Nächtliche Besuche sind oft mit Verschmutzungen und Beschädigungen verbunden
Verbotenes Baden ärgert die Stadt

Rahden (WB). Ein leeres Schwimmbad, in dem man sich so richtig austoben kann, das wünschen sich scheinbar viele vor allem jugendliche Besucher. Sie scheinen – nach Erfahrungen des Rahdener Freibadpersonals – Möglichkeiten gefunden zu haben, diese Idealvorstellung zu verwirklichen: nachts.

Donnerstag, 24.07.2014, 01:50 Uhr
Nächtliche Besuche sind oft mit Verschmutzungen und Beschädigungen verbunden  : Verbotenes Baden ärgert die Stadt
So schön leer wünschen sich viele Jugendliche »ihr« Freibad in Rahden. Dieser Zustand ist aber fast nur nachts anzutreffen. So entschließen sich einige Zeitgenossen verbotenerweise dazu, in der Dunkelheit den Zaun zu überklettern und lautstark zu baden, was Anliegern missfällt. Foto: Michael Nichau

Und so erhält das Rahdener Freibad bereits seit mehreren Jahren immer wieder etwa ab Mitternacht ungebetenen Besuch außerhalb der Öffnungszeiten. »Es ist ja nicht so, dass diese ›Badegäste‹ keinen Lärm machen würden«, klagt Ralph Picker, Kämmerer der Stadt Rahden und zuständig für den Bäderbetrieb. So habe man sich entschlossen, künftig jede nächtliche Badeaktion zur Anzeige zu bringen. »Das ist rechtlich ein Hausfriedensbruch«, sagt Picker.
Die Stadt Rahden hat einen Sicherheitsdienst beauftragt, die Zäune rund um das Badegelände zu überwachen und illegal Badende aufzuspüren. Erst in der Nacht zu Mittwoch sind erneut zwei Fälle des illegalen Betretens im Freibad registriert worden. Auf die Jugendlichen, beziehungsweise deren Eltern, kommt jetzt auch die anteilige Übernahme der Kosten für den Wachdienst zu, wie Picker ankündigt.

Tor

Über dieses Tor klettern die nächtlichen Besucher ins Bad.

»Wir haben außerdem eine Fürsorgepflicht, denn wenn wir wissen, dass diese nächtlichen Schwimmaktionen stattfinden und wir als Stadt nicht handeln, können wir haftungsrechtlich belangt werden«, sagt Picker. Im Klartext: Wer das nächtliche Treiben duldet, haftet eventuell, wenn sich ein Unfall ereignet.

Anzeige

Das will die Stadt Rahden tunlichst vermeiden und bringt künftig jeden Fall von Nachtbaden zur Anzeige. »Es sind auch schon üble Sachschäden und Verunreinigungen vorgekommen«, rechtfertigt Picker die Einschaltung des Wachdienstes und das juristische Vorgehen. Es sei dem Bad-Personal nicht zuzumuten, immer wieder die angerichteten Verwüstungen zu beseitigen. »Beschädigungen sind im jüngsten Fall nicht vorgekommen, aber wir haben schon Übles erlebt«, sagt Picker.
Davon berichtet auch Mike Fonas, Fachangestellter für Bäderbetriebe. Er arbeitet für den Miet-Schwimmmeisterservice von Heino Kruse: »Es sind nicht nur Mülltonnen entleert worden. Auch Blumentöpfe sind mitsamt der Erde ins Becken geworfen worden. Glasflaschen und Zigarettenkippen fanden sich im Becken.«

Bekannt sei auch, dass nachts Anwohner angepöbelt wurden und dass die Aktionen der vorwiegend jugendlichen Täter Lärm mit sich brächten. »Die Leute treffen sich auf dem Parkplatz und überklettern den Zaun«, sagt Fonas. Die entstandenen Verschmutzungen hätten in der Vergangenheit schon dazu geführt, dass das Bad erst viel später geöffnet werden konnte.

Sicherheitsdienst

»Was einfach repariert und gesäubert werden kann, machen wir. Bei größeren Schäden ist die Stadt Rahden beteiligt«, erklärt Fonas. Auch die mittlerweile installierten Bewegungsmelder würden die Nachtbader nicht abschrecken.
»Wir wollen ja eigentlich den Jugendlichen nichts Böses«, sagen Fonas und Picker übereinstimmend. Nur: den Beschädigungen und der Lärmentwicklung müsse Einhalt gebeten werden. »Dass der Sicherheitsdienst jetzt auf der Lauer liegt, spricht sich bei den Jugendlichen schnell rum, das wissen wir«, hofft Fonas auf eine Besserung der Situation im Rahdener Freibad.

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