei 0,05 Milligramm), Chrom (0,002 Milligramm; Grenzwert: 1 Milligramm oder organischen Ammoniak-Derivaten (unter 0,4 Milligramm; Grenzwert: 5 Milligramm).

Dicht am Grenzwert

 »Am dichtesten am Grenzwert liegt Staub mit 6,1 Milligramm pro Kubikmeter Luft. Erlaubt sind nach Genehmigungsbescheid 7,5 Milligramm. Doch selbst dieser Wert liegt noch deutlich unter der gesetzlich zulässigen Höchstgrenze«, sagt Rainer Hohnemann, Leiter des Dezernates für Immissionsschutz bei der Bezirksregierung. »Die Staubemission des Betriebs ist nicht zu beanstanden.«

Die Dekra-Prüfanstalt hatte an fünf so genannten Betriebseinheiten des Unternehmens Proben in der Abluft genommen: an Formanlage, Putzerei und Schleiferei sowie im Vorofenbereich, dem Kupolofen. Kontrolliert wurde auch die Abluft der Kernschießmaschinen. »Die Messung erfolgte im Normalbetrieb. Die Anlagen liefen unter Volllast«, erklärt Hohnemann. Die Kontrollen hätten eine repräsentative Emissionssituation erfasst.

Zusätzlich zu diesen wiederkehrenden Messungen haben weitere Untersuchungen begonnen. »Am 7. und 8. Juli wurde die Abluft des Unternehmens auf Dioxine und Furane untersucht«, erläutert Michael Sigge vom Dezernat für Immissionsschutz. Die Mengen von Zink, Eisen, Aluminium und Mangan seien ebenfalls bestimmt worden. »Die Ergebnisse erwarten wir in den kommenden Wochen«, kündigte Sigge an.

Darüber hinaus laufen zwei weitere Untersuchungen: Das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) NRW hat in der Umgebung des Betriebes Staubsammler aufgestellt. Und: LANUV-Mitarbeiter ziehen zusätzlich Bodenproben aus diesem Gebiet. Beide Messungen sollen klären, welche Stoffe, die von der Eisengießerei emittiert werden, durch Luft und Regen auf den umliegenden Flächen abgelagert und im Boden über längere Zeit gegebenenfalls aufkonzentriert werden. Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen werden im Herbst erwartet.

Warten auf Ergebnisse

 Ergebnisse aus der Messreihe mit Staubsammlern liegen erst im kommenden Sommer vor. Der Grund: Diese Test soll das Belastungsprofil mit Staubbelastung über ein gesamtes Jahr abbilden.

 »Diese Ergebnisse haben uns nicht überrascht. Wir haben damit gerechnet«, kommentierte gestern der Umweltmanager der Firma Meier Bernhard Rehbock die Mitteilung der Bezirksregierung. »Unser Unternehmen hält sich strikt an die gesetzlichen Vorgaben.«

 Anders Dr. Walther Enßlin, der die Messungen für die ZDF-Sendung vorgenommen hatte. Für den Chemiker steht fest, dass die Belastungen unter anderem Krebsgefahren für die Bevölkerung auslösen. Außerdem fehlen ihm die Werte von Zink, Dioxinen und Furanen.

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