Diskussion im Rat über Ziele des neuen Rahdener Pflegedienstes 
»Bonitas« richtet Beatmungsplätze ein 

Rahden (WB). 2012 hat der Rat mehrheitlich beschlossen, dass die drei oberen Geschosse des Bettenhauses erhalten bleiben, von der Stadt gekauft und an den Pflegedienst »Bonitas« vermietet werden.

Donnerstag, 02.10.2014, 04:13 Uhr aktualisiert: 02.10.2014, 15:09 Uhr
Über die Zahl der Beatmungsplätze im ehemaligen Bettenhaus hat es im Rat am Donnerstag eine kontroverse Diskussion gegeben....
Über die Zahl der Beatmungsplätze im ehemaligen Bettenhaus hat es im Rat am Donnerstag eine kontroverse Diskussion gegeben.

 Jetzt steht die Eröffnung an und am 17. Oktober stellt das Unternehmen die Einrichtung am Tag der offenen Tür vor. Doch in der Politik besteht immer noch Diskussionsbedarf. Und das sprach SPD-Fraktionschef Friedrich Schepsmeier am Dienstag unter dem Punkt »Verschiedenes« – wie berichtet – an: Schweren Herzens habe er damals zugestimmt. Als Grund nannte er die Schaffung von 20 Beatmungsplätzen und 40 neuen Arbeitsplätzen. »Jetzt erfahre ich, dass es nur bis zu neun sein sollen und in dem kürzlich verteilten Prospekt von ›Bonitas‹ steht gar nichts mehr von ihnen drin.«

 Bürgermeister Bernd Hachmann betonte, dass bei der Vorstellung des Konzeptes zwar die Zahl 20 gefallen sei, aber der Vertrag selbst diese Frage gar nicht regele. »Wir wollten damals das Krankenhaus erhalten und sollten jetzt froh und glücklich sein, dass wir ›Bonitas‹ bekommen haben.« Außerdem hätte doch jedes Ratsmitglied den Vertrag gelesen. Dass im Flyer »Vios« nicht erwähnt werde, liege daran, dass die dritte Etage noch gar nicht fertig sei.

 Günter Meyer (SPD) sorgte sich genauso wie SPD-Ratsfrau Marion Spreen, dass »Bonitas« vielleicht nur ein ganz normales Pflegeheim führen werde.

 Und Winrich Dodenhöft (Bündnis90/Die Grünen) kritisierte: »Wir haben viel Geld der Rahdener Bürger investiert, um etwas zu schaffen, was es im Kreis noch nicht gibt. Die Stadt hat jetzt doch Pflegeplätze subventioniert.« Dadurch sah der Grüne alteingesessene Betriebe benachteiligt. Das brachte den Bürgermeister auf die Palme. »Wir haben überhaupt keinen Euro Steuergelder dafür ausgegeben. Die Stadt refinanziert die Kredite durch die Mieteinnahmen. Unser Unternehmensberater hat sogar ausgerechnet, dass ein kleiner Gewinn bleibt.« Zum dritten Mal stelle Dodenhöft jetzt diese falschen Behauptungen auf, ärgerte sich Hachmann und wunderte sich, dass Dodenhöft dieses offenbar immer wieder vergesse. Hachmann riet allen, die mehr über die Ziele von »Bonitas« wissen wollen, Lars Uhlen am Tag der offenen Tür selbst zu fragen.

 Die RAHDENER ZEITUNG tat das schon gestern und erhielt eine klare Antwort von Uhlen. »Wer kommt denn plötzlich auf die Zahl von neun Plätzen.« Mit Unverständnis reagierte der »Bonitas«-Geschäftsführer auf die erneute Diskussion im Rat der Stadt Rahden. »Auf den drei Etagen entstehen 33 Betten. 15 davon sind für die Langzeitbeatmung vorgesehen. Wir schaffen mit dieser Einrichtung die erste dieser Art im Kreis Minden-Lübbecke.«

 Dass zurzeit weniger Beatmungsplätze zur Verfügung stehen, begründete Uhlen mit der Raumsituation: »Die dritte Etage, in die »Vios«, der ambulante Fachpflegedienst, der sich auf die außerklinische Betreuung von Langzeitbeatmungs- und Intensivpflegepatienten spezialisiert hat, einziehen wird, ist nicht fertig. Daher befinde sich Vios noch mit neun Betten im vierten Obergeschoss. »Das ist nun einmal eine Zeit des Übergangs und der Kompromisse.« Deshalb habe er auch ein kleines Büro in dem ehemaligen Bettenhaus eingerichtet. Sobald das Gesundheitszentrum gebaut sei, wolle er mit den Verwaltungsräumen gern dort einziehen.

 Uhlen betont, dass er mit Bürgermeister Bernd Hachmann und dem Krankenhaus nie Negatives erlebt, aber wegen der dauernden Kritik aus anderer Richtung zeitweise bereut habe, nach Rahden gekommen zu sein.

 »Inzwischen habe ich die Mitarbeiter im Krankenhaus kennen gelernt. Wir alle sind offen für diese neue Sache, sehen es als eine optimale Ergänzung an und wir alle freuen uns aufeinander.« Lars Uhlen ist zudem überzeugt, dass gerade hilfsbedürftige Menschen nirgendwo besser aufgehoben sind als in dieser Nähe zur stationären Behandlung. Sie müssten im Krankheitsfall nicht gefahren werden.

Kommentare

Wolfgang Labudde  schrieb: 04.10.2014 12:55
bonitas positive Erfahrung
Ich verstehe die Politiker nicht, so einen Mist zu äußern. Sie sollten sich mal mit den Menschen unterhalten, die schon Kontakt zu Bonitas haben. Ich selbst zieh ende Oktober ein. Bin übrigens beatmungspatient. Ich stehe jedem Politiker der Stadt Rahden jederzeit zu Verfügung. Ich hoffe es kommen viele.
1 Kommentare
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