Sa., 14.07.2018

Rahdener Kernstadt bekommt neuen Ortsvorsteher CDU votiert für Frank Holtmann

Frank Holtmann ist ab 1. August Ortsvorsteher in Rahden. Ulrike Kokemor wird Seniorenbeauftragte.

Frank Holtmann ist ab 1. August Ortsvorsteher in Rahden. Ulrike Kokemor wird Seniorenbeauftragte. Foto: Elke Bösch

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Einen neuen Ortsvorsteher bekommt die Kernstadt Rahden ab dem 1. August. Der bisherige Amtsinhaber Reinhard Warner zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück. Ihm folgt in diesem Amt und als Ratsmitglied Frank Holtmann. Der Christdemokrat ist 51 Jahre alt, ledig und arbeitet als Diplom-Ingenieur in einer Lübbecker Firma.

»Schon bei den Kommunalwahlen im Jahr 2014 habe ich angekündigt, dass ich nur noch die Hälfte der Wahlperiode dabei sein möchte«, sagte Reinhard Warner am Donnerstagabend im Rat der Stadt Rahden. »Das hat sich verzögert, aber ich bin jetzt 70 Jahre alt und irgendwann muss Schluss sein.« Bürgermeister Dr. Bert Honsel dankte Warner für sein Engagement. Er sei ein angenehmer Partner gewesen mit Sachverstand und Bauchgefühl. Warner selbst erinnerte sich an 24 Jahre im Rat und 18 als Ortsvorsteher: »Ich habe im Rat Mitglieder kommen und gehen sehen. Natürlich gab es auch Querelen, das gehört dazu.« Er dankte besonders auch den Mitarbeitern der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit.

Christian Krüger wandte sich im Namen der CDU-Fraktion an seinen Parteifreund: »Du bist ein Kommunalpolitiker mit Fleisch und Blut. Wer kennt dich nicht in Rahden? Und du kennst Rahden wie deine Westentasche. Wir haben besonders deine besonnene zuverlässige Art geschätzt.«

Zu einer längeren kontroversen Diskussion kam es bei der Wahl des neuen Ortsvorstehers. Für dieses Amt hatte die CDU das Vorschlagsrecht, weil – wie Honsel erläuterte – in den entsprechenden Rahdener Wahlbezirken die CDU bei den Kommunalwahlen die Mehrheit erreicht habe. Doch bevor die Abstimmung erfolgte, regte sich Kritik aus den Reihen der anderen fünf Fraktionen. Alle betonten allerdings ausdrücklich, dass es dabei nicht um die Person Frank Holtmann ginge, sondern um das Prozedere, den Verfahrensablauf.

Gundel Schmidt-Tschech rügte den: »Wir kennen Frank Holtmann gar nicht. Er hätte vorgestellt und in der nächsten Ratssitzung gewählt werden können. Ich finde das unglücklich und respektlos den anderen Fraktionen gegenüber«, betonte die Fraktionsvorsitzende der UfR (Unabhängig für Rahden). Dorothee Brandt schloss sich für die SPD dieser Meinung an. FDP-Fraktionschef Hans-Eckhard Meyer nahm das Vorschlagsrecht der CDU ins Visier. In den vier Wahlbezirken der Kernstadt sei die CDU zwar mit 684 Stimmen stärkste Kraft gewesen, jedoch hätten 1053 Wähler die anderen Parteien gewählt. Er betonte aber auch, dass die Kritik sich auf das Verfahren beziehe, nicht auf Frank Holtmann als Person. Meyer empfahl zudem, in Zukunft die Bevölkerung im Vorfeld zu informieren.

Die FWG-Fraktionsvorsitzende Doris Bölk argumentierte in dieselbe Richtung. Der Sprecher von Bündnis90/Die Grünen Winrich Dodenhöft hält den Posten für überflüssig und konnte über das Prozedere nur den Kopf schütteln. Als er allerdings die Ortsvorsteher als ›Grußtanten und Grußonkel‹ bezeichnete, rief das Wilhelm Kopmann auf den Plan: »Das ist eine Unterstellung, in Sielhorst kümmere ich mich zum Beispiel um das Dorfgemeinschaftshaus und koordiniere die Vereine.« Mit 13 Stimmen der CDU wurde Holtmann gewählt. 10 Gegenstimmen kamen von UfR, Grünen, SPD und FWG. FDP und weitere SPD-Mitglieder enthielten sich.

Und noch ein weiterer Verfahrensablauf geriet in die Kritik. Warum Reinhard Stevener als Heimatpfleger von Varl/Varlheide nicht im Rat verabschiedet und seine Nachfolgerin Margret Windhorst dort begrüßt werde?, wollte Doris Bölk wissen. Und Günter Meyer (SPD) befand: Bei den großen Verdiensten von Stevener sei das sehr schade. Gundel Schmidt-Tschech kündigte an, dass die UfR nicht für die Nachfolgerin stimmen könne, da sie sie nicht kenne. Christian Krüger (CDU) mahnte, dass diese Diskussion nur schädlich sei. Man könnte doch froh sein, dass jemand dieses Amt übernehme.

»Wir wollen das Ehrenamt hochhalten, das hätte Rat gehört, um deutlich zu machen, wie wichtig uns das ist.« »Wir haben gedacht, wir machen einen Extratermin. Da bleibt mehr Zeit«, sagte Honsel. Bei zwei Gegenstimmen von der UfR und einer Enthaltung wurde Margret Windhorst gewählt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5904616?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516046%2F