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Mo., 07.03.2016

Kongress in Rahden: Geburtenrückgang und Landflucht beunruhigen, aber der ländliche Raume hat auch Stärken Sorge um Zukunft der Dörfer ist groß

Haben versucht, Visionen für die Dörfer zu finden: Moderatorin Christina Harland (von links), Christian Aukamp, Bianca Winkelmann, Matthias Horx, Roland Mettenbrink und Dieter Rothardt.

Haben versucht, Visionen für die Dörfer zu finden: Moderatorin Christina Harland (von links), Christian Aukamp, Bianca Winkelmann, Matthias Horx, Roland Mettenbrink und Dieter Rothardt. Foto: Florian Hemann

Von Florian Hemann

Rahden (WB). Überleben oder nicht überleben? Das ist – beim Kongress Ländlicher »Raum 4.0« – die Frage gewesen. Auf Einladung der Bürgerstiftung Preußisch Ströhen beschäftigten sich am Samstag teils prominente Gäste intensiv mit dem Thema »Zukunft der Dörfer«.

Stark gesunkene Geburtenraten und die Landflucht sind die bestimmenden Probleme des ländlichen Raumes. Dies unterstrich in seiner Begrüßungsrede auch Rahdens Bürgermeister Bert Honsel (CDU) gegenüber den 300 Besuchern in der ausverkauften Aula des Gymnasiums. Gleichwohl ist Matthias Horx von der Zukunft des ländlichen Raumes überzeugt. Der renommierte Trend- und Zukunftsforscher war Hauptredner der Veranstaltung und attestierte den Dörfern ein Comeback.

17 Experten referierten

Mit Horx’ Vortrag als Ausgangspunkt zogen die Besucher, meist selbst in ihren Dörfern engagierte Bürger, durch die Räume des Gymnasiums. 17 Experten referierten an 17 Stationen zu bestimmten Themen des ländlichen Raumes. So ist etwa das Ehrenamt, das von allen Seiten als unabdingbar für die Dörfer betrachtet wurde, von Uli Eikenhorst, dem Vorsitzenden Union Varl, präsentiert worden.

Den ländlichen Raum aus unternehmerischer Perspektive betrachte Kai Büntemeyer. Der Kolbus-Geschäftsführer bekannte sich wie auch Unternehmer Paul Gauselmann zum heimischen Standort. Gleichzeitig machte Büntemeyer klar, dass die schlechte Infrastruktur einen Nachteil für die Unternehmen bedeute. »40 Kilometer nach Bielefeld sprechen Bände. Das muss man akzeptieren.«

André Fechner von den heimischen Arbeitgeberverbänden sieht in der Branchenvielfalt eine Stärke des ländlichen Raumes. Sie habe sich in den Krisen bewiesen. Absolut unerlässlich seien die Familienunternehmen, die von ihrem Standort überzeugt und bereit seien, Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen.

Einen persönlichen Blick auf das Leben im ländlichen Raum warf der heimische Europaabgeordnete Elmar Brok (CDU). Seine heute engsten Freunde seien die, die er mit unter zehn Jahren in seinem Dorf kennengelernt habe. Auch deshalb sei er vom Fortbestand der Dörfer überzeugt.

Auch Preußisch Ströhen habe Probleme

Ein deutlich zufriedenes Fazit zog nach Vorträgen, Diskussionen und angeregtem Austausch Preußisch Ströhens Ortsvorsteherin Bianca Winkelmann (CDU). Ein Jahr lang hatte das Team der Bürgerstiftung um sie, Christian Aukamp, Roland Mettenbrink und Dieter Rothardt die Veranstaltung vorbereitet. Und ja, auch Preußisch Ströhen habe Probleme, gab sie zu verstehen.

So nannte sie etwa die Frage, ob der örtliche Grundschulstandort langfristig erhalten bleiben könne, sowie die Tatsache, dass das Dorf möglicherweise Apotheke und Arzt verliere. »Doch wir glauben ganz fest an die Zukunft unserer Dörfer«, lautete ihr unmissverständliches Fazit dieses Tages.

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