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Do., 14.05.2015

Bonitas-Team sucht noch Mitarbeiter – Präsentation auf dem Rahdener Stadtfest  Patienten sollen wieder selbst atmen 

Viel Lob hat es vom Patienten Wolfgang Labudde für Stefan Rose (von links), Timo Schreiber (beide Pflegedienstleitung) und Geschäftsführer Lars Uhlen gegeben. Der Rahdener ist von Bonitas im Mühlenkreis begeistert: Hier ist alles bestens.

Viel Lob hat es vom Patienten Wolfgang Labudde für Stefan Rose (von links), Timo Schreiber (beide Pflegedienstleitung) und Geschäftsführer Lars Uhlen gegeben. Der Rahdener ist von Bonitas im Mühlenkreis begeistert: Hier ist alles bestens.

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Etwas bedrückend ist es schon, das Gefühl beim Betreten des Bonitas-Gebäudes. Und während der Fahrt mit dem Lift in die oberen Etagen, drängt sich die Frage auf: Was erwartet den Besucher?

 Schließlich leben dort Menschen, die beatmet werden müssen, die schwer krank sind. Doch in der vierten Etage verfliegt die Sorge, denn gleich im ersten Zimmer liegt eine ältere Dame, die freundlich lächelt und dem Gast zuwinkt.

Offensichtlich gut ist auch die Stimmung beim Pflegepersonal. »Wir sind hier nicht in einem Hospiz«, erklärt Geschäftsführer Lars Uhlen. »Unser Ziel ist es, dass die Menschen nach einiger Zeit stationären Aufenthalts wieder nach Hause entlassen werden könne und unser Team sich dort ambulant um sie kümmert, oder dass sie ganz ohne künstliche Bearbeitung leben können. Als therapeutische Einrichtung trainieren wir die Atemmuskulatur und stärken sie.« Nehme man die gesamte Holding, dann betrage die Erfolgsbilanz 49 Prozent, betont Uhlen.

Pflegekräfte werden gesucht

 »Doch um die Intensivpatienten bestmöglich zu versorgen, brauchen wir examinierte Kräfte aus der Alten- und Krankenpflege. Und die suchen wir dringend«, sagen Stefan Rose und Timo Schreiber, die bei »Bonitas im Mühlenkreis« – so der neue Name des Pflegedienstes am Standort Rahden – die Pflegedienstleitung ausüben. »Diese neuen Mitarbeiter schulen wir noch einmal speziell für die Betreuung der Intensivpatienten. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich unter Telefon 05771/9146767 informieren«, sagen Rose und Schreiber.

 Zurzeit behandelt Bonitas elf Menschen in der Einrichtung an der Feldstraße und kreisweit sechs ambulant in ihrem gewohnten Zuhause. Und dorthin wird auch die freundliche ältere Dame bald wieder zurückkehren. Bärbel Matzkowska-Kammer: »Mir geht es blendend. Seit November werde ich hier betreut. Es kann nicht besser sein. Mir ist hier so geholfen worden«, ist die Bückeburgerin voll des Lobes für Bonitas.

Kritik an der Politik

 Und diese Meinung teilt Wolfgang Labudde uneingeschränkt: »Es ist alles sehr gut, viel besser als in den Einrichtungen, in denen ich vorher war.« Teile der Kommunalpolitik hingegen kann der Rahdener nicht so loben: »Die Ratsmitglieder, die immer wieder gemeckert haben, Kritik an dieser Einrichtung angezettelt haben, die sollen hier mal hinkommen und sich anschauen, was Gutes entstanden ist. Aber vermutlich wollen sie die Wahrheit gar nicht wissen«, spielt er auf die Kritik aus einigen Fraktionen an, die zweifelten, ob überhaupt Beatmungsplätze geschaffen werden sollten, und wenn wie viele.

Ausdrückliches Lob gibt es allerdings für die CDU, die sich immer vorbehaltlos für Bonitas und den Erhalt des Bettenhauses in voller Höhe eingesetzt habe. Und besonders für Bernd Hachmann. »Das ist ein Top-Bürgermeister. Wenn er Rahden verlässt, verliert die Stadt einen ganz starken Mann«, bedauert Labudde die Entscheidung Hachmanns, nicht erneut zu kandidieren.

Ein Pfleger für drei Patienten

 Lars Uhlen kommentiert: »Mit Bürgermeister und Stadt haben wir immer gut zusammengearbeitet. Fragen wie: ›Wann ist die Einrichtung voll?‹ sind Schwachsinn. Für mich sind andere Kriterien wichtig. Ich will Stationen nicht mit Macht vollkriegen. Mir geht es um die exzellente Pflege.« In diesem Monat sollen neue Patienten aufgenommen werden. »Das tun wir immer dann, wenn wir wieder Kräfte ausgebildet haben. Außerdem wollen wir nicht nur Beatmungspatienten behandeln, sondern sind zum Beispiel offen für den 25-jährigen Querschnittsgelähmten, der nicht in ein Altenpflegeheim will.«

 Bonitas möchte Interessierten auch die Möglichkeit bieten, zu hospitieren und zu schauen, ob diese Tätigkeit für sie in Frage kommt. »Die Pflege von Intensivpatienten ist anders als in der normalen Altenpflege. Aber unsere Mitarbeiter haben mehr Zeit für die betroffenen Menschen. In den normalen Pflegeeinrichtungen kommt ein Mitarbeiter auf zwölf Bewohner, bei uns kümmert sich eine Kraft um drei Patienten«, erklärt Uhlen.

 Über das und vieles mehr möchten Uhlen, Rose und Schreiber sowie ihr Team informieren. Deshalb werden sie sich auf dem Stadtfest am Wochenende 13. und 14. Juni präsentieren – und vielleicht auch über einen der größten Erfolge berichten. Lars Uhlen: »Nach acht Jahren ist es uns gelungen, einen Patienten aus dem Wachkoma zu holen. Er findet langsam ins Leben zurück. Und das Erstaunlichste: Dieser Patient hat viel mitbekommen. Er wusste von Unterhaltungen zwischen den Pflegekräften.«

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