TuS-N-Lübbecke besucht Wohnheim des Wittekindshofes in Rahden – »Blick über den Zaun«
Haus-Aleida-Fans begrüßen »ihre« Spieler

Rahden (WB). Normalerweise bringt der Mannschaftsbus die Handballer des TuS N-Lübbecke zu ihren Terminen. Beim Besuch der Mannschaft im Haus Aleida am Mittwoch war das anders. Da blieb der ganz große Auftritt den Fans vorbehalten, die diesmal im Bus anreisen durften, während die Handballer dort schon auf sie warteten.

Mittwoch, 23.07.2014, 23:59 Uhr aktualisiert: 24.07.2014, 09:45 Uhr
TuS-N-Lübbecke besucht Wohnheim des Wittekindshofes in Rahden – »Blick über den Zaun« : Haus-Aleida-Fans begrüßen »ihre« Spieler
Alte Freunde: Spieler und Trainer des TuS und Bewohner des Heimes begrüßen sich. Foto: Cornelia Müller

Die Mannschaft war nämlich schon einige Minuten vorher zu Fuß am Haus Aleida eingetroffen und wurde gleich mit großem Hallo, Umarmungen, Händeschütteln und Abklatschen begrüßt. Den Handballern schlug eine Welle der Begeisterung und Sympathie entgegen, wie sie wohl auch für die Profis nicht alltäglich ist.

Der kurz darauf eintreffende Mannschaftsbus mit den Gästen aus Lübbecker und Espelkamper Einrichtungen des Wittekindshofes wurde dann mit derselben Herzlichkeit begrüßt: »Das hat der ›achte Mann‹ wohl auch mal verdient«, sagte Diakon Thomas Dullweber, Leiter des Hauses Aleida, lächelnd.

»Achter Mann«: So hat Nikola Blazicko vor einem Jahr die Fans des TuS N-Lübbecke genannt und dabei keinen Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gemacht. »Da zählt nicht, ob einer ein Handicap hat oder nicht. Die Liebe zum Sport verbindet alle«, sagt Sven Schlingheide, Vorsitzender des Fanclubs »Red Devils«. Im Leitbild des Fanclubs wird Wert darauf gelegt, dass die Bewohner des Wittekindshofes ein wichtiger »und vor allem aktiver« Teil der Fangemeinde sind. »Das ist einzigartig in der Handball-Bundesliga«, betont Schlingheide und hofft, dass dieses Beispiel Nachahmer findet.

Die enge Freundschaft zwischen dem TuS N-Lübbecke, den »Red Devils« und den Handballfans des Wittekindshofes besteht schon seit vielen Jahren. Im Sommer 2000 wurde der erste gemeinsame Grillabend veranstaltet, »damals noch in Benkhausen«, erinnert sich Thomas Dullweber. Jedes Jahr denken sich die Wittekindshofer etwas Neues aus, um die Mannschaft bei sich willkommen zu heißen – diesmal eben die vertauschten Rollen bei der Anfahrt mit dem Mannschaftsbus. Motto: »Spiel mit Seitenwechsel«.

So ein Blick hinüber auf die »andere Seite« kann nur gut tun, findet Co-Trainer Hans-Georg Borgmann. »Diese Begegnung im Haus Aleida ist für mich immer ein ganz wichtiger Termin. Auch deshalb, weil man selbst wieder ein wenig eingenordet wird, wenn man sieht, wie gut die Männer und Frauen es schaffen, mit ihren Handicaps umzugehen.«

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Begrüßung mit Handschlag

Borgmann war bis jetzt bei jedem Treffen dabei, seit Red-Devils-Mitglied Thomas Dullweber das Ganze initiiert hat. Für Nicola Blazicko war es immerhin auch schon der achte gesellige Abend am Haus Aleida, und »jedes Mal ist es etwas Besonderes, hier zu sein«. Nicht nur, weil es ihm auch persönlich wichtig ist, die Verbundenheit mit den Bewohnern des Wittekindshofes zu zeigen. Sondern auch deshalb, weil die Vorfreude auf die kommende Saison quasi mit Händen zu greifen ist.

»Hier herrscht schon seit Tagen Ausnahmezustand«, sagt Dullweber. »Es gibt hier sogar einige Fans, die ihr ganzes Zimmer rot-schwarz dekoriert haben«.
Als Nicola Blazicko kurz die diesjährigen Neuzugänge vorstellt, gibt es nach jedem Namen donnernden Applaus. Und einer der Neuen – Linus Happel – muss sich dann bei einem improvisierten Torwarttraining gleich ein wenig auf die Probe stellen lassen. So wird der gesellige Abend mit gemeinsamem Grillen, Klönen und Karaoke-Einlagen zum ersten »Heimsieg« für die Nettelstedter, noch bevor die Saison überhaupt begonnen hat.

Sobald dann der Ligabetrieb wieder losgeht, werden auch die Handball-Fans aus dem Haus Aleida wieder dabei und mit den Red Devils und allen anderen TuS-N-Fans ihren Verein lautstark unterstützen – als achter Mann im Team.

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