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Di., 04.07.2017

Heinz Hohnstädt stellt seine Pläne vor – ein Pavillon als Mittelpunkt Neue Ideen für den Kirchplatz

So würde Heinz Hohnstädt den Kirchplatz gestalten: Ein Pavillon, der unter anderem als Treffpunkt für Verabredungen und Fotokulisse für Hochzeitspaare dienen könnte, soll Blickfang sein. Die Kirchmauer spielt in seinen Planungen keine Rolle mehr.

So würde Heinz Hohnstädt den Kirchplatz gestalten: Ein Pavillon, der unter anderem als Treffpunkt für Verabredungen und Fotokulisse für Hochzeitspaare dienen könnte, soll Blickfang sein. Die Kirchmauer spielt in seinen Planungen keine Rolle mehr.

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Heinz Hohnstädt lebt erst ein paar Jahre in Rahden. Doch besonders das Baugeschehen interessiert den Innenarchitekten sehr. Seit einiger Zeit macht er sich Gedanken über die Neugestaltung des Kirchplatzes. Die Diskussion um den Erhalt der Mauer an der Eisdiele war der Auslöser dazu, dass er selbst zum »Bleistift« griff und seine Ideen skizierte.

Während er die Ausführung der Sanierung vom Alten Markt über Katzengasse und Glindower Platz für gelungen hält, gefallen ihm die Pläne für den »gefühlten, aber ungeliebten Mittelpunkt der Innenstadt, den Kirchplatz nicht sonderlich«. »Dieser Bereich braucht mehr. Ich könnte mir dort unter anderem Hecke, Beete und Pergola vorstellen«, erläutert er. Die Mauer hält er für überflüssig. »Warum sollte man ein Relikt aus der Vergangenheit erhalten, das sich ohne erkennbaren Bezug zur Platzgestaltung dahin schlängelt.«

Überdachte Plätze

Eine bessere Alternative für Sitzplätze als die Mauer wäre doch eine überdachte Gelegenheit. »Ich könnte mir dort einen Pavillon mit kreuzförmigem Grundriss und vier Sitzbänken vorstellen. Damit bietet sich die Möglichkeit, etwas Außergewöhnliches zu schaffen, das wesentlich zur Identität der Stadt beiträgt. Der Pavillon kann sogar eine Sehenswürdigkeit von Rahden werden, zumal er mit vier großen Kunstglas-Scheiben ein leuchtender Mittelpunkt der Stadt sein wird.« Es wäre schön, wenn er in einem gärtnerisch gestalteten Umfeld stünde, meint Hohnstädt, dem die Pläne zu schlicht sind. Hohnstädt befürchtet, dass die Stadt bei den jetzigen Plänen keine moderne, sondern eine modische Gestaltung erhält. Er dagegen bevorzuge einen eher klassischen Stil.

»Da dominierte allerdings noch die Lindenallee. Den Wegfall der Bäume halte ich für eine glückliche Fügung.« Jedoch habe der Platz dadurch eine gewisse Intimität verloren. »Ich würde allerdings keine neue Allee anpflanzen. Bei der Auswahl der Bäume sollte man interessantere als Linden nehmen wie Zierkirschen und japanischen Ahorn. Eine Eibenhecke in einheitlicher Linienführung ersetzt die Fragmente aus Mauer und Buchenhecke. Der Raum zwischen Baumreihen und Kirche bleibt frei, der lange Weg kann erhalten bleiben«, meint Hohnstädt.

Kirche und Verwaltung einbezogen

Auch Kirche und Stadt hat Hohnstädt seine Unterlagen zukommen lassen. »Wir haben kürzlich noch einmal mit Stadt, Planer und Gutachter gesprochen«, berichtet Pfarrer Udo Schulte, der den Charakter des Platzes erhalten möchte und deshalb eine Allee wünscht. Die Bäume sollten auch schon ein paar Meter hoch und Linden sein. Die Anzahl der neuen Bäume hänge vom Platz ab. Die Abstände müssten stimmen und es müsse so wenig Verdichtung wie möglich geben. Auf jeden Fall solle die Fläche grüner werden und Sitzbänke aufgestellt werden. »Die Mauer wird – sollte sie abgerissen werden – ersetzt durch eine ›Sitzmauer‹. Auf die Ideen Hohnstädts sind wir in dem Gespräch eingegangen«, sagt Schulte. Aus seiner Sicht passen die Vorschläge nicht ins Grundgefüge. Man habe sie aber mit Interesse wahr genommen. Das Büro Adam gehe mit den Planungen ohne die alten Bäume in eine neue Phase.

Neue Ideen können Platz finden

Das bestätigt Bürgermeister Bert Honsel. Auch ihm hat Hohn­städt persönlich seine Ideen vorgestellt. Der Gedanke an einen Pavillon ist außergewöhnlich. Da das Büro Adam durch den Wegfall der alten Bäume mit den Planungen fast bei Null anfängt, können auch noch Ideen einfließen.« Bürger erhoffen sich zudem durch den Erhalt der Mauer weiter Sicherheit für Kinder. Die Planungen müssten auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden. Gedanken, die Fahrbahn zwischen Kirchplatz und Stadtsparkasse mit zu überplanen, und diesen Weg dicht zu machen, hält Honsel für unwahrscheinlich: »Das geht aus Sicherheitsgründen wohl nicht.« Aber mit der Idee von Heinz Hohnstädt, entlang des Kirchplatzes einen kleinen Gehweg anzulegen, damit Autos und Fußgänger sich nicht so gefährlich nahe kommen, könnte sich Honsel anfreunden. »Das absolute Vorschlagsrecht für den Platz hat der Eigentümer, die Kirchengemeinde. Und die möchte wegen der Gefahr der Verdichtung den Weihnachtmarkt nicht mehr an dieser Stelle.«

Weihnachtsmarkt

»Das ist sehr schade und wir bedauern das sehr«, sagte Martin Wlecke als Vorsitzender des Gewerbebundes. Aber so wie es jetzt aussieht, ist an der Kirche keine Veranstaltung möglich. Der Alte Markt gehe nicht wegen Kinderspielplatz und Wasserspielen. Und eine Sperrung der Gerichtsstraße sei nicht denkbar. »Ab wann sollen wir die für den Aufbau sperren? Uns bleibt nur der Ortgies-Parkplatz. Dazu gibt es keine sinnvolle Alternative. Dort begann übrigens die Geschichte des Rahdener Weihnachtsmarktes. Für uns heißt es also: »Back to the Roots‹,« betont Wlecke.

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